25 Okt 2020
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Eine Gegend wie im Märchen: Mardin

Türkei
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Mardin ist mit seiner ihm speziellen Beschaffenheit, den Naturschönheiten und seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit eines der interessantesten Städte des Landes. Die ersten Besiedlungen der Geschichte zeichnen sich um 4500 vor Christus herum. Sie ist im südöstlichen Teil Anatoliens eines der bedeutendsten Städte dieser Region.

Sofern der Name Mardin fällt, kommen uns bestimmte Schönheiten, die wir mit dieser Stadt assoziieren, ins Gedächtnis. Eines davon sind die einzigartigen und unnachahmlichen Häuser. Im Jahre 1979 wurden die Gebiete, seitens der UNESCO als Schutzgebiet deklariert. Die in der Region vorhandenen und leicht auffindbaren gelben Steine bilden das Grundgerüst der Häuser. Zudem sind die Zimmer so eingerichtet, dass die Zimmertüren in Richtung des großen Innenhofs blicken, wobei die Terrassen einen Blick auf das gegenüberliegende Gebäude zulassen. Gerade in Midyat, der Provinz Mardin angehörigen Stadt, sind derartige Gebäude häufig anzutreffen. Dabei sticht auch das Kloster Mor Gabriel (Deyrulumur) heraus, dass 397 vor Christus erbaut wurde. In Mardin befinden sich viele Klöster, Kirchen, Moscheen, Türme, Madrasa und Höhlen.
Die durch die Ortoqiden erbaute Ulu Moschee ist die älteste Moschee dieser Region. Zudem sollten Sie das Kloster Zafaran und die Maria Kirche besuchen.

Die über 1000 Jahre alte Stadt war die Heimat vieler Zivilisationen, was sich letztlich auch auf die Vielfalt der Küche auswirkte. Gefüllte Lammrippchen, Sembusak, sowie viele weitere Regionalgerichte sind neben den Süßspeisen, wie Halvah und Wallnuss-Desserts zu erwähnen und vorzufinden. 

Ein Freiburger aus Midyat: Edvard Çelebioğlu

Da wir gerade über Mardin sprechen, haben wir uns als BW Journal auf den Weg begeben, um den Freiburger Edvard Çelebioğlu- einen der besten Schneider der Stadt- in seinem Laden anzutreffen und um einiges über sein Geburts- und Wirkort Midyat zu erfahren. In einer interessanten Unterhaltung mit Herrn Edvard, der ursprünglich ein Assyrer ist, erfuhren wir, dass er nicht nur ein Liebhaber der einzigartigen Gebäude ist, sondern diese auch pflegt und eines der Gebäude sogar geerbt hat.

  1. Können Sie uns ein wenig von Ihrer Vergangenheit berichten?

1951 bin ich in Midyat geboren. Dort besuchte ich die Grundschule, Mittelschule, sowie die Oberstufe, welche ich auch beendet habe. Im Anschluss kam ich im August nach Deutschland. 

  1. Sie besitzen in Freiburg eine sehr geschätzte Schneiderei. Wir haben Sie mit diesem Beruf angefangen?

Den Beruf als Schneider erlernte ich neben meinem Vater, als ich noch zur Oberstufe ging. Hier habe ich dann den Meister bzgl. Hemden gemacht und meinen Abschluss erhalten. Eigentlich waren mein Vater und Opa vom Beruf her keine Schneider. Ein Verwandter aus Mossul kam gemeinsam mit seinen zwei Kindern zu uns. Warum Sie kamen und warum sie dort waren, weiß ich nicht. Er selbst und seine Kinder waren Ingenieure. Sie bauten an die schönen Orte Midyat´s schöne Häuser und auch Brücken. Diese Kirche, die sie auf dem Bild sehen hat eine Vergangenheit von 115 Jahren. Sie wurde vom Onkel meines Opas erbaut. 

  1. Dann ist Ihre Familie eines der alteingesessenen der Stadt..

Richtig. Unsere Familie hat eine 250-jährige Vergangenheit aufzuweisen. Ursprünglich sind wir aus Mossul.

  1. Midyat ist berühmt für seine architektonischen Steinhäuser in der Region. Sie besitzen ebenfalls eines dieser geschichtsträchtigen und pompösen Steinhäuser. Können Sie ein wenig davon erzählen?

Genau. Auf einer Fläche von 13 000m² befindet sich unser Haus. Das ist auch unser eigenes Haus, unser Vaterhaus. Sie erstreckt sich flächenmäßig in einer sehr schönen Gegend. Vor dem Haus befinden sich auch Gärten. Dort haben wir auch ein Gasthaus.  Ich möchte es dort ein wenig ändern. Mein Ziel ist es, hieraus ein Hotel zu errichten, weil die Infrastruktur es vor allem anbietet. In vielen dieser Steinhäuser wurden Serien/ Filme gedreht, auch in unserem Haus. 

  1. Besuchen Sie die Türkei häufig?

Aber natürlich. Mindestens einmal im Jahr. 

  1. Midyat ist mit seiner Geschichte, Architektur, Weinreben und Häusern eines unserer schönsten Regionen. Möchten Sie bezüglich Midyat noch etwas hinzufügen?

Neben Midyat befindet sich ein Dorf namens Mahzerte. Mahzerte steht im aramäischen übersetzt für „Ort, wo die Trauben ausgepresst werden“. Damals reisten Sie von hier bis nach Mossul. An jeder Ecke gab es Gärten voller Trauben. Heutzutage pflegt Sie niemand mehr. Daher sind diese nur noch Gebirgsflächen. Die Gegend ist bekannt als die Wiege der Zivilisation. Bei Ausgrabungen werden ständig archäologische Werke gefunden. Midyat ist wunderschön, mit einer sehr verwurzelten Geschichte und Gegend. Allerdings sind die Menschen der alten Generation seltener geworden.