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Panegyrik ist die wahrscheinlich vergessenste Kunst in der traditionellen türkischen Volksschaukünsten. Man kann diese als den Urvater der heutigen Komödie eines Einzelnen bzw. des Stand-Up Comedy’s betrachten.  Im Folgenden erzählen wir über die Künstler und der Kunst, die auf hunderten von Dorfplätzen und Palästen vorzufinden waren.

Was ist Panegyrik?

Kurz gefasst ist die Panegyrik die Kunst, Geschichten zu erzählen. Das Wort Meddah kommt aus dem Arabischen und bedeutet “der Lobende”. Während man eine Panegyrik-Geschichte erzählt, möchte man den Zuschauer mit Nachahmungen und Darstellungen entertainen und zum Nachdenken anregen. Hierbei werden unterschiedliche Legenden, über geschichtliche Ereignisse oder Personen und Fiktionen erzählt. Diese können auch über gegenwärtige gesellschaftliche oder politische Geschehnisse enthalten und kritisiert werden. Die Erzählungen können auch nur Lob oder eine Widerspiegelung der Gesellschaft enthalten. Jedoch ist jeder Auftritt ein Unikat, da die Auftritte nämlich meist improvisiert sind, aufgrund des Einbringens der sozioökonomische Situation, des Interessens, der Altersgruppe und des Alltags der Zuschauer. Aus diesem Grund kommen selten Panegyrik-Geschichten an die Oberfläche.

Wie macht man Panegyrik?

Bei Panegyrik gibt es so gut wie keine Dekorationen. Hierbei zählt überwiegend die Improvisation, die Nachahmung und das Talent des Erzählers. Der Panegyriker sitzt meist auf einem hohen Stuhl und hält in seiner Hand einen Stab, mal um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder um Toneffekte auszulösen. In der anderen Hand hält er ein Taschentuch, um seine Stimme zu verstellen. Die Panegyrik beginnt meist mit einem Kindervers und hört mit dem Satz auf: “Wie viele Sprachfehler ich hatte, vergibt Sie mir!”.

Die Entwicklung der Panegyrik

Die Panegyriker kommen meist aus der Bevölkerung heraus. Früher lernte man die Kunst durch die Meister-Schüler-Beziehung des Milieus. Heutzutage kann man das Handwerk an Theaterfakultäten oder Volkshochschulzentren erlernen. Diese Kunst entwickelte sich im 14. Jahrhundert auf den Höfen der Paläste und verbreitete sich später auch ins normale Fußvolk und wurde hier erst richtig populär. Durch die Wanderung von Stadt zu Stadt trugen sie auch die Neuigkeiten ihrer Zeit mit sich. Der bekannteste Panegyriker in der nahen türkischen Geschichte war İsmail Hakkı Dümbüllü (1897-1973).

Die Panegyrik als die individuellste und dem Volke am nähesten liegende Kunst wurde im Jahre 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

Quellen:

http://www.yenitiyatrodergisi.com/makale/dunden-bugune-gelenekselden-cagdasa-meddahlik-sanati

http://aregem.kulturturizm.gov.tr/TR-202285/meddahlik.html

Die Hauptstadt Schwedens, Stockholm, ist die beeindruckendste Stadt der skandinavischen Länder. Das Besondere der Stadt ist die U-Bahn, die die größte Kunstgalerie der Welt darstellt. Die ganze U-Bahn-Halle ist mit verschiedenen Kunststücken verziert.

 

Die Erstellung der Kunstwerke begann 1950. Die Halle ist von Anfang bis Ende mit beeindruckenden Werken versehen. Die U-Bahn-Wände sind voller Bilder, Gravuren, Skulpturen und Mosaike. Diese verbildlichen die politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen des Landes.

 

Das Projekt begann im 19. Jahrhundert und hatte das Ziel die Kunst dem einfachen Volk zu präsentieren. Dabei sollte sie nicht nur die Elite, sondern eine große Bandbreite der Bevölkerung erreicht werden.

 

2002 wurde das letzte Kunstwerk erstellt, sodass 90% der 100 Haltestellen mit Bildern, Reliefs und Skulpturen von mehr als 150 Künstlern verziert waren. An jeder Haltestelle wurden verschiedene Konzepte umgesetzt. An einigen Wänden sind Werke mit politischen Anspielungen vorhanden. An anderen Stellen ist es wiederum möglich Werke zu sehen, die die Auswirkungen der Globalen Erwärmung demonstrieren.  

 

Ein weiterer interessanter Aspekt bezüglich der Haltestellen ist, dass diese an Stellen gebaut wurden, an denen im Vorfeld Höhlen vorhanden waren. Somit wurden natürliche Höhlen zu Haltestellen umgebaut und präsentieren im Zusammenhang mit den Kunststücken ein beeindruckendes Bild.

 

Falls Sie über Stockholm reisen, verpassen Sie die 110 km lange Reise der Kunst nicht.

An diesen Haltestellen sind die Kunstwerke zu finden:

Hallonbergen, Nackrosen, Solna Centrum, Vastra Skogen, Huvudsta, Sundbybergs Centrum, Rissne, Kungstragarden, T-Centralen, Odenplan, Thorhildsplan, Blacekeberg, Bagarmossen, Skarpnack, Gardet, Alby, Mörby Centrum, Stadion, Södra, Universitet, Midsommarkransen, Axelsberg, Radhuset, Akalla, Tekniska Högskolan.

Melih Cevdet Anday, einer der großen Meister der türkischen Poesie und der letzte Vertreter der literarischen Störumung „Garip“ wird an seinem 16. Todesjahr gewürdigt.

 

1915: Am 13 März wurde er in Istanbul geboren.

 

1936: Er absolvierte das Ankara Gazi Gymnasium.

Sein Gedicht „Ukde“ (türkisch für Quelle großer Frustration bzw. bitteres Bedauern) wurde in der Zeitschrift Varlık (Existenz) veröffentlicht.

Nach seinem Schulabschluss beginnt er mit dem Studium an der Fakultät für Sprache, Geographie und Geschichte, bricht es jedoch ohne Abschluss ab.

 

1938: Er ging nach Belgien um Soziologie zu studieren, musste aber aufgrund des 2. Weltkrieges nach 2 Jahren wieder in seine Heimat zurückkehren.

Die Gedichte von dem Schriftsteller wurde in Zeitschriften wie Ses, Yaprak, Yeditepe, Papirüs, Yeni Ufuklar, Yeni Dergi, Soyut, Ataç, Dönem, Yön veröffentlicht.



1941: Gemeinsam mit Orhan Veli und Oktay Rifat hat er die „literarische Strömung Garip“ (seltsam oder fremdartig) hervorgebracht und veröffentlichte den Gedichtband „Garip“.

Obwohl Anday sich, stilistisch gesehen, mit Veli und Rifat auf derselben Wellenlänge bewegte, trennte er sich von seinen Freunden aufgrund einer Gemütsbewegung.

 

1942: Ab dem Jahre 1942 arbeitet er in der Presseabteilung der Nationalen Bildungsministerium in Ankara als Berater und in der öffentlichen Bibliothek als Bibliothekar und Dolmetscher.

 

Später zieht er nach Istanbul um.

 

1953-1954: In der Zeitung „Aksam“ war er für die Kunst und Literaturkolumne zuständig.

1958-1964: Er arbeitet als Journalist bei mehreren Zeitungen wie Tercüman, Büyük Gazete und Cumhuriyet.

 

1964-1969: Er ist in der Verwaltungsrat des Senders TRT

 

1979: Anday wurde dem UNESCO-Hauptquartier in Paris als Kulturreferent zugewiesen.

 

2002: Am 28. November starb er in Istanbul.

MELİH CEVDET ANDAY

 

Er behandelt in seinen Gedichten die sozialen Normen und die alten anatolischen Zivilisationen im Hinblick auf die mythologischen Elemente und die Geschichte.



SEINE WERKE

 

Gedichtbücher

 

Garip (Seltsam oder Fremdartig, 1941) gemeinsam mit Orhan Veli und Oktay Rifat

Rahatı Kaçan Ağaç (Der gestörte Baum, 1946)

Telgrafhane (Telegrammbüro, 1952)

Yanyana (Nebeneinander, 1956)

Kolları bağlı Odysseus (1962)

Göçebe Denizin Üstünde (Nomade auf dem Meer, 1970)

Teknenin Ölümü (Der Tod eines Bootes, 1975)

Sözcükler (Wörter, 1978)

Ölümsüzlük Ardında Gılgamış (Gilgamensch jenseits des Todes, 1981)

Tanıdık Dünya (Vertraute Welt, 1984)

Güneşte (In der Sonne, 1989)

Yağmurun Altında (Im Regen, 1995)

 

Romane

Aylaklar (Die Herumtreiber), Gizli Emir (Der geheime Befehl), İsa'nın Güncesi (Das Tagebuch von Christus), Meryem Gibi (Wie Maria), Birbirimizi Anlayamayız (Wir können uns nicht verstehen)

 

Neben Übersetzungen von Lyrik und Romanen schrieb er auch Theaterstücke wie İçerdekiler (Gefangene),  Mikado'nun Çöpleri (Müll von Mikado), Yarın Başka Koruda (Morgen in einem anderen Wäldchen), Dikkat Köpek var (Achtung, Hund), Ölüler Konuşmak İster (Tote wollen reden), Müffettişler (Die Inspektoren) und Ölümsüzler (Die Unsterblichen).

Die Seidenraupenzucht fing anfangs in China an. Später öffneten sich die Türe zum Handel über verschiedene Länder, sodass das Geheimnis der Seidenraupenzucht in China blieb. 522 nach Christus gelang die Seidenraupe nach Anatolien. Von Byzanz aus erreichte die Seidenraupe im 9. und 10. Jahrhundert das Mittelmeer, Italien und Griechenland.

 

Der Luxus aus Kokon

Die Seidenraupen ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Maulbeerbäume und legen ein Kokon um sich herum. Nachdem der Kokon sich auflöst, wird daraus die Seide gewonnen und für Teppiche oder Stoffe verwendet. Wenn in der Türkei über die Seidenraupe gesprochen wird, wird zunächst an die Stadt Bursa gedacht. Dennoch werden Seidenraupen auch in der Kreisstadt Kulp in Diyarbakir, in Bilecik, Adapazari, Eskisehir und Alanya gezüchtet.

 

Vom Osmanischen Reich bis zu unserer heutigen Zeit

Die Seidenweberei entwickelte sich im 16. Jahrhundert enorm weiter, sodass sie für das Osmanische Reich im Hinblick auf den Handel und die Produktion an wirtschaftliche Bedeutung gewann. Die im 16.-17. Jahrhundert hergestellten Stoffe aus Seide wurde bei den europäischen Aristokraten zu einer gefragten Ware. Jedoch konnte der Seidenhandel keine wirklichen Fortschritte machen, da er von den wirtschaftlichen und politischen Ereignissen und Kriegen beeinflusst wurde. Im Osmanischen Reich war die Seide eher ein Symbol der Eleganz und des Reichtums. Während 1845 in Bursa 40 Fabriken in Betrieb waren, stieg die Anzahl derer 1860 auf 85. Die Seidenproduktion musste 1856 einen schweren Rückschlag hinnehmen. Die sogenannte Fleckenkrankheit wurde in Frankreich an den Seidenraupen festgestellt. Sie verbreitete sich 1860 von Frankreich bis nach Bursa, sodass die Produktion eingestellt wurde. 1888 wurde vom Herrn Torkomyan die erste moderne Schule für die Seidenraupenzucht gegründet, um nationale und gesunde Kokons herzustellen.

 

Ein Beruf, der beginnt in Vergessenheit zu geraten

Dadurch, dass die Grundernährung der Seidenraupen durch den Rückgang der Maulbeerbäume beeinträchtigt wurde und die Kosten für Produktion nicht mehr zu tragen waren, nahm in Anatolien nach den 1950ern die Züchtung der Seidenraupen und die Produktion der Stoffe und Teppiche ab. Kleine Betriebe konnten mit synthetischen Stoffen und niedrigen Preisen nicht mithalten. Auf der anderen Seite fielen in den Jahren 2000-2001 die Preise der Seide, die aus China und Usbekistan kamen, auf 15-20 Dollar. Dadurch wurde die Produktion erneut gefördert. In der Türkei existieren weiterhin kleine Betriebe, die diesen Beruf fortführen. Weiterhin begann erneut in Kokonanlagen die Produktion von Rohseide.

 

Quellen:

https://www.kulturportali.gov.tr/turkiye/bursa/kulturatlasi/pekcilik

http://www.kozabirlik.com.tr/tarihce.html

KONDAKÇI, Z. (2000) Bursa Geleneksel El Sanatları Alan Araştırması. Bursa İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü Halk Kültürü Arşivi.

Mein Vater und mein Sohn, die Menschen meines Großvaters und Einsam und viele weitere Filme sind Werke des Regisseurs Çağan Irmak, der seiner Kollektion einen weiteren Film zuschreiben kann, nämlich “Bizi Hatırla” (Erinnere dich an uns). Der Film “Bizi Hatırla” kam am 22. November in die europäischen Kinos, einen Tag vor dem Kinostart in der Türkei. Der Film kann neben den deutschen Kinos auch in Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Österreich und Schweiz besucht werden.

Das durch den Drehbuchautor ins Leben gerufene Werk ist der Filmkategorie „Drama“ zuzuordnen. Erfolgreiche Schauspieler, wie Altan Erkekli, Tolga Tekin, Özge Özberk, Binnur Kaya und Sumru Yavrucuk sind vertreten. Über 120 Minuten werden die  Zuschauern mit Themen, wie “das Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf“, „Familienbeziehungen“ und „Gewissenskonflikte“ konfrontiert.

Filminhalt: Tolga Tekin spielt in der Rolle des Kaan die Hauptrolle im Stück. Kaan ist ein in Istanbul lebender Mann, der verschiedene Hürden und Schwierigkeiten überwinden konnte, um die Karriereleiter hinaufzusteigen und erfolgreich zu werden. Er ist ein verheirateter Familienvater mit zwei Kindern. Das Leben in der Großstadt Istanbul zwang ihn, seinen Vater Eşref, der in einer Kleinstadt nahe der Küste lebt, zu vernachlässigen. Nach den gesundheitlichen Beschwerden seines Vaters beschloss Kaan, seinen Vater mit nach Istanbul zu nehmen. Sein Vater Eşref ist ein sehr ruhiger Mensch und eine sehr liebe Person. Nach einiger Zeit empfindet Eşref seinen Aufenthalt im Haus des Sohnes als eine Art Last und möchte deswegen zu seiner eigenen Unterkunft zurückkehren. Kaan erwarten diesbezüglich schwierige Entscheidungen, da er sich um die Gesundheit seines Vaters sorgt und ihm bewusst ist, dass er ihn vernachlässigt. Im Film “Bizi Hatırla” werden neben diesem Dilemma die Differenzen zwischen dem Leben in einer Großstadt, sowie Kleinstadt aufgegriffen und Themen wie Vater-Sohn Beziehungen, sowie der Verfremdung innerhalb der eigenen Familie thematisiert.




ÇAĞAN IRMAK’IN AĞLATAN FİLMİ ÖNCE AVRUPA’DA VİZYONDA

Babam ve Oğlum, Dedemin İnsanları ve Issız Adam gibi birçok filmiyle ses getiren yönetmen Çağan Irmak’ın yeni filmi “Bizi Hatırla” 22 Kasım’da, Türkiye’den bir gün önce, Avrupa’da vizyona girdi. Film başta Almanya olmak üzere Belçika, Danimarka, İngiltere, Fransa, Hollanda, Avusturya ve İsviçre’de gösterime girdi.

Senaryosunu da Çağan Irmak’ın yazdığı filmin türü ise dram. “Bizi Hatırla” Altan Erkekli, Tolga Tekin, Özge Özberk, Binnur Kaya ve Sumru Yavrucuk gibi Türk sinemasının başarılı oyuncularını buluşturuyor. 120 dakika süren film izleyicileri aile ve iş hayatının dengesi, aile bağları ve vicdan gibi konularda düşündürüyor.

Filmin konusu ise şöyle: Tolga Tekin’in canlandırdığı Kaan, İstanbul’da yaşayan ve büyük zorluklarla başarılı bir kariyer yapmış, evli ve iki çocuklu bir adamdır. İstanbul’daki hayatı onu bir sahil kasabasında yaşayan babası Eşref’i ihmal etmeye zorlamıştır. Ancak babasının geçirdiği rahatsızlık sonucu onun yanına giden Kaan babasını da beraberinde İstanbul’a kendi evine getirir. Kaan’ın babası Eşref Bey son derece iyi kalpli, sakin bir adamdır. Gün geçtikçe kendini Kaan’ın evinde bir fazlalık olarak hissetmeye başlar ve evine geri dönmek ister. Babasının sağlığını ve onu ihmal ettiği için sızlayan vicdanını düşünen Kaan’ı zor kararlar beklemektedir. Bu ikilem çevresinde “Bizi Hatırla”, şehir ve kasaba hayatının zıtlıklarını, baba-oğul ilişkisini ve bireyin kendi ailesine yabancılaşmasını anlatıyor.

Yasar Güc, Kaval-Künstler aus Tokat, wurde 2010 von der UNESCO zum „Lebendigen menschlichen Schatz der Türkei“ gewählt. Güc ist im Kampf der Weitergabe seiner Kunst an die nächste Generation.

TOKAT - EKBER TÜRKOĞLU

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wählte 2010 den Kaval-Künstler Yasar Güc zum „Lebendigen menschlichen Schatz.“ Der aus Tokat stammende Künstler versucht seinen Beruf der nächsten Generation weiterzugeben.

Güc lebt in Tokat im Landkreis Niksar, im Wohnviertel 50. Yil in der Straße Kavalci in seinem dreistöckigen Haus und hat sein Atelier im Untergeschoss. Hier präsentiert er auch seine erhaltenen Preise und Dankauszeichnungen. Seinen Beruf erlernte er von seinem Vater.

Der Beruf als Kavalhersteller hat in seiner Familie eine 78-jährige Vergangenheit. „Diesen Beruf habe ich von meinem Vater erlernt. Nach der Grundschule arbeitete ich mit Hirtenflöten im Alter von 11 Jahren. Nun bin ich 50 Jahre alt und führe diesen Beruf seit 39 Jahren fort“, ergänzt Güc.

Zu Zeiten des osmanischen Reiches lebten bedeutende türkische Künstler, die diese Zeit mit ihren Meisterwerken zu prägen wussten und nur noch von einer geringen Anzahl an Personen bekannt sind. Wir möchten einige dieser Künstler erwähnen.

Osman Hamdi Bey (1842-1910)

Osman Hamdi Bey war nicht nur ein Künstler, sondern auch ein Archäologe und Museologe. Zudem hatte er viele weitere Titel, die er in seiner Person vereint hatte. In der türkischen Kunstmalerei zählt er zu den bekanntesten Zeichnern. Neben den Erfolgen, die er mit seinen Kunstwerken erzielte, beteiligte er sich auch an den archäologischen Arbeiten in Bagdad und sorgte dafür, dass dieses Kunstwissen innerhalb der Grenzen des osmanischen Reiches verbreitet wurde. 1887-1888 entdeckte er in den Ausgrabungen um die königlichen Sayda Gräber in Libanon den berühmten Alexandersarkophag. Hiermit zählt Osman Hamdi Bey also zu den ersten türkischen Archäologen.

Die wichtigsten Kunstwerke des Künstlers sind in Besitz der Suna und Inan Kıraç Stiftung. Im Istanbuler Pera-Museum können sie das Gemälde, das als „der Schildkrötenerzieher“ bezeichnet wird, erstaunen. Viele Kunst-Kritiker und Interpreten  beschäftigten sich mit diesem berühmten Gemälde. Dabei entstanden die differentesten Interpretationen zum Kunstwerk. Einige waren der Meinung, dass das Gemälde die zurückgebliebene Gesellschaft darstellen solle, in dem in Person von Osman Hamdi Bey eine erneute Gesittung und Erziehung stattfindet. Mit seiner unnachahmlichen Vorstellungskraft, die er auf die Bilder zu projizieren wusste, konnte er gemeinsam mit seinem Intellekt und seiner Bildung einen Namen für die Ewigkeit hinterlassen, dessen Werke heute noch erstaunt werden können.

İbrahim Çallı

Ein weiterer Meister seines Handwerks war İbrahim Çallı. Er war aus der 1914 Generation einer der bedeutendsten Figuren in Anbetracht der türkischen Zeichner. Einige beschreiben diese Zeit als die Ära von „Çallı“. Zu Zeiten des europäischen Impressionismus, dass sich auf den Bildern bemerkbar machte, verinnerlichte auch Çallı diese Stilrichtung. Allerdings stellt er keine Kopie dieser Stilrichtung dar, sondern interpretiert ausgehend vom Impressionismus seine eigene Ansicht.  In seinem berühmten Werk um Üsküdar vereinte Çallı alle Farben meisterhaft zu einem harmonischen Gebilde und zeigt uns damit einen Ausschnitt aus seinem Reich der grenzenlosen Fantasie.

Şeker Ahmet Paşa

Şeker Ahmet Paşa ist vielmehr durch seine Zeichnungen aus der Kunsttradition des Stillebens bekannt und ist damit einer unserer wichtigsten Vertreter aus dieser Stilrichtung.  Nach der Ausbildung in der Militärakademie wurde sein zeichnerisches Talent durch Sultan Abdülaziz erkannt. Hierauf schickte wurde Şeker Ahmet Paşa nach Paris geschickt, um dort seine künstlerische Weiterbildung fortzuführen. Seine weltberühmten Werke von Granatäpfeln und Quitte sind aus perspektivischer Sicht, sowie hinsichtlich der Farb- und Kontrastwiedergabe bahnbrechend. Zu Lebzeiten war er der einzige türkische Künstler, der sich in die Hallen des Louvre-Museums „zeichnete“. Die meisten seiner Werke sind entweder in Istanbul oder Ankara zu finden. Hierzu seien die Bild und Statuen Museum; Sakıp Sabancı Museum und weitere Privatkollektionen erwähnt.

Die türkische Lira ist die Währung der Türkei. Oft sind auf den Geldscheinen, die wir in unserer Geldbörse haben, Persönlichkeiten abgebildet. Aber, haben wir uns denn mal gefragt, welche bedeutsamen Gesichter auf unseren Geldscheinen überhaupt abgebildet sind? In diesem Artikel möchten wir auf die abgebildeten Gesichter, die sich auf der Rückseite der türkischen Lira befinden, widmen und Ihre historische Bedeutung aufleuchten.

Auf der Vorderseite jener Geldscheine befindet sich stets der Gründer der türkischen Republik, also Mustafa Kemal Atatürk. Die Rückseite hingegen wurde folgenden Persönlichkeiten gewidmet:

5 türkische Lira: ordentlicher Prof. Dr. Aydın Sayılı

Dr. Aydın Sayılı ist am 02. Mai 1913 in Istanbul geboren. Er etablierte in der Türkei die Wissenschaftsgeschichte als Disziplin und promovierte im Jahre 1942 an der Harvard Universität als einer der Vorreiter in diesem Bereich. Durch seine Arbeiten über Nicolaus Copernicus wurde er im Jahre 1973 durch die polnische Regierung mit der Copernicus Medaille geehrt. Am 15. Oktober 1993 starb Aydın Sayılı in Ankara. Neben seinem Portrait sind einige Symbole zu finden. Auf seiner linken Seite sind die DNA, atomare Symboliken, das Sonnensystem und Höhlenzeichnungen aus der Antike abgebildet.

10 türkische Lira: ordentlicher Prof. Dr. Cahit Arf

Dr. Cahit Arf kam 1910 in Saloniki zur Welt und hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik in der Türkei. Durch die nach ihm benannten Theoreme hat er einiges für die Mathematik geleistet und konnte sich im Bereich der Algebra weltweit einen Namen machen. Die Arf-Invariante, Arf-Ringe und Hassem-Arf-Theorie sind die Theoreme, die mit seinem Namen einen Platz in den Mathematikwissenschaften eingenommen haben. Zudem hatte er eine große Anteilnahme an der Gründung von TÜBITAK im Jahre 1963 und diente ihm lange Jahre als Vorsitzender. Cahit Arf starb am 26. Dezember 1997. Auf dem Geldschein der 10 türkischen Lira befindet sich neben seinem Bild ein Ausschnitt aus der Arf-Invariante, die zusätzlich mit arithmetischen und mathematischen Symbolen beschmückt wurde.

 

20 türkische Lira: Mimar (Architekt) Kemalettin

Ahmed Kemaleddin lautete sein richtiger Name (1870 Istanbul -1927 Ankara). Allerdings war er unter dem Namen Mimar (Architekt) Kemalettin bekannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte er der Zeit mit seinen Werken den Stempel auf und zählt dadurch zu den Vorreitern der ersten nationalen Architekturbewegung. Berühmte Werke von ihm sind zum einen das Çamlıca Mädchen-Gymnasium, wo auch die Filme der Reihe „Hababam Sınıfı“ gedreht wurden, sowie das Tayyare Apartment und die Ankara Palas. Neben seinem Portrait ist die zeichnerische Darstellung eines seiner weiteren Werke zu erkennen, das Rektorat der Gazi Universität. Um die Dreidimensionalität anzudeuten sind Formen wie Würfel, Kugel und Zylinder zu erkennen.

50 türkische Lira: Fatma Aliye Hanım

Fatma Aliye Topuz kam 1862 in Istanbul zur Welt. Sie ist die erste türkische Frau, die sich mit der literarischen Gattung Roman beschäftigte und damit bekannt geworden ist. Zudem ist Sie als Schriftstellerin als Erste zu benennen, die für die Philisophie Werke verfasste, als Erste einige Übersetzungen anfertigte und sich für die Frauenrechte, sowie der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau einsetzte und dabei wertvolle Arbeit leistete. Zur Zeit der Tanzimat-Reform war Sie eine der wichtigsten Schriftsteller der Literatur und hat unter anderem folgende Werke verfasst:
Refet (1898), Udi (1899-ins Französische übersetzt), Emin (1910), Hayal ve Hakikat’tır (1892 Traum ist Realität). Im Jahre 1936 starb sie in Istanbul. Neben ihrem Portrait befinden sich Behälter, ein Federstift, Papier, Bücher und Blumen als Motive.

 

100 türkische Lira: Buhurizade Mustafa Efendi (Itri)

Laut Quellenangaben lebte Mustafa Efendi zwischen 1640-1712. Er war auch unter dem Decknamen Itri bekannt. Er ist der Gründer der klassischen türkischen Musik und einer der bedeutendsten Komponisten. Neva Kâr gilt zu den wichtigsten Werken von Itri und gleichzeitig auch der klassischen türkischen Musik. Quellen aus seiner Zeit geben an, dass er dem Mevlevi-Orden angehörte. Nach der Rezitationsmanier des Mevlevi-Ordens ist seine Komposition der Segâh zuzuordnen. Dadurch wird einigen Berichten insgeheim ein gewisser Wahrheitswert zugesprochen. Neben seinem Portrait befinden sich Noten, Kudüm und Ut (türkische Instrumente) vorzufinden. Zudem ist durch die Zuordnung zum Mevlevi-Orden ein Derwisch abgebildet, der ein Ney-Instrument spielt.

200 türkische Lira: Yunus Emre

Er ist der Pionier der türkischen Dichterei ausgehend von Anatolien. Yunus Emre, Volksdichter und begeisterter des Tasavvuf (Sufismus), ist im Jahre 1238 in Eskişehir geboren. Neben seinem dichterischen Talent, konnte er als Philosoph und Gelehrter viele Werke nach seinem Tod im Jahre 1321 hinterlassen. Das Jahr 1991 wurde durch die UNESCO als Andenken zum 750. Todesjahr ihm zu Ehren gewidmet.  Der zahlenmäßig größte Geldschein enthält neben dem Portrait von Yunus Emre ein Grabdenkmal, Rosenmotive aus seinen Verszeilen, und Tauben, die den Frieden und die Brüderlichkeit symbolisieren sollen, vorzufinden. Mit diesem Motiv wird auf seine Verszeile: “Lasst uns lieben, und geliebt werden”, hingewiesen.

Mahmut Sür ist Meister für Nazar-Amulette und führt seine Arbeit mit Leidenschaft aus. Damit schaffte er es in der Türkei in die Liste für „Die Schatzkammer des lebenden Menschen“.

Die in der Provinz Izmir liegende Kreisstadt Kemalpaşa beherbergt einen kleinen Stadtteil mit dem Namen Nazarköy. Hier produziert Mahmut Sür seit 43 Jahren Nazar-Amulette aus Glas. Der in der Liste „Die Schatzkammer des lebenden Menschen“ vorkommende Meister ist mit voller Begeisterung an seinem Werk.

„Glas ist Leidenschaft“

Mahmut Sür erklärt dem AA-Korrespondenten, dass zur Zeit der Eröffnung seines Ateliers ein hohes Interesse hinsichtlich der Nazar-Amulette bestand.

Gegen alle Aussagen, wie „du kannst das nicht tun“, kreierte Mahmut Sür aus den vorher 2 farbigen Amuletten nun Nazar-Amulette mit einer Farbpalette von 12 Farben. Dabei verwendet er die Gefrier- Technik, die er zu seiner Zeit in einer Glas-Fabrik gelernt hatte.

Die erlernte Technik ermöglichte ihm, das Amulett als Schmuck in den Markt zu führen und erhielt bei den Dörfer übergreifenden Wettbewerben den ersten Platz.

Er erklärt, dass er das Glas liebt. Demnächst möchte der Meister in Anbetracht neuer Projekte auch neue Nazar-Amulett-Meister ausbilden. Mahmut Sür führt fort: „Trotz meines fortgeschrittenen Alters schlägt mein Herz weiterhin für die Nazar-Amulette. Im Projekt „Ein Meister bildet tausende Meister aus“ beabsichtige ich 20 Meister auszubilden. Nazar-Amulette haben eine kulturelle Historie von etwa  3000 Jahren. Ich versuche es hiermit am Leben zu halten. Die neue Generation ist leider abgeneigt gegenüber Tätigkeiten die anspruchsvoll sind und es zudem heiß hergeht. Als ich noch Lehrling war, nahmen jedes Jahr 10-15 Personen an dieser Arbeit teil. Heute lassen sich 1-2 Personen schon schwer finden. Die Türkei ist im Bereich der Handwerkskunst ein sehr reiches Land. Dieses Erbe und die Vielfalt muss am Leben erhalten werden.“

Neuerdings beklagt der Meister den Mangel an Rohstoffen für sein Handwerk. Er betont, dass die Firmen früher, die bei der Produktion kaputt gehenden Glas-Reste gegen Entgelt verkauften und Mahmut Sür diese kaufen konnte. Heute geht das wohl nicht mehr, da die Reste in den Recycling-Prozess geschleust werden.

Sür erklärt, dass er in der vergangenen Zeit aus den hergestellten Sortimenten zur Bewahrung zurückgelegt hat. Er möchte die Werke der zukünftigen Generation widmen und hofft darauf, dass die Amulette bei Zeiten in einem Museum einen Platz finden.

 

İZMİR - EŞBER AYAYDIN

Panegyrik ist die wahrscheinlich vergessenste Kunst in der traditionellen türkischen Volksschaukünsten. Man kann diese als den Urvater der heutigen Komödie eines Einzelnen bzw. des Stand-Up Comedy’s betrachten.  Im Folgenden erzählen wir über die Künstler und der Kunst, die auf hunderten von Dorfplätzen und Palästen vorzufinden waren.

Was ist Panegyrik?

Kurz gefasst ist die Panegyrik die Kunst, Geschichten zu erzählen. Das Wort Meddah kommt aus dem Arabischen und bedeutet “der Lobende”. Während man eine Panegyrik-Geschichte erzählt, möchte man den Zuschauer mit Nachahmungen und Darstellungen entertainen und zum Nachdenken anregen. Hierbei werden unterschiedliche Legenden, über geschichtliche Ereignisse oder Personen und Fiktionen erzählt. Diese können auch über gegenwärtige gesellschaftliche oder politische Geschehnisse enthalten und kritisiert werden. Die Erzählungen können auch nur Lob oder eine Widerspiegelung der Gesellschaft enthalten. Jedoch ist jeder Auftritt ein Unikat, da die Auftritte nämlich meist improvisiert sind, aufgrund des Einbringens der sozioökonomische Situation, des Interessens, der Altersgruppe und des Alltags der Zuschauer. Aus diesem Grund kommen selten Panegyrik-Geschichten an die Oberfläche.

Wie macht man Panegyrik?

Bei Panegyrik gibt es so gut wie keine Dekorationen. Hierbei zählt überwiegend die Improvisation, die Nachahmung und das Talent des Erzählers. Der Panegyriker sitzt meist auf einem hohen Stuhl und hält in seiner Hand einen Stab, mal um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder um Toneffekte auszulösen. In der anderen Hand hält er ein Taschentuch, um seine Stimme zu verstellen. Die Panegyrik beginnt meist mit einem Kindervers und hört mit dem Satz auf: “Wie viele Sprachfehler ich hatte, vergibt Sie mir!”.

Die Entwicklung der Panegyrik

Die Panegyriker kommen meist aus der Bevölkerung heraus. Früher lernte man die Kunst durch die Meister-Schüler-Beziehung des Milieus. Heutzutage kann man das Handwerk an Theaterfakultäten oder Volkshochschulzentren erlernen. Diese Kunst entwickelte sich im 14. Jahrhundert auf den Höfen der Paläste und verbreitete sich später auch ins normale Fußvolk und wurde hier erst richtig populär. Durch die Wanderung von Stadt zu Stadt trugen sie auch die Neuigkeiten ihrer Zeit mit sich. Der bekannteste Panegyriker in der nahen türkischen Geschichte war İsmail Hakkı Dümbüllü (1897-1973).

Die Panegyrik als die individuellste und dem Volke am nähesten liegende Kunst wurde im Jahre 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

Quellen:

http://www.yenitiyatrodergisi.com/makale/dunden-bugune-gelenekselden-cagdasa-meddahlik-sanati

http://aregem.kulturturizm.gov.tr/TR-202285/meddahlik.html

Die Hauptstadt Schwedens, Stockholm, ist die beeindruckendste Stadt der skandinavischen Länder. Das Besondere der Stadt ist die U-Bahn, die die größte Kunstgalerie der Welt darstellt. Die ganze U-Bahn-Halle ist mit verschiedenen Kunststücken verziert.

 

Die Erstellung der Kunstwerke begann 1950. Die Halle ist von Anfang bis Ende mit beeindruckenden Werken versehen. Die U-Bahn-Wände sind voller Bilder, Gravuren, Skulpturen und Mosaike. Diese verbildlichen die politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen des Landes.

 

Das Projekt begann im 19. Jahrhundert und hatte das Ziel die Kunst dem einfachen Volk zu präsentieren. Dabei sollte sie nicht nur die Elite, sondern eine große Bandbreite der Bevölkerung erreicht werden.

 

2002 wurde das letzte Kunstwerk erstellt, sodass 90% der 100 Haltestellen mit Bildern, Reliefs und Skulpturen von mehr als 150 Künstlern verziert waren. An jeder Haltestelle wurden verschiedene Konzepte umgesetzt. An einigen Wänden sind Werke mit politischen Anspielungen vorhanden. An anderen Stellen ist es wiederum möglich Werke zu sehen, die die Auswirkungen der Globalen Erwärmung demonstrieren.  

 

Ein weiterer interessanter Aspekt bezüglich der Haltestellen ist, dass diese an Stellen gebaut wurden, an denen im Vorfeld Höhlen vorhanden waren. Somit wurden natürliche Höhlen zu Haltestellen umgebaut und präsentieren im Zusammenhang mit den Kunststücken ein beeindruckendes Bild.

 

Falls Sie über Stockholm reisen, verpassen Sie die 110 km lange Reise der Kunst nicht.

An diesen Haltestellen sind die Kunstwerke zu finden:

Hallonbergen, Nackrosen, Solna Centrum, Vastra Skogen, Huvudsta, Sundbybergs Centrum, Rissne, Kungstragarden, T-Centralen, Odenplan, Thorhildsplan, Blacekeberg, Bagarmossen, Skarpnack, Gardet, Alby, Mörby Centrum, Stadion, Södra, Universitet, Midsommarkransen, Axelsberg, Radhuset, Akalla, Tekniska Högskolan.

Melih Cevdet Anday, einer der großen Meister der türkischen Poesie und der letzte Vertreter der literarischen Störumung „Garip“ wird an seinem 16. Todesjahr gewürdigt.

 

1915: Am 13 März wurde er in Istanbul geboren.

 

1936: Er absolvierte das Ankara Gazi Gymnasium.

Sein Gedicht „Ukde“ (türkisch für Quelle großer Frustration bzw. bitteres Bedauern) wurde in der Zeitschrift Varlık (Existenz) veröffentlicht.

Nach seinem Schulabschluss beginnt er mit dem Studium an der Fakultät für Sprache, Geographie und Geschichte, bricht es jedoch ohne Abschluss ab.

 

1938: Er ging nach Belgien um Soziologie zu studieren, musste aber aufgrund des 2. Weltkrieges nach 2 Jahren wieder in seine Heimat zurückkehren.

Die Gedichte von dem Schriftsteller wurde in Zeitschriften wie Ses, Yaprak, Yeditepe, Papirüs, Yeni Ufuklar, Yeni Dergi, Soyut, Ataç, Dönem, Yön veröffentlicht.



1941: Gemeinsam mit Orhan Veli und Oktay Rifat hat er die „literarische Strömung Garip“ (seltsam oder fremdartig) hervorgebracht und veröffentlichte den Gedichtband „Garip“.

Obwohl Anday sich, stilistisch gesehen, mit Veli und Rifat auf derselben Wellenlänge bewegte, trennte er sich von seinen Freunden aufgrund einer Gemütsbewegung.

 

1942: Ab dem Jahre 1942 arbeitet er in der Presseabteilung der Nationalen Bildungsministerium in Ankara als Berater und in der öffentlichen Bibliothek als Bibliothekar und Dolmetscher.

 

Später zieht er nach Istanbul um.

 

1953-1954: In der Zeitung „Aksam“ war er für die Kunst und Literaturkolumne zuständig.

1958-1964: Er arbeitet als Journalist bei mehreren Zeitungen wie Tercüman, Büyük Gazete und Cumhuriyet.

 

1964-1969: Er ist in der Verwaltungsrat des Senders TRT

 

1979: Anday wurde dem UNESCO-Hauptquartier in Paris als Kulturreferent zugewiesen.

 

2002: Am 28. November starb er in Istanbul.

MELİH CEVDET ANDAY

 

Er behandelt in seinen Gedichten die sozialen Normen und die alten anatolischen Zivilisationen im Hinblick auf die mythologischen Elemente und die Geschichte.



SEINE WERKE

 

Gedichtbücher

 

Garip (Seltsam oder Fremdartig, 1941) gemeinsam mit Orhan Veli und Oktay Rifat

Rahatı Kaçan Ağaç (Der gestörte Baum, 1946)

Telgrafhane (Telegrammbüro, 1952)

Yanyana (Nebeneinander, 1956)

Kolları bağlı Odysseus (1962)

Göçebe Denizin Üstünde (Nomade auf dem Meer, 1970)

Teknenin Ölümü (Der Tod eines Bootes, 1975)

Sözcükler (Wörter, 1978)

Ölümsüzlük Ardında Gılgamış (Gilgamensch jenseits des Todes, 1981)

Tanıdık Dünya (Vertraute Welt, 1984)

Güneşte (In der Sonne, 1989)

Yağmurun Altında (Im Regen, 1995)

 

Romane

Aylaklar (Die Herumtreiber), Gizli Emir (Der geheime Befehl), İsa'nın Güncesi (Das Tagebuch von Christus), Meryem Gibi (Wie Maria), Birbirimizi Anlayamayız (Wir können uns nicht verstehen)

 

Neben Übersetzungen von Lyrik und Romanen schrieb er auch Theaterstücke wie İçerdekiler (Gefangene),  Mikado'nun Çöpleri (Müll von Mikado), Yarın Başka Koruda (Morgen in einem anderen Wäldchen), Dikkat Köpek var (Achtung, Hund), Ölüler Konuşmak İster (Tote wollen reden), Müffettişler (Die Inspektoren) und Ölümsüzler (Die Unsterblichen).

Die Seidenraupenzucht fing anfangs in China an. Später öffneten sich die Türe zum Handel über verschiedene Länder, sodass das Geheimnis der Seidenraupenzucht in China blieb. 522 nach Christus gelang die Seidenraupe nach Anatolien. Von Byzanz aus erreichte die Seidenraupe im 9. und 10. Jahrhundert das Mittelmeer, Italien und Griechenland.

 

Der Luxus aus Kokon

Die Seidenraupen ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Maulbeerbäume und legen ein Kokon um sich herum. Nachdem der Kokon sich auflöst, wird daraus die Seide gewonnen und für Teppiche oder Stoffe verwendet. Wenn in der Türkei über die Seidenraupe gesprochen wird, wird zunächst an die Stadt Bursa gedacht. Dennoch werden Seidenraupen auch in der Kreisstadt Kulp in Diyarbakir, in Bilecik, Adapazari, Eskisehir und Alanya gezüchtet.

 

Vom Osmanischen Reich bis zu unserer heutigen Zeit

Die Seidenweberei entwickelte sich im 16. Jahrhundert enorm weiter, sodass sie für das Osmanische Reich im Hinblick auf den Handel und die Produktion an wirtschaftliche Bedeutung gewann. Die im 16.-17. Jahrhundert hergestellten Stoffe aus Seide wurde bei den europäischen Aristokraten zu einer gefragten Ware. Jedoch konnte der Seidenhandel keine wirklichen Fortschritte machen, da er von den wirtschaftlichen und politischen Ereignissen und Kriegen beeinflusst wurde. Im Osmanischen Reich war die Seide eher ein Symbol der Eleganz und des Reichtums. Während 1845 in Bursa 40 Fabriken in Betrieb waren, stieg die Anzahl derer 1860 auf 85. Die Seidenproduktion musste 1856 einen schweren Rückschlag hinnehmen. Die sogenannte Fleckenkrankheit wurde in Frankreich an den Seidenraupen festgestellt. Sie verbreitete sich 1860 von Frankreich bis nach Bursa, sodass die Produktion eingestellt wurde. 1888 wurde vom Herrn Torkomyan die erste moderne Schule für die Seidenraupenzucht gegründet, um nationale und gesunde Kokons herzustellen.

 

Ein Beruf, der beginnt in Vergessenheit zu geraten

Dadurch, dass die Grundernährung der Seidenraupen durch den Rückgang der Maulbeerbäume beeinträchtigt wurde und die Kosten für Produktion nicht mehr zu tragen waren, nahm in Anatolien nach den 1950ern die Züchtung der Seidenraupen und die Produktion der Stoffe und Teppiche ab. Kleine Betriebe konnten mit synthetischen Stoffen und niedrigen Preisen nicht mithalten. Auf der anderen Seite fielen in den Jahren 2000-2001 die Preise der Seide, die aus China und Usbekistan kamen, auf 15-20 Dollar. Dadurch wurde die Produktion erneut gefördert. In der Türkei existieren weiterhin kleine Betriebe, die diesen Beruf fortführen. Weiterhin begann erneut in Kokonanlagen die Produktion von Rohseide.

 

Quellen:

https://www.kulturportali.gov.tr/turkiye/bursa/kulturatlasi/pekcilik

http://www.kozabirlik.com.tr/tarihce.html

KONDAKÇI, Z. (2000) Bursa Geleneksel El Sanatları Alan Araştırması. Bursa İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü Halk Kültürü Arşivi.

Mein Vater und mein Sohn, die Menschen meines Großvaters und Einsam und viele weitere Filme sind Werke des Regisseurs Çağan Irmak, der seiner Kollektion einen weiteren Film zuschreiben kann, nämlich “Bizi Hatırla” (Erinnere dich an uns). Der Film “Bizi Hatırla” kam am 22. November in die europäischen Kinos, einen Tag vor dem Kinostart in der Türkei. Der Film kann neben den deutschen Kinos auch in Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Österreich und Schweiz besucht werden.

Das durch den Drehbuchautor ins Leben gerufene Werk ist der Filmkategorie „Drama“ zuzuordnen. Erfolgreiche Schauspieler, wie Altan Erkekli, Tolga Tekin, Özge Özberk, Binnur Kaya und Sumru Yavrucuk sind vertreten. Über 120 Minuten werden die  Zuschauern mit Themen, wie “das Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf“, „Familienbeziehungen“ und „Gewissenskonflikte“ konfrontiert.

Filminhalt: Tolga Tekin spielt in der Rolle des Kaan die Hauptrolle im Stück. Kaan ist ein in Istanbul lebender Mann, der verschiedene Hürden und Schwierigkeiten überwinden konnte, um die Karriereleiter hinaufzusteigen und erfolgreich zu werden. Er ist ein verheirateter Familienvater mit zwei Kindern. Das Leben in der Großstadt Istanbul zwang ihn, seinen Vater Eşref, der in einer Kleinstadt nahe der Küste lebt, zu vernachlässigen. Nach den gesundheitlichen Beschwerden seines Vaters beschloss Kaan, seinen Vater mit nach Istanbul zu nehmen. Sein Vater Eşref ist ein sehr ruhiger Mensch und eine sehr liebe Person. Nach einiger Zeit empfindet Eşref seinen Aufenthalt im Haus des Sohnes als eine Art Last und möchte deswegen zu seiner eigenen Unterkunft zurückkehren. Kaan erwarten diesbezüglich schwierige Entscheidungen, da er sich um die Gesundheit seines Vaters sorgt und ihm bewusst ist, dass er ihn vernachlässigt. Im Film “Bizi Hatırla” werden neben diesem Dilemma die Differenzen zwischen dem Leben in einer Großstadt, sowie Kleinstadt aufgegriffen und Themen wie Vater-Sohn Beziehungen, sowie der Verfremdung innerhalb der eigenen Familie thematisiert.




ÇAĞAN IRMAK’IN AĞLATAN FİLMİ ÖNCE AVRUPA’DA VİZYONDA

Babam ve Oğlum, Dedemin İnsanları ve Issız Adam gibi birçok filmiyle ses getiren yönetmen Çağan Irmak’ın yeni filmi “Bizi Hatırla” 22 Kasım’da, Türkiye’den bir gün önce, Avrupa’da vizyona girdi. Film başta Almanya olmak üzere Belçika, Danimarka, İngiltere, Fransa, Hollanda, Avusturya ve İsviçre’de gösterime girdi.

Senaryosunu da Çağan Irmak’ın yazdığı filmin türü ise dram. “Bizi Hatırla” Altan Erkekli, Tolga Tekin, Özge Özberk, Binnur Kaya ve Sumru Yavrucuk gibi Türk sinemasının başarılı oyuncularını buluşturuyor. 120 dakika süren film izleyicileri aile ve iş hayatının dengesi, aile bağları ve vicdan gibi konularda düşündürüyor.

Filmin konusu ise şöyle: Tolga Tekin’in canlandırdığı Kaan, İstanbul’da yaşayan ve büyük zorluklarla başarılı bir kariyer yapmış, evli ve iki çocuklu bir adamdır. İstanbul’daki hayatı onu bir sahil kasabasında yaşayan babası Eşref’i ihmal etmeye zorlamıştır. Ancak babasının geçirdiği rahatsızlık sonucu onun yanına giden Kaan babasını da beraberinde İstanbul’a kendi evine getirir. Kaan’ın babası Eşref Bey son derece iyi kalpli, sakin bir adamdır. Gün geçtikçe kendini Kaan’ın evinde bir fazlalık olarak hissetmeye başlar ve evine geri dönmek ister. Babasının sağlığını ve onu ihmal ettiği için sızlayan vicdanını düşünen Kaan’ı zor kararlar beklemektedir. Bu ikilem çevresinde “Bizi Hatırla”, şehir ve kasaba hayatının zıtlıklarını, baba-oğul ilişkisini ve bireyin kendi ailesine yabancılaşmasını anlatıyor.

Yasar Güc, Kaval-Künstler aus Tokat, wurde 2010 von der UNESCO zum „Lebendigen menschlichen Schatz der Türkei“ gewählt. Güc ist im Kampf der Weitergabe seiner Kunst an die nächste Generation.

TOKAT - EKBER TÜRKOĞLU

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wählte 2010 den Kaval-Künstler Yasar Güc zum „Lebendigen menschlichen Schatz.“ Der aus Tokat stammende Künstler versucht seinen Beruf der nächsten Generation weiterzugeben.

Güc lebt in Tokat im Landkreis Niksar, im Wohnviertel 50. Yil in der Straße Kavalci in seinem dreistöckigen Haus und hat sein Atelier im Untergeschoss. Hier präsentiert er auch seine erhaltenen Preise und Dankauszeichnungen. Seinen Beruf erlernte er von seinem Vater.

Der Beruf als Kavalhersteller hat in seiner Familie eine 78-jährige Vergangenheit. „Diesen Beruf habe ich von meinem Vater erlernt. Nach der Grundschule arbeitete ich mit Hirtenflöten im Alter von 11 Jahren. Nun bin ich 50 Jahre alt und führe diesen Beruf seit 39 Jahren fort“, ergänzt Güc.

Zu Zeiten des osmanischen Reiches lebten bedeutende türkische Künstler, die diese Zeit mit ihren Meisterwerken zu prägen wussten und nur noch von einer geringen Anzahl an Personen bekannt sind. Wir möchten einige dieser Künstler erwähnen.

Osman Hamdi Bey (1842-1910)

Osman Hamdi Bey war nicht nur ein Künstler, sondern auch ein Archäologe und Museologe. Zudem hatte er viele weitere Titel, die er in seiner Person vereint hatte. In der türkischen Kunstmalerei zählt er zu den bekanntesten Zeichnern. Neben den Erfolgen, die er mit seinen Kunstwerken erzielte, beteiligte er sich auch an den archäologischen Arbeiten in Bagdad und sorgte dafür, dass dieses Kunstwissen innerhalb der Grenzen des osmanischen Reiches verbreitet wurde. 1887-1888 entdeckte er in den Ausgrabungen um die königlichen Sayda Gräber in Libanon den berühmten Alexandersarkophag. Hiermit zählt Osman Hamdi Bey also zu den ersten türkischen Archäologen.

Die wichtigsten Kunstwerke des Künstlers sind in Besitz der Suna und Inan Kıraç Stiftung. Im Istanbuler Pera-Museum können sie das Gemälde, das als „der Schildkrötenerzieher“ bezeichnet wird, erstaunen. Viele Kunst-Kritiker und Interpreten  beschäftigten sich mit diesem berühmten Gemälde. Dabei entstanden die differentesten Interpretationen zum Kunstwerk. Einige waren der Meinung, dass das Gemälde die zurückgebliebene Gesellschaft darstellen solle, in dem in Person von Osman Hamdi Bey eine erneute Gesittung und Erziehung stattfindet. Mit seiner unnachahmlichen Vorstellungskraft, die er auf die Bilder zu projizieren wusste, konnte er gemeinsam mit seinem Intellekt und seiner Bildung einen Namen für die Ewigkeit hinterlassen, dessen Werke heute noch erstaunt werden können.

İbrahim Çallı

Ein weiterer Meister seines Handwerks war İbrahim Çallı. Er war aus der 1914 Generation einer der bedeutendsten Figuren in Anbetracht der türkischen Zeichner. Einige beschreiben diese Zeit als die Ära von „Çallı“. Zu Zeiten des europäischen Impressionismus, dass sich auf den Bildern bemerkbar machte, verinnerlichte auch Çallı diese Stilrichtung. Allerdings stellt er keine Kopie dieser Stilrichtung dar, sondern interpretiert ausgehend vom Impressionismus seine eigene Ansicht.  In seinem berühmten Werk um Üsküdar vereinte Çallı alle Farben meisterhaft zu einem harmonischen Gebilde und zeigt uns damit einen Ausschnitt aus seinem Reich der grenzenlosen Fantasie.

Şeker Ahmet Paşa

Şeker Ahmet Paşa ist vielmehr durch seine Zeichnungen aus der Kunsttradition des Stillebens bekannt und ist damit einer unserer wichtigsten Vertreter aus dieser Stilrichtung.  Nach der Ausbildung in der Militärakademie wurde sein zeichnerisches Talent durch Sultan Abdülaziz erkannt. Hierauf schickte wurde Şeker Ahmet Paşa nach Paris geschickt, um dort seine künstlerische Weiterbildung fortzuführen. Seine weltberühmten Werke von Granatäpfeln und Quitte sind aus perspektivischer Sicht, sowie hinsichtlich der Farb- und Kontrastwiedergabe bahnbrechend. Zu Lebzeiten war er der einzige türkische Künstler, der sich in die Hallen des Louvre-Museums „zeichnete“. Die meisten seiner Werke sind entweder in Istanbul oder Ankara zu finden. Hierzu seien die Bild und Statuen Museum; Sakıp Sabancı Museum und weitere Privatkollektionen erwähnt.

Die türkische Lira ist die Währung der Türkei. Oft sind auf den Geldscheinen, die wir in unserer Geldbörse haben, Persönlichkeiten abgebildet. Aber, haben wir uns denn mal gefragt, welche bedeutsamen Gesichter auf unseren Geldscheinen überhaupt abgebildet sind? In diesem Artikel möchten wir auf die abgebildeten Gesichter, die sich auf der Rückseite der türkischen Lira befinden, widmen und Ihre historische Bedeutung aufleuchten.

Auf der Vorderseite jener Geldscheine befindet sich stets der Gründer der türkischen Republik, also Mustafa Kemal Atatürk. Die Rückseite hingegen wurde folgenden Persönlichkeiten gewidmet:

5 türkische Lira: ordentlicher Prof. Dr. Aydın Sayılı

Dr. Aydın Sayılı ist am 02. Mai 1913 in Istanbul geboren. Er etablierte in der Türkei die Wissenschaftsgeschichte als Disziplin und promovierte im Jahre 1942 an der Harvard Universität als einer der Vorreiter in diesem Bereich. Durch seine Arbeiten über Nicolaus Copernicus wurde er im Jahre 1973 durch die polnische Regierung mit der Copernicus Medaille geehrt. Am 15. Oktober 1993 starb Aydın Sayılı in Ankara. Neben seinem Portrait sind einige Symbole zu finden. Auf seiner linken Seite sind die DNA, atomare Symboliken, das Sonnensystem und Höhlenzeichnungen aus der Antike abgebildet.

10 türkische Lira: ordentlicher Prof. Dr. Cahit Arf

Dr. Cahit Arf kam 1910 in Saloniki zur Welt und hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik in der Türkei. Durch die nach ihm benannten Theoreme hat er einiges für die Mathematik geleistet und konnte sich im Bereich der Algebra weltweit einen Namen machen. Die Arf-Invariante, Arf-Ringe und Hassem-Arf-Theorie sind die Theoreme, die mit seinem Namen einen Platz in den Mathematikwissenschaften eingenommen haben. Zudem hatte er eine große Anteilnahme an der Gründung von TÜBITAK im Jahre 1963 und diente ihm lange Jahre als Vorsitzender. Cahit Arf starb am 26. Dezember 1997. Auf dem Geldschein der 10 türkischen Lira befindet sich neben seinem Bild ein Ausschnitt aus der Arf-Invariante, die zusätzlich mit arithmetischen und mathematischen Symbolen beschmückt wurde.

 

20 türkische Lira: Mimar (Architekt) Kemalettin

Ahmed Kemaleddin lautete sein richtiger Name (1870 Istanbul -1927 Ankara). Allerdings war er unter dem Namen Mimar (Architekt) Kemalettin bekannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte er der Zeit mit seinen Werken den Stempel auf und zählt dadurch zu den Vorreitern der ersten nationalen Architekturbewegung. Berühmte Werke von ihm sind zum einen das Çamlıca Mädchen-Gymnasium, wo auch die Filme der Reihe „Hababam Sınıfı“ gedreht wurden, sowie das Tayyare Apartment und die Ankara Palas. Neben seinem Portrait ist die zeichnerische Darstellung eines seiner weiteren Werke zu erkennen, das Rektorat der Gazi Universität. Um die Dreidimensionalität anzudeuten sind Formen wie Würfel, Kugel und Zylinder zu erkennen.

50 türkische Lira: Fatma Aliye Hanım

Fatma Aliye Topuz kam 1862 in Istanbul zur Welt. Sie ist die erste türkische Frau, die sich mit der literarischen Gattung Roman beschäftigte und damit bekannt geworden ist. Zudem ist Sie als Schriftstellerin als Erste zu benennen, die für die Philisophie Werke verfasste, als Erste einige Übersetzungen anfertigte und sich für die Frauenrechte, sowie der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau einsetzte und dabei wertvolle Arbeit leistete. Zur Zeit der Tanzimat-Reform war Sie eine der wichtigsten Schriftsteller der Literatur und hat unter anderem folgende Werke verfasst:
Refet (1898), Udi (1899-ins Französische übersetzt), Emin (1910), Hayal ve Hakikat’tır (1892 Traum ist Realität). Im Jahre 1936 starb sie in Istanbul. Neben ihrem Portrait befinden sich Behälter, ein Federstift, Papier, Bücher und Blumen als Motive.

 

100 türkische Lira: Buhurizade Mustafa Efendi (Itri)

Laut Quellenangaben lebte Mustafa Efendi zwischen 1640-1712. Er war auch unter dem Decknamen Itri bekannt. Er ist der Gründer der klassischen türkischen Musik und einer der bedeutendsten Komponisten. Neva Kâr gilt zu den wichtigsten Werken von Itri und gleichzeitig auch der klassischen türkischen Musik. Quellen aus seiner Zeit geben an, dass er dem Mevlevi-Orden angehörte. Nach der Rezitationsmanier des Mevlevi-Ordens ist seine Komposition der Segâh zuzuordnen. Dadurch wird einigen Berichten insgeheim ein gewisser Wahrheitswert zugesprochen. Neben seinem Portrait befinden sich Noten, Kudüm und Ut (türkische Instrumente) vorzufinden. Zudem ist durch die Zuordnung zum Mevlevi-Orden ein Derwisch abgebildet, der ein Ney-Instrument spielt.

200 türkische Lira: Yunus Emre

Er ist der Pionier der türkischen Dichterei ausgehend von Anatolien. Yunus Emre, Volksdichter und begeisterter des Tasavvuf (Sufismus), ist im Jahre 1238 in Eskişehir geboren. Neben seinem dichterischen Talent, konnte er als Philosoph und Gelehrter viele Werke nach seinem Tod im Jahre 1321 hinterlassen. Das Jahr 1991 wurde durch die UNESCO als Andenken zum 750. Todesjahr ihm zu Ehren gewidmet.  Der zahlenmäßig größte Geldschein enthält neben dem Portrait von Yunus Emre ein Grabdenkmal, Rosenmotive aus seinen Verszeilen, und Tauben, die den Frieden und die Brüderlichkeit symbolisieren sollen, vorzufinden. Mit diesem Motiv wird auf seine Verszeile: “Lasst uns lieben, und geliebt werden”, hingewiesen.

Mahmut Sür ist Meister für Nazar-Amulette und führt seine Arbeit mit Leidenschaft aus. Damit schaffte er es in der Türkei in die Liste für „Die Schatzkammer des lebenden Menschen“.

Die in der Provinz Izmir liegende Kreisstadt Kemalpaşa beherbergt einen kleinen Stadtteil mit dem Namen Nazarköy. Hier produziert Mahmut Sür seit 43 Jahren Nazar-Amulette aus Glas. Der in der Liste „Die Schatzkammer des lebenden Menschen“ vorkommende Meister ist mit voller Begeisterung an seinem Werk.

„Glas ist Leidenschaft“

Mahmut Sür erklärt dem AA-Korrespondenten, dass zur Zeit der Eröffnung seines Ateliers ein hohes Interesse hinsichtlich der Nazar-Amulette bestand.

Gegen alle Aussagen, wie „du kannst das nicht tun“, kreierte Mahmut Sür aus den vorher 2 farbigen Amuletten nun Nazar-Amulette mit einer Farbpalette von 12 Farben. Dabei verwendet er die Gefrier- Technik, die er zu seiner Zeit in einer Glas-Fabrik gelernt hatte.

Die erlernte Technik ermöglichte ihm, das Amulett als Schmuck in den Markt zu führen und erhielt bei den Dörfer übergreifenden Wettbewerben den ersten Platz.

Er erklärt, dass er das Glas liebt. Demnächst möchte der Meister in Anbetracht neuer Projekte auch neue Nazar-Amulett-Meister ausbilden. Mahmut Sür führt fort: „Trotz meines fortgeschrittenen Alters schlägt mein Herz weiterhin für die Nazar-Amulette. Im Projekt „Ein Meister bildet tausende Meister aus“ beabsichtige ich 20 Meister auszubilden. Nazar-Amulette haben eine kulturelle Historie von etwa  3000 Jahren. Ich versuche es hiermit am Leben zu halten. Die neue Generation ist leider abgeneigt gegenüber Tätigkeiten die anspruchsvoll sind und es zudem heiß hergeht. Als ich noch Lehrling war, nahmen jedes Jahr 10-15 Personen an dieser Arbeit teil. Heute lassen sich 1-2 Personen schon schwer finden. Die Türkei ist im Bereich der Handwerkskunst ein sehr reiches Land. Dieses Erbe und die Vielfalt muss am Leben erhalten werden.“

Neuerdings beklagt der Meister den Mangel an Rohstoffen für sein Handwerk. Er betont, dass die Firmen früher, die bei der Produktion kaputt gehenden Glas-Reste gegen Entgelt verkauften und Mahmut Sür diese kaufen konnte. Heute geht das wohl nicht mehr, da die Reste in den Recycling-Prozess geschleust werden.

Sür erklärt, dass er in der vergangenen Zeit aus den hergestellten Sortimenten zur Bewahrung zurückgelegt hat. Er möchte die Werke der zukünftigen Generation widmen und hofft darauf, dass die Amulette bei Zeiten in einem Museum einen Platz finden.

 

İZMİR - EŞBER AYAYDIN