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Der Élysée Vertrag - 56. Jahre politische und kulturelle Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterschrieb der damals im Amt agierende Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen mit seinem Pendant aus Frankreich- Charles de Gaulle- den Élysée Vertrag. Dieses Dokument besiegelte einen Neubeginn für beide Länder, die durch die Weltkriege ohnehin viel aufzuarbeiten hatten. Die Vergangenheit sollte damit endgültig abgeschlossen werden. Der Vertrag war von nun an der Wegbereiter für eine partnerschaftliche Zukunft, die heute noch Bestand hat.

In den folgenden Jahren wurde Paris gemeinsam mit Berlin zu den größten Einflussfaktoren in der europäischen Politik. Beide Länder waren maßgeblich an der Gestaltung und Erhaltung der europäischen Union beteiligt. Der Élysée Vertrag  basiert lediglich auf wenige Paragraphen, die eine enorme Bedeutung tragen. Neben dem politischen Statement, den dieses Schriftstück darstellt, symbolisiert es die zukünftige Freundschaft beider Länder. In diesem Zusammenhang würden sich in Zukunft Funktionäre beider Länder regelmäßig treffen und über mögliche politische Entscheidungen austauschen und im Einvernehmen des Partnerlandes beschließen.

Im Dienste der Zusammenarbeit wurde 1993 das „Deutsch-Französische Jugendwerk“ gegründet. Die Absicht dabei war, die Beziehung zu intensivieren, welche den kulturellen Teil des Vertrages darstellt. In diesem Jahr wird der Vertrag 56 Jahre alt, an den sich jährlich erinnert wird. Dazu gehörte auch das in der Vergangenheit durchgeführte Deutsch-französische Kulturfestival. Im facettenreichen Festival konnten neben speziellen Briefmarken auch Metallmünzen, sowie weitere Elemente, die an beide Länder erinnern, besichtigt werden. Zudem wehte in Berlin neben der deutschen Flagge auch die französische Flagge.

Quellen: https://p.dw.com/p/17Jfu

https://www.bbc.com/turkce/haberler/2013/01/130122_france_germany.shtml

Bayezid II. war dafür bekannt, dass er Kriege vermied und Istanbul nicht verließ, um die Hauptmacht zu schützen. Außerdem hatte er, wie viele Herrscher vor seiner Zeit, ein großes Interesse an der Dichtung. Unter dem Dichternamen „Adli“, der Gerechte, schrieb er türkische und persische Gedichte. Außerdem hatte er eine Begabung für die Kalligrafie. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den ältesten Sohn des Fatih Sultan Mehmeds, Bayezid II., gesammelt. Wir berichten über sein Leben und die Lage des Osmanischen Reiches während seiner Regierung.

Der Prinz Bayezid in seiner Jugend

Der Prinz Bayezid wurde 1448 in Dimotika geboren. Mit 7 Jahren wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt. Dieser Bezirk war seit den Seldschuken ein wichtiger Mittelpunkt der Wissenschaft und Kultur. Viele Prinzen wurden für die Ausbildung hergeschickt. Bayezid II. lernte im Rahmen seiner Ausbildung arabisch, persisch, den tschagataischen Dialekt und das uigurische Alphabet. Zudem studierte er neben den Islamwissenschaften Mathematik und Philosophie.

Der Aufstieg auf den Thron und die Zeit der unruhigen Herrschaft

Nach dem frühen Tod des Fatih Sultan Mehmeds im Jahre 1481 bestieg er mit Unterstützung der Janitscharen und Staatsmänner den Thron. Der Thron war für sein Alter ein großes Erbe. Sein Bruder Cem Sultan jedoch behauptete ebenfalls einen Anspruch auf den Thron seines Vaters zu haben und sprach in Bursa seine Herrschaft aus. Dies hatte zu Folge, dass Unruhen im Osmanischen Reich entstanden. Nachdem Cem Sultan den Kampf gegen die Truppen des Bayezid II. verlor, suchte er Zuflucht im Mamluk-Sultanat und floh nach Ägypten. Anschließend wurde er von den Rittern aus Rhodos gefangen gehalten, woraufhin er nach Frankreich gesandt wurde. Cem Sultan wurde gegenüber Bayezid II. als einen Trumpf angesehen. Nachdem Cem Sultan 1495 aufgrund einer Vergiftung starb, brauchte Bayezid II. keine Zugeständnisse mehr zu machen. Auch wenn diese Lage zunächst als ein Streit innerhalb des Osmanischen Reichs begann, beeinflusste sie die Außenwelt. Schlussendlich geriet Bayezid II. in einen Krieg mit dem Mamluk-Sultanat, den Venezianern und dem ungarischen Volk.

Der Rücktritt vom Thron und die Hinterlassenschaft

Auch wenn Bayezid II. Kriege scheute, verbrachte er sein Leben voller Auseinandersetzungen. Nachdem er 30 Jahre seinen Thron verteidigte, musste er vom Thron zurücktreten. Hierbei übten die Janitscharen, die ihn anfangs unterstützten, Druck auf ihn aus. Somit verließ er 1512 seinen Thron. Als er auf dem Weg zu seinem Geburtsort Dimotika Istanbul verließ, starb er 1512 in der Nähe von Corlu. Die Todesursache war nicht bekannt. Den Vermutungen zufolge wäre er vergiftet worden. Seine Leiche wurde in Istanbul in einer Moschee, die auf dem, nach ihm benannten, Beyazit-Platz steht, begraben. In den darauffolgenden Jahren wurde dort ein Grabmal aufgestellt.   

Bayezid II. ließ das erste große Werk in der Geschichte der Osmanen schreiben. Er ließ die berühmte Herberge Koza Han in Bursa und viele weitere Werke errichten. Zudem beachtete er die Epoche der Renaissance in Europa und korrespondierte mit Leonardo Da Vinci. Da Vinci berichtete ihm, dass er bereit wäre über dem Goldenen Horn und der Meerenge eine Brücke zu bauen. Diese Vorstellungen wurden jedoch nicht umgesetzt.

Quellen: Turan, Şerafettin, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 5, 1992

https://www.yazilibilgi.com/2015/02/ii-bayezid-hayat-ksaca-biyografisi.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Bayezid I., genannt Yildirim, „der Blitz”, wurde im 1360 in Edirne geboren. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern im Palast in Bursa und genoss eine gute Erziehung. In seiner Jugendzeit war er im Regierungsbezirk Kütahya als Provinzgouverneur tätig. Aufgrund des Testaments vom Sultan Murad I. bekam er 1389 das Amt des Herrschers. Zu der Zeit war er 29 Jahre alt. Durch seinen Mut und seine schnelle Reaktionsfähigkeit während Schlachten bekam er den Spitznamen „der Blitz“.

In seinen ersten Herrschaftsjahren war der Sultan Bayezid damit beschäftigt die Fürstentümer Aydin, Saruhan, Germiyan, Mentese und Hamid in Anspruch zu nehmen, woraufhin er sich dem Balkangebiet zuwandte. Es fiel ihm nicht schwer die bereits lokal in Konflikte verwickelte Regierungen im Balkangebiet unter seine Herrschaft zu bringen.  

Bei der Schlacht bei Nikopolis besiegte er die Kreuzfahrer. Dieser Erfolg führte nicht nur dazu, dass Sultan Bayezid seine Macht festigte, sondern auch zum Steigen seines Ansehens auf islamischen Böden. Nach dieser Zeit begann eine große Auswanderung von Gebieten wie Iran und Irak in das Anatolien.

Die Belagerung Istanbuls und administrative Erneuerungen

Das größte angestrebte Ziel des Sultan Bayezid war zweifellos die Eroberung Istanbuls. Aus diesem Grund errichtete er die Festung Anadolu Hisar auf der Seite des Bosporus. Obwohl er bereits drei Mal Istanbul umzingelte, reichte seine Kraft nicht aus die Stadt zu erobern. Dabei wurde er sowohl von Gefahren aus dem Westen als auch aus dem Osten aufgehalten. Ferner besaß er auch die notwendige Technik und Berater nicht. Somit konnte er sein angestrebtes Ziel nicht verwirklichen.    

Auf der anderen Seite wurden wichtige bürokratische Erneuerungen in der Organisation und die Ausweitung des Hauptvermögens zu dieser Zeit verrichtet. Die ältesten Quellen zur Bevölkerung in den eroberten Gebieten und Feststellung von Grundstücken und unbeweglichen Gütern beruhen auf diese Zeit. Viele Eigentümer von Stiftungen sind auf stattliche Macht übergegangen. Es sind zudem Quellen vorhanden, die berichten, dass Bayezid diejenigen Richter hart bestrafte, die ihr Amt missbrauchten.

Der Blitz Bayezid hat auf osmanischen Böden verteilt Moscheen, Gebetsräume, Krankenhäuser, Medresen, Wohltätigkeitseinrichtungen und Gasthöfe errichtet. Außerdem wurden für all diese Einrichtungen Stiftungen gegründet. Die Große Moschee von Bursa ist eines der wichtigsten Werke Bayezids. Es ist ebenso bekannt, dass Bayezid Gedichte sehr mochte und auch selbst ein Dichter war. In seinen Gedichten benutzte er den Künstlernamen „der Blitz“.

Die Schlacht bei Ankara und der Tod des Bayezid

Der mächtige Herrscher Timur (1335-1405), der in Zentralasien und im Iran eine scharfe Herrschaft ausübte, vernichtete die Dynastien Cagatay, Haremsah und Ilhan, bevor er sich den anatolischen Gebieten widmete. Er sah sich selbst als die natürliche Krampfader dieser Dynastien. Als er 1400 den anatolischen Boden betrat, eroberte er die Hauptstadt des Kadi Burhan al-Din-Reiches, Sivas. Als die Turkmenen diese Eroberung wahrgenommen haben, begaben sie sich auf die Seite des Timurs.  

Nach diesen Ereignissen war die Begegnung des Sultans Bayezid und Timurs unumgänglich. Diese zwei großen Herrscher waren gezwungen aufeinanderzutreffen, da beide das Ziel der Herrschaft über die türkische Welt hatten. Am 27. August 1402 trafen die Armeen auf der Ebene von Çubuk, nördlich von Ankara, zusammen. Die geographische Lage des Heeres von Timur war günstiger und das Heer größer als das der Osmanen. Obwohl das osmanische Heer anfangs in Führung geriet, hat es die Schlacht verloren. Ein wichtiger Grund dafür war auch die Tatsache, dass turkmenische und serbische Kräfte das Heer Timurs stärkten. Das osmanische Heer fiel und Bayezid geriet zusammen mit seinen zwei Söhnen in Gefangenschaft. Nach 13 Herrschaftsjahren starb der Blitz Bayezid nach 7 Monaten und 12 Tagen Gefangenschaft im Alter von 44 Jahren.  

 

Quellen:

İnalcık, Halil. (2008), Osmanlı İmparatorluğu Klasik Çağ (1300–1600. S: 21-22. YKY, İstanbul.

İnalcık, Halil. (2000), Osmanlı’da Devlet, Hukuk, Adalet, S:31. Eren, İstanbul.

Shaw, Standford. (1982), Osmanlı İmparatorluğu ve Modern Türkiye, s: 54–62. e yay. İstanbul

http://www.ybu.edu.tr/custom_page-328-yildirim-beyazit-kimdir?.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Der Sultan Murad I. kam 1326 in Bursa auf die Welt. Seine Mutter, Nilüfer Hatun, war die Tochter eines byzantinischen Statthalters. Seine erste Ausbildung bekam Murad I. bei seiner Mutter, woraufhin er später in Medresen in Bursa mit Wissenschaftlern und Künstlern zusammenarbeitete. Er war bekannt als ein netter, höflicher und liebevoller Mann. Insbesondere half er armen und alleinstehenden Menschen und schätzte und respektierte Künstler. Nach dem Tod seines Vaters konnte er 1359 als dritter Sultan des Osmanischen Reiches den Thron besteigen.

Auch wenn sein Fokus auf die Eroberung des Balkans gerichtet war, war er in diplomatischen und militärischen Beziehungen verwickelt, um seine Herrschaft im Anatolien zu schützen und zu festigen.

 

Die Ereignisse und Kriege im Balkangebiet

Murad I., später Murad Hüdavendigar genannt, eroberte 1363 Edirne, nachdem er das byzantinische Heer und die Bulgaren bei der Schlacht Adrianopels niederschlug. Daraufhin eroberte er die Städte Komotini und Plowdiw und machte sich mit seinem Heer auf den Weg nach Istanbul, wobei er bereits Catalca erreichte. Mit der Eroberung der Städte Komotini und Plowdiw endete die Beziehung des byzantinischen Reiches mit dem Balkan.  

Diese Eroberungen beunruhigten die jeweilige Völker, sodass diese ihre Städte zurückerobern und die Türken aus Rumelien vertreiben wollten. Infolgedessen bildete sich ein Heer der Kreuzritter bestehend aus ungarischen, bulgarischen, serbischen, rumänischen und bosnischen Truppen und ging auf Edirne los. Jedoch konnte die Truppe nach dem Überqueren des Flusses Mariza von osmanischen Soldaten besiegt werden. Dieses Ereignis im Jahre 1364 ist als die Schlacht von Sirpsindigi bekannt. Somit hatte das Bündnis der ersten Kreuzritter-Truppe keinen Erfolg. Nach dieser Schlacht wurde Edirne zur Hauptstadt erhoben und die ungarische Macht im Balkan gebrochen. Auch die Bulgaren haben die Macht des Osmanischen Reiches anerkannt und wurden zu Steuerabgaben verpflichtet. Die Ernennung Edirnes zur Hauptstadt war zudem ein Zeichen des Osmanischen Reiches für weitere Eroberungen im Balkan und im Westen.

Die fortschreitende Entwicklung im Balkan und der gefallene Murad I.

In der Schlacht an der Mariza 1371 unterlag das serbische Heer dem osmanischen. Dieser Sieg eröffnete dem Osmanischen Heer den Weg nach Makedonien. Die Serben akzeptierten ebenfalls die Souveränität der Osmanen und wurden zu Steuerabgaben und Bereitstellung von Soldaten verpflichtet.  

Nach einiger Zeit, im Jahre 1389, verbündeten sich die Balkanstaaten gegen das Osmanische Reich. Daraufhin nahm Murad I. die Hilfe der anatolischen Fürstentümer der Karamaniden, der Aydinoglu und der Saruchaniden in Anspruch und betritt die Balkangebiete. Es begann die Schlacht auf dem Amselfeld, auf der das osmanische Heer zum ersten Mal Kanonen einsetzte und letztendlich seinen Sieg verkündete. Am Ende der Schlacht wurden die Balkan-Territorien, die bis zur Donau reichten, von den Osmanen besetzt. Der Sultan Murad I. fiel nach der Schlacht. Er wurde von einem serbischen Edelmann, Miloš Obilić, Schwiegersohn des serbischen Fürsten Lazar, erdolchen. Murad I. schaffte es während seiner 30-jährigen Herrschaft sowohl sein Staatsterritorium zu verfünffachen, die Janitscharen, die Elitetruppe der Armee, zu gründen als auch durch seine tolerante Politik das Vertrauen und den Respekt des in den eroberten Gebieten lebenden Volkes zu gewinnen.  

 

Quelle: http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

http://www.beycan.net/1171/1-murat-donemi-1362-1389.html

Wir fahren mit der Geschichte des Osmanischen Reiches, welches als ein kleines Fürstentum in Anatolien begann, chronologisch fort. Orhan I. setzte seine Eroberungen im Marmaragebiet fort und nahm zusätzlich das Land des Fürstentums der Karesi ein. Diese Einnahme war auf dem Weg zur politischen Einheit ein erster entscheidender Schritt. Im Westen jedoch gab es weiterhin Uneinigkeiten mit dem Byzantinischen Reich.

 

Die Rolle des Orhan I. im byzantinischen Bürgerkrieg

Das Byzantinische Reich befand sich in einer unruhigen Lage. Der byzantinische Kaiser Johannes VI. strebte die absolute Herrschaft an und verheiratete seine Tochter Theodora 1346 mit Orhan I. Der Hintergedanke des Vaters bei der Eheschließung war eine Gegenleistung in Form einer militärischen Unterstützung. Nach einer einjährigen Kooperation besetzte Johannes VI. zusammen mit seinen 1000 Soldaten den Palast in Istanbul und wurde zum Bündnispartner des jungen Herrschers.

Zeitgleich ging das Osmanische Heer auf die europäische Seite Istanbuls über und nahm wichtige Burge ein. Orhan I. sah die Republik Genua, die eine starke Seemacht besaß, als einen guten Bündnispartner. Dadurch sollte seine Macht am Bosporus standhalten. Diese Situation bereitete dem Byzantinischem Reich große Sorgen.

 

Die Entwicklungen im Anatolien

Als weitsichtiger Herrscher verfolgte Orhan I. zudem die Geschehnisse in Zentralanatolien. Letztlich profitierte er von den Unruhen dieser Gebiete und besetzte Ankara und Sivrihisar. Diese Einnahme kann als Beginn eines großen Kampfes zwischen den Osmanen und Karamaniden gelten.

 

Pilgerfahrt

Die Staatsreligion von Byzanz war das orthodoxe Christentum. Dennoch hatte der Herrscher die Absicht einen katholischen Papst einzusetzen. Aufgrund dessen forderte er aus Venedig, Zypern und Rhodos fünfzehn Schiffe, 500 Ritter und 1000 Soldaten. Zeitgleich wurde der Sohn des Orhan Halil gefangen genommen. Dieser Umstand wurde ausgenutzt, um einen Vertrag zwischen das Byzantinische und Osmanische Reich abzuschließen. Anforderungen des Vertrages waren unter anderem das Einstellen der geplanten Angriffe der Osmanen gegen Thrakien, um die Freilassung des Sohnes zu gewährleisten. Zudem musste Orhan I. die ganzen Kosten der nach Foca gesandten Schiffe übernehmen und die gesamten Schulden des Herrschers löschen. In der Tat mussten die Ausbreitungen der Osmanen bis zur Freilassung Halils eingestellt werden.

 

Die Bürokratie und Organisation unter der Leitung des Orhan I.

Grundbesitzscheine und Stiftungsurkunden aus der Zeit des Orhan I. sind ein Zeichen dafür, dass die Bürokratie bereits weiterentwickelt war. Orhan I. hat in Iznik eine Schule zur Ausbildung islamischer Geistlicher und Richter, genannt Medrese, gegründet, um die Ersten zu Richtern ausbilden zu lassen.

 

Der Tod des Orhan I.

In Bursa starb Orhan I. im fortgeschrittenen Alter 1362 an den Folgen der Pest. Es war bekannt, dass er unter einer Lebererkrankung litt und von einem byzantinischen Arzt betreut wurde. Sein Grabmal befindet sich in Bursa, neben dem des Vaters. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Murad I. zu seinem Nachfolger.

 

Quelle

www.beyaztarih.com

İnalcık, Halil, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 33, 2007.

In unserer Märzauflage haben wir über die Gründung des Osmanisches Reiches im Jahre 1299  berichtet. In dieser Auflage schauen wir uns die Geschehnisse in ihrer chronologischen Folge an.

Nachdem Osman I. seine Unabhängigkeit erklärte, konzentrierte er sich auf diverse Eroberungen. Durch die Eroberungen von Yundhisar und Yenisehir verlagerte er sein Machtzentrum von Karacahisar auf Yenisehir, woraufhin er gegen Provinzgouverneure des byzantinisches Reiches kämpfte, die weitere Expansionen verhindern wollten. Osman I. besiegte byzantinische Fürsten aus Bursa, Orhaneli, Kestel und Kite und eine weitere, von den byzantinischen Mächten unterstützte, Armee im Jahre 1302 in Bapheus. Die Schlacht von Bapheus galt als die erste Schlacht zwischen den Osmanen und den byzantinischen Streitmächten. Nach seinem Erfolg wandte sich Osman I. den Eroberungen von byzantinischen Böden, unter anderem Bursa, Iznik und Izmit.    

Osman I. eroberte 1308 Karahisar. Nachdem er 1315 seine Macht in Bursa erweiterte, übergab er seine Staatsangelgehenheiten wegen seines schlechten Gesundheitszustands seinem Sohn Orhan I. Dieser fuhr die Machterweiterungen fort und eroberte schließlich 1326 Bursa. Daraufhin ernannte er Bursa zur Hauptstadt des Osmanisches Reiches. Nach dem Tod des Vaters Osman I. im selben Jahr, gelang Orhan I. an die Führungsposition. In seinen ersten Führungsjahren eroberte die Armee des Osmanischen Reiches einen großen Teil der Halbinsel Kocaeli und erreichte nördlich somit mit ihrer Expansion den Bosporus und das Ufer des Schwarzen Meeres. Auf der anderen Seite hat die Armee Iznik belagert. Daraufhin gelang der byzantinische Kaiser Andronikos III. nach Anatolien, um die verlorenen Böden wiederzuerlangen. Im Folge dessen pausierte Orhan I. die Belagerung von Iznik und empfing das byzantinische Heer in Palekanon. Hier begann 1329 die Schlacht von Palekanon und endete mit dem Sieg des Osmanisches Reiches. Nach dieser Schlacht verringerte sich der Einfluss der byzantinischen Armee in Anatolien. Anschließend fuhr Osman I. mit der Belagerung Izniks fort. Nach einiger Zeit verlor das Volk in Iznik die Hoffnung auf externe Hilfe und übergab die Stadt 1331 den Osmanen. Mit der Eroberung von Gemlik im Jahre 1333 und Izmit 1337 beendete Osman I. das Dasein des byzantinisches Heeres in Anatolien. Im gleichen Jahr der Eroberung Izmits begann in Europa zwischen England und Frankreich der Hundertjährige Krieg, der bis 1453 andauerte.

Nachdem die Gebiete um Bursa und weitere anliegende Städte erobert wurden, näherte sich das Osmanische Reich dem Karesi-Fürstentum, welches seine Macht in Balikesir und Canakkale ausübte. Dieses Fürstentum hatte seine Ausbreitung in der Ägäis und in der Küste des Marmaragebietes. Nach dem Tod des Heerführers begannen Thronstreitigkeiten, weshalb es innerhalb des Fürstentums zu Unruhen kam. Aus dieser Situation profitierend eroberte Orhan I. 1345 die Gebiete des Karesi-Fürstentums. Außerdem nahm er die Karesi Flotte und deren Kommandanten ein. Somit wurde der Weg der Osmanen über die Dardanellen bis nach Rumelien erleichtert. Mit der Hinzunahme der Karesi-Gebiete legte das Osmanische Reich einen wichtigen Meilenstein für den türkisch politischen Bund in Anatolien.  

Die Gründung des osmanischen Reiches: Der Weg von einem bescheidenen Fürstentum zu einem Imperium

 

In den letzten Jahren des Reiches der Rum-Seldschuken wurden anatolische Gebiete von Fürstentümern, Volksstämmen und unabhängigen turkmenischen Nomaden besiedelt. Jedoch gab es zu dieser Zeit noch keine zentrale Herrschaft. Auch die Gründer des osmanischen Reiches, die Mitglieder der Kayi Stämme der Oghusen, wanderten, wie viele andere türkischen Stämme, von Mittelasien nach Anatolien aus. Das Volk der Kayi Stämme wurde vom Sultan der Rum-Seldschuken Ala ad-Din Kai Kobad I. in den, nahe Ankara gelegenen, Karacadag verlegt. Im 13. Jahrhundert erlangte der Anführer der Kayi Stämme, Ertugrul Gazi, große Erfolge gegen das byzantinische Reich, woraufhin der Sultan der Rum-Seldschuken ihm und seinem Volk die Gebiete Sögüt und Domanic schenkte. Auf diesen Böden sollte das Osmanische Reich gegründet werden. Nachdem Ertugrul Gazi im Landkreis Sögüt lange Jahre kriegslos und im Wohlstand lebte, starb er 1281 im Alter von 90 Jahren.

Nach dem Tod Ertugruls erbte sein Sohn Osman I. die Herrschaft des Vaters. Osman I. hatte ein friedliches Verhältnis mit seinen Nachbarn, den Provinzgouverneuren des byzantinischen Reiches, und legte großen Wert auf ein friedliches Miteinander. Er hatte eine große Leidenschaft für die Jägerei und war durch seine langen Jagdreisen bekannt. Diese Reisen hatten zur Folge, dass Osman I. bekannter und beliebter wurde. Laut dem Historiker Asikzade wurde Osman I. von allen stets respektvoll empfangen. Außerdem erlangte er durch seine Erfolge in den nacheinander folgenden Kriegen und die Vergabe von Geschenken an seine Soldaten zusätzlichen Ruhm. Die unabhängigen türkischen Stämme schickten Osman I. Botschafter, um unter seine Obhut kommen zu können. Dadurch vergrößerten sich seine Macht und sein Einfluss in der Umgebung. Der Sultan der Rum-Seldschuken unterstützte seine Erfolge weiterhin und schickte ihm im Jahre 1289 Pferde, Waffen und als Symbol eines Herrschers eine Fahne und einen Ferman. Der Herrscher Osman I. war nun offiziell der Anführer des Fürstentums Osman und gab sich den Beinahmen „Khan“. Die von nun an eroberten Gebiete sollten dem Fürstentum Osman gehören.  

Osman I. Gazi verkündete im Jahre 1299, nachdem er in der Moschee in Karacahisar und in vielen weiteren Moscheen für sich selbst eine Predigt halten ließ, seine völlige Unabhängigkeit vom Reich der Rum-Seldschuken. Somit hat er das Imperium des Osmanischen Reiches offiziell gegründet, welches weitere 600 Jahre bestehen und ein starkes und einflussreiches Imperium darstellen wird.

In unseren vorherigen Auflagen haben wir bereits über die Rum-Seldschuken berichtet. In unserer heutigen Auflage berichten wir über ihr Regieren über zwei Jahrhunderte, ihr Einfluss auf die Architektur und Kultur, ihre Zeit der Auflösung und des Unterganges und ihre Gegner während der Kreuzzüge.  

Die Kreuzzüge

Im 11. Jahrundert war die wirtschaftliche Lage Europas schwierig, obwohl zu dieser Zeit die Muslimen aufgrund ihres Handels mit Seide und Gewürzen sehr reich waren. Außerdem stand der Ort der Monotheisten, Jerusalem, unter der muslimischen Macht. Der Oberhaupt der Christen, der Papst, wollte Jerusalem zurückerobern. Aus diesem Grund vergrößerte sich das Byzantinische Reich, unterstützt von verschiedenen europäischen Ländern und gründete mehrere Armeen. Insgesamt wurden acht Kreuzzüge organisiert.   

  1. Kreuzzug: Er fand im Jahre 1096 statt. Die Hauptstadt des türkischen Reiches der Seldschuken, Iznik, wurde umzingelt. Gegen eine Armee von 600 Tausend Menschen versuchte der seldschukische Sultan Kilidsch Arslan I. durch überraschende Kämpfe entgegenzuwirken und gab dabei viele Opfer.  Am Ende wurde Jerusalem eingenommen.
  2. Kreuzzug: Er wurde im Jahre 1147 mit Hilfe des deutschen Imperators und des französischen Königs veranstaltet. Jedoch vernichtete der seldschukische Sultan Masud diesen Kreuzzug.

Auch die weiteren sechs Kreuzzüge haben in der türkischen und europäischen Geschichte, sowohl in religiöser, als auch politischer und wirtschaftlicher Hinsicht eine Bedeutung erlangt.

Die Auflösung und der Untergang der Rum-Seldschuken

Die Herrschaft des Reiches der Rum-Seldschuken war weit verbreitet. Jedoch führten die mit der Zeit auftretende Disharomonie und wirtschaftliche Probleme zum Aufstand der Turkmenen durch den Aufruf des Baba Ishak. Dieser Aufstand wurde erst mit viel Mühe niedergelegt. Dieses Ereignis zeigte, dass die Rum-Seldschuken ihre alte Kraft verloren. Diese Schwäche wurde von den Mongolen wahrgenommen. So dringten die Mongolen ins Anatolien und besiegten die Rum-Seldschuken 1243 in der Schlacht von Kösedag, östlich von Sivas. Dadurch fing die Herrschaft der Mongolen in Anatolien an, wohingegen der Untergang des türkisch-seldschukischen Reiches voranschreitete. Städte wie Sivas, Kayseri und weitere wichtige Orte wurden von den Mongolen geplündert. Der Untergang des seldschukischen Reiches war anschließend im Jahre 1308.  

Das Reich der Großseldschuken, welches in Asien verbreitet war, wurde nach dem Tod des Herrschers Malik-Schah I. geschwächt. Es war nicht mehr in der Lage innere und äußere Konflikte zu bewältigen. Daraufhin haben sich viele Fürstentümer und Kleinreiche von den Großseldschuken abgelöst und verselbstständigt. Sie sind in die Geschichte als die Fürstentümer in Anatolien eingegangen.

 

Die neuen Regierungen

Die Irak-Seldschuken (1092 – 1194) haben über einen kleinen Zeitraum im Irak, in Aserbaidschan und im Nordiran regiert. Dadurch, dass sich einige Volksstämme zusammentaten und an Bedeutungen gewannen, verloren sie an Macht. Im Jahre 1194 ging das Reich der Irak-Seldschuken auf ein Königreich in Chroesmien, die sogenannte Herrschaft des Choresm-Schahs, über.

Das Reich der Kirman-Seldschuken (1092 – 1187) wurde in der Nähe vom persischen Golf, in der Stadt Kirman gegründet. Auch wenn es einige Zeit mit Stolz regieren könnte, wurde das Reich im Jahre 1187 von Oguz Basbugu Dinar zerstört.

Das Reich der Seldschuken in Syrien (1092 – 1117) entstand durch die Unabhängigkeit des Provinzgouverneurs Tutus. Auch wenn das Reich seine Grenzen bis zum südosten Anatoliens ausbreitete, kämpfte es gegen diverse Armeen und wurde durch die Machtzunahme der Hauptfürstentümer geschwächt. 1117 wurde das Reich in verschiedene Fürstentümer aufgelöst.  

Das Sultanat der Rum-Seldschuken (1075 – 1308) wurde durch den ersten Herrscher des Reiches, Suleiman, ein Sohn des Seldschukenprinzen Qutalmisch, im Jahre 1075 durch eine Unabhängigkeit in Iznik gegründet. In den darauffolgenden Jahren vergrößerte er sein Machtgebiet und ernannte Konya zur Hauptstadt. 1308 wurde das Reich von den Ilchanen zerstört.

Neben diesen Reichen und Fürstentümern sind haben sich folgende ergeben: die Söhne des Ildeniz in Aserbaidschan, die Zengiden aus Mossul und Aleppo, die Borille aus Damaskus, Salgurlu im Iran, die Söhne des Tekin in Erbil.

Der Élysée Vertrag - 56. Jahre politische und kulturelle Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterschrieb der damals im Amt agierende Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen mit seinem Pendant aus Frankreich- Charles de Gaulle- den Élysée Vertrag. Dieses Dokument besiegelte einen Neubeginn für beide Länder, die durch die Weltkriege ohnehin viel aufzuarbeiten hatten. Die Vergangenheit sollte damit endgültig abgeschlossen werden. Der Vertrag war von nun an der Wegbereiter für eine partnerschaftliche Zukunft, die heute noch Bestand hat.

In den folgenden Jahren wurde Paris gemeinsam mit Berlin zu den größten Einflussfaktoren in der europäischen Politik. Beide Länder waren maßgeblich an der Gestaltung und Erhaltung der europäischen Union beteiligt. Der Élysée Vertrag  basiert lediglich auf wenige Paragraphen, die eine enorme Bedeutung tragen. Neben dem politischen Statement, den dieses Schriftstück darstellt, symbolisiert es die zukünftige Freundschaft beider Länder. In diesem Zusammenhang würden sich in Zukunft Funktionäre beider Länder regelmäßig treffen und über mögliche politische Entscheidungen austauschen und im Einvernehmen des Partnerlandes beschließen.

Im Dienste der Zusammenarbeit wurde 1993 das „Deutsch-Französische Jugendwerk“ gegründet. Die Absicht dabei war, die Beziehung zu intensivieren, welche den kulturellen Teil des Vertrages darstellt. In diesem Jahr wird der Vertrag 56 Jahre alt, an den sich jährlich erinnert wird. Dazu gehörte auch das in der Vergangenheit durchgeführte Deutsch-französische Kulturfestival. Im facettenreichen Festival konnten neben speziellen Briefmarken auch Metallmünzen, sowie weitere Elemente, die an beide Länder erinnern, besichtigt werden. Zudem wehte in Berlin neben der deutschen Flagge auch die französische Flagge.

Quellen: https://p.dw.com/p/17Jfu

https://www.bbc.com/turkce/haberler/2013/01/130122_france_germany.shtml

Bayezid II. war dafür bekannt, dass er Kriege vermied und Istanbul nicht verließ, um die Hauptmacht zu schützen. Außerdem hatte er, wie viele Herrscher vor seiner Zeit, ein großes Interesse an der Dichtung. Unter dem Dichternamen „Adli“, der Gerechte, schrieb er türkische und persische Gedichte. Außerdem hatte er eine Begabung für die Kalligrafie. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den ältesten Sohn des Fatih Sultan Mehmeds, Bayezid II., gesammelt. Wir berichten über sein Leben und die Lage des Osmanischen Reiches während seiner Regierung.

Der Prinz Bayezid in seiner Jugend

Der Prinz Bayezid wurde 1448 in Dimotika geboren. Mit 7 Jahren wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt. Dieser Bezirk war seit den Seldschuken ein wichtiger Mittelpunkt der Wissenschaft und Kultur. Viele Prinzen wurden für die Ausbildung hergeschickt. Bayezid II. lernte im Rahmen seiner Ausbildung arabisch, persisch, den tschagataischen Dialekt und das uigurische Alphabet. Zudem studierte er neben den Islamwissenschaften Mathematik und Philosophie.

Der Aufstieg auf den Thron und die Zeit der unruhigen Herrschaft

Nach dem frühen Tod des Fatih Sultan Mehmeds im Jahre 1481 bestieg er mit Unterstützung der Janitscharen und Staatsmänner den Thron. Der Thron war für sein Alter ein großes Erbe. Sein Bruder Cem Sultan jedoch behauptete ebenfalls einen Anspruch auf den Thron seines Vaters zu haben und sprach in Bursa seine Herrschaft aus. Dies hatte zu Folge, dass Unruhen im Osmanischen Reich entstanden. Nachdem Cem Sultan den Kampf gegen die Truppen des Bayezid II. verlor, suchte er Zuflucht im Mamluk-Sultanat und floh nach Ägypten. Anschließend wurde er von den Rittern aus Rhodos gefangen gehalten, woraufhin er nach Frankreich gesandt wurde. Cem Sultan wurde gegenüber Bayezid II. als einen Trumpf angesehen. Nachdem Cem Sultan 1495 aufgrund einer Vergiftung starb, brauchte Bayezid II. keine Zugeständnisse mehr zu machen. Auch wenn diese Lage zunächst als ein Streit innerhalb des Osmanischen Reichs begann, beeinflusste sie die Außenwelt. Schlussendlich geriet Bayezid II. in einen Krieg mit dem Mamluk-Sultanat, den Venezianern und dem ungarischen Volk.

Der Rücktritt vom Thron und die Hinterlassenschaft

Auch wenn Bayezid II. Kriege scheute, verbrachte er sein Leben voller Auseinandersetzungen. Nachdem er 30 Jahre seinen Thron verteidigte, musste er vom Thron zurücktreten. Hierbei übten die Janitscharen, die ihn anfangs unterstützten, Druck auf ihn aus. Somit verließ er 1512 seinen Thron. Als er auf dem Weg zu seinem Geburtsort Dimotika Istanbul verließ, starb er 1512 in der Nähe von Corlu. Die Todesursache war nicht bekannt. Den Vermutungen zufolge wäre er vergiftet worden. Seine Leiche wurde in Istanbul in einer Moschee, die auf dem, nach ihm benannten, Beyazit-Platz steht, begraben. In den darauffolgenden Jahren wurde dort ein Grabmal aufgestellt.   

Bayezid II. ließ das erste große Werk in der Geschichte der Osmanen schreiben. Er ließ die berühmte Herberge Koza Han in Bursa und viele weitere Werke errichten. Zudem beachtete er die Epoche der Renaissance in Europa und korrespondierte mit Leonardo Da Vinci. Da Vinci berichtete ihm, dass er bereit wäre über dem Goldenen Horn und der Meerenge eine Brücke zu bauen. Diese Vorstellungen wurden jedoch nicht umgesetzt.

Quellen: Turan, Şerafettin, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 5, 1992

https://www.yazilibilgi.com/2015/02/ii-bayezid-hayat-ksaca-biyografisi.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Bayezid I., genannt Yildirim, „der Blitz”, wurde im 1360 in Edirne geboren. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern im Palast in Bursa und genoss eine gute Erziehung. In seiner Jugendzeit war er im Regierungsbezirk Kütahya als Provinzgouverneur tätig. Aufgrund des Testaments vom Sultan Murad I. bekam er 1389 das Amt des Herrschers. Zu der Zeit war er 29 Jahre alt. Durch seinen Mut und seine schnelle Reaktionsfähigkeit während Schlachten bekam er den Spitznamen „der Blitz“.

In seinen ersten Herrschaftsjahren war der Sultan Bayezid damit beschäftigt die Fürstentümer Aydin, Saruhan, Germiyan, Mentese und Hamid in Anspruch zu nehmen, woraufhin er sich dem Balkangebiet zuwandte. Es fiel ihm nicht schwer die bereits lokal in Konflikte verwickelte Regierungen im Balkangebiet unter seine Herrschaft zu bringen.  

Bei der Schlacht bei Nikopolis besiegte er die Kreuzfahrer. Dieser Erfolg führte nicht nur dazu, dass Sultan Bayezid seine Macht festigte, sondern auch zum Steigen seines Ansehens auf islamischen Böden. Nach dieser Zeit begann eine große Auswanderung von Gebieten wie Iran und Irak in das Anatolien.

Die Belagerung Istanbuls und administrative Erneuerungen

Das größte angestrebte Ziel des Sultan Bayezid war zweifellos die Eroberung Istanbuls. Aus diesem Grund errichtete er die Festung Anadolu Hisar auf der Seite des Bosporus. Obwohl er bereits drei Mal Istanbul umzingelte, reichte seine Kraft nicht aus die Stadt zu erobern. Dabei wurde er sowohl von Gefahren aus dem Westen als auch aus dem Osten aufgehalten. Ferner besaß er auch die notwendige Technik und Berater nicht. Somit konnte er sein angestrebtes Ziel nicht verwirklichen.    

Auf der anderen Seite wurden wichtige bürokratische Erneuerungen in der Organisation und die Ausweitung des Hauptvermögens zu dieser Zeit verrichtet. Die ältesten Quellen zur Bevölkerung in den eroberten Gebieten und Feststellung von Grundstücken und unbeweglichen Gütern beruhen auf diese Zeit. Viele Eigentümer von Stiftungen sind auf stattliche Macht übergegangen. Es sind zudem Quellen vorhanden, die berichten, dass Bayezid diejenigen Richter hart bestrafte, die ihr Amt missbrauchten.

Der Blitz Bayezid hat auf osmanischen Böden verteilt Moscheen, Gebetsräume, Krankenhäuser, Medresen, Wohltätigkeitseinrichtungen und Gasthöfe errichtet. Außerdem wurden für all diese Einrichtungen Stiftungen gegründet. Die Große Moschee von Bursa ist eines der wichtigsten Werke Bayezids. Es ist ebenso bekannt, dass Bayezid Gedichte sehr mochte und auch selbst ein Dichter war. In seinen Gedichten benutzte er den Künstlernamen „der Blitz“.

Die Schlacht bei Ankara und der Tod des Bayezid

Der mächtige Herrscher Timur (1335-1405), der in Zentralasien und im Iran eine scharfe Herrschaft ausübte, vernichtete die Dynastien Cagatay, Haremsah und Ilhan, bevor er sich den anatolischen Gebieten widmete. Er sah sich selbst als die natürliche Krampfader dieser Dynastien. Als er 1400 den anatolischen Boden betrat, eroberte er die Hauptstadt des Kadi Burhan al-Din-Reiches, Sivas. Als die Turkmenen diese Eroberung wahrgenommen haben, begaben sie sich auf die Seite des Timurs.  

Nach diesen Ereignissen war die Begegnung des Sultans Bayezid und Timurs unumgänglich. Diese zwei großen Herrscher waren gezwungen aufeinanderzutreffen, da beide das Ziel der Herrschaft über die türkische Welt hatten. Am 27. August 1402 trafen die Armeen auf der Ebene von Çubuk, nördlich von Ankara, zusammen. Die geographische Lage des Heeres von Timur war günstiger und das Heer größer als das der Osmanen. Obwohl das osmanische Heer anfangs in Führung geriet, hat es die Schlacht verloren. Ein wichtiger Grund dafür war auch die Tatsache, dass turkmenische und serbische Kräfte das Heer Timurs stärkten. Das osmanische Heer fiel und Bayezid geriet zusammen mit seinen zwei Söhnen in Gefangenschaft. Nach 13 Herrschaftsjahren starb der Blitz Bayezid nach 7 Monaten und 12 Tagen Gefangenschaft im Alter von 44 Jahren.  

 

Quellen:

İnalcık, Halil. (2008), Osmanlı İmparatorluğu Klasik Çağ (1300–1600. S: 21-22. YKY, İstanbul.

İnalcık, Halil. (2000), Osmanlı’da Devlet, Hukuk, Adalet, S:31. Eren, İstanbul.

Shaw, Standford. (1982), Osmanlı İmparatorluğu ve Modern Türkiye, s: 54–62. e yay. İstanbul

http://www.ybu.edu.tr/custom_page-328-yildirim-beyazit-kimdir?.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Der Sultan Murad I. kam 1326 in Bursa auf die Welt. Seine Mutter, Nilüfer Hatun, war die Tochter eines byzantinischen Statthalters. Seine erste Ausbildung bekam Murad I. bei seiner Mutter, woraufhin er später in Medresen in Bursa mit Wissenschaftlern und Künstlern zusammenarbeitete. Er war bekannt als ein netter, höflicher und liebevoller Mann. Insbesondere half er armen und alleinstehenden Menschen und schätzte und respektierte Künstler. Nach dem Tod seines Vaters konnte er 1359 als dritter Sultan des Osmanischen Reiches den Thron besteigen.

Auch wenn sein Fokus auf die Eroberung des Balkans gerichtet war, war er in diplomatischen und militärischen Beziehungen verwickelt, um seine Herrschaft im Anatolien zu schützen und zu festigen.

 

Die Ereignisse und Kriege im Balkangebiet

Murad I., später Murad Hüdavendigar genannt, eroberte 1363 Edirne, nachdem er das byzantinische Heer und die Bulgaren bei der Schlacht Adrianopels niederschlug. Daraufhin eroberte er die Städte Komotini und Plowdiw und machte sich mit seinem Heer auf den Weg nach Istanbul, wobei er bereits Catalca erreichte. Mit der Eroberung der Städte Komotini und Plowdiw endete die Beziehung des byzantinischen Reiches mit dem Balkan.  

Diese Eroberungen beunruhigten die jeweilige Völker, sodass diese ihre Städte zurückerobern und die Türken aus Rumelien vertreiben wollten. Infolgedessen bildete sich ein Heer der Kreuzritter bestehend aus ungarischen, bulgarischen, serbischen, rumänischen und bosnischen Truppen und ging auf Edirne los. Jedoch konnte die Truppe nach dem Überqueren des Flusses Mariza von osmanischen Soldaten besiegt werden. Dieses Ereignis im Jahre 1364 ist als die Schlacht von Sirpsindigi bekannt. Somit hatte das Bündnis der ersten Kreuzritter-Truppe keinen Erfolg. Nach dieser Schlacht wurde Edirne zur Hauptstadt erhoben und die ungarische Macht im Balkan gebrochen. Auch die Bulgaren haben die Macht des Osmanischen Reiches anerkannt und wurden zu Steuerabgaben verpflichtet. Die Ernennung Edirnes zur Hauptstadt war zudem ein Zeichen des Osmanischen Reiches für weitere Eroberungen im Balkan und im Westen.

Die fortschreitende Entwicklung im Balkan und der gefallene Murad I.

In der Schlacht an der Mariza 1371 unterlag das serbische Heer dem osmanischen. Dieser Sieg eröffnete dem Osmanischen Heer den Weg nach Makedonien. Die Serben akzeptierten ebenfalls die Souveränität der Osmanen und wurden zu Steuerabgaben und Bereitstellung von Soldaten verpflichtet.  

Nach einiger Zeit, im Jahre 1389, verbündeten sich die Balkanstaaten gegen das Osmanische Reich. Daraufhin nahm Murad I. die Hilfe der anatolischen Fürstentümer der Karamaniden, der Aydinoglu und der Saruchaniden in Anspruch und betritt die Balkangebiete. Es begann die Schlacht auf dem Amselfeld, auf der das osmanische Heer zum ersten Mal Kanonen einsetzte und letztendlich seinen Sieg verkündete. Am Ende der Schlacht wurden die Balkan-Territorien, die bis zur Donau reichten, von den Osmanen besetzt. Der Sultan Murad I. fiel nach der Schlacht. Er wurde von einem serbischen Edelmann, Miloš Obilić, Schwiegersohn des serbischen Fürsten Lazar, erdolchen. Murad I. schaffte es während seiner 30-jährigen Herrschaft sowohl sein Staatsterritorium zu verfünffachen, die Janitscharen, die Elitetruppe der Armee, zu gründen als auch durch seine tolerante Politik das Vertrauen und den Respekt des in den eroberten Gebieten lebenden Volkes zu gewinnen.  

 

Quelle: http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

http://www.beycan.net/1171/1-murat-donemi-1362-1389.html

Wir fahren mit der Geschichte des Osmanischen Reiches, welches als ein kleines Fürstentum in Anatolien begann, chronologisch fort. Orhan I. setzte seine Eroberungen im Marmaragebiet fort und nahm zusätzlich das Land des Fürstentums der Karesi ein. Diese Einnahme war auf dem Weg zur politischen Einheit ein erster entscheidender Schritt. Im Westen jedoch gab es weiterhin Uneinigkeiten mit dem Byzantinischen Reich.

 

Die Rolle des Orhan I. im byzantinischen Bürgerkrieg

Das Byzantinische Reich befand sich in einer unruhigen Lage. Der byzantinische Kaiser Johannes VI. strebte die absolute Herrschaft an und verheiratete seine Tochter Theodora 1346 mit Orhan I. Der Hintergedanke des Vaters bei der Eheschließung war eine Gegenleistung in Form einer militärischen Unterstützung. Nach einer einjährigen Kooperation besetzte Johannes VI. zusammen mit seinen 1000 Soldaten den Palast in Istanbul und wurde zum Bündnispartner des jungen Herrschers.

Zeitgleich ging das Osmanische Heer auf die europäische Seite Istanbuls über und nahm wichtige Burge ein. Orhan I. sah die Republik Genua, die eine starke Seemacht besaß, als einen guten Bündnispartner. Dadurch sollte seine Macht am Bosporus standhalten. Diese Situation bereitete dem Byzantinischem Reich große Sorgen.

 

Die Entwicklungen im Anatolien

Als weitsichtiger Herrscher verfolgte Orhan I. zudem die Geschehnisse in Zentralanatolien. Letztlich profitierte er von den Unruhen dieser Gebiete und besetzte Ankara und Sivrihisar. Diese Einnahme kann als Beginn eines großen Kampfes zwischen den Osmanen und Karamaniden gelten.

 

Pilgerfahrt

Die Staatsreligion von Byzanz war das orthodoxe Christentum. Dennoch hatte der Herrscher die Absicht einen katholischen Papst einzusetzen. Aufgrund dessen forderte er aus Venedig, Zypern und Rhodos fünfzehn Schiffe, 500 Ritter und 1000 Soldaten. Zeitgleich wurde der Sohn des Orhan Halil gefangen genommen. Dieser Umstand wurde ausgenutzt, um einen Vertrag zwischen das Byzantinische und Osmanische Reich abzuschließen. Anforderungen des Vertrages waren unter anderem das Einstellen der geplanten Angriffe der Osmanen gegen Thrakien, um die Freilassung des Sohnes zu gewährleisten. Zudem musste Orhan I. die ganzen Kosten der nach Foca gesandten Schiffe übernehmen und die gesamten Schulden des Herrschers löschen. In der Tat mussten die Ausbreitungen der Osmanen bis zur Freilassung Halils eingestellt werden.

 

Die Bürokratie und Organisation unter der Leitung des Orhan I.

Grundbesitzscheine und Stiftungsurkunden aus der Zeit des Orhan I. sind ein Zeichen dafür, dass die Bürokratie bereits weiterentwickelt war. Orhan I. hat in Iznik eine Schule zur Ausbildung islamischer Geistlicher und Richter, genannt Medrese, gegründet, um die Ersten zu Richtern ausbilden zu lassen.

 

Der Tod des Orhan I.

In Bursa starb Orhan I. im fortgeschrittenen Alter 1362 an den Folgen der Pest. Es war bekannt, dass er unter einer Lebererkrankung litt und von einem byzantinischen Arzt betreut wurde. Sein Grabmal befindet sich in Bursa, neben dem des Vaters. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Murad I. zu seinem Nachfolger.

 

Quelle

www.beyaztarih.com

İnalcık, Halil, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 33, 2007.

In unserer Märzauflage haben wir über die Gründung des Osmanisches Reiches im Jahre 1299  berichtet. In dieser Auflage schauen wir uns die Geschehnisse in ihrer chronologischen Folge an.

Nachdem Osman I. seine Unabhängigkeit erklärte, konzentrierte er sich auf diverse Eroberungen. Durch die Eroberungen von Yundhisar und Yenisehir verlagerte er sein Machtzentrum von Karacahisar auf Yenisehir, woraufhin er gegen Provinzgouverneure des byzantinisches Reiches kämpfte, die weitere Expansionen verhindern wollten. Osman I. besiegte byzantinische Fürsten aus Bursa, Orhaneli, Kestel und Kite und eine weitere, von den byzantinischen Mächten unterstützte, Armee im Jahre 1302 in Bapheus. Die Schlacht von Bapheus galt als die erste Schlacht zwischen den Osmanen und den byzantinischen Streitmächten. Nach seinem Erfolg wandte sich Osman I. den Eroberungen von byzantinischen Böden, unter anderem Bursa, Iznik und Izmit.    

Osman I. eroberte 1308 Karahisar. Nachdem er 1315 seine Macht in Bursa erweiterte, übergab er seine Staatsangelgehenheiten wegen seines schlechten Gesundheitszustands seinem Sohn Orhan I. Dieser fuhr die Machterweiterungen fort und eroberte schließlich 1326 Bursa. Daraufhin ernannte er Bursa zur Hauptstadt des Osmanisches Reiches. Nach dem Tod des Vaters Osman I. im selben Jahr, gelang Orhan I. an die Führungsposition. In seinen ersten Führungsjahren eroberte die Armee des Osmanischen Reiches einen großen Teil der Halbinsel Kocaeli und erreichte nördlich somit mit ihrer Expansion den Bosporus und das Ufer des Schwarzen Meeres. Auf der anderen Seite hat die Armee Iznik belagert. Daraufhin gelang der byzantinische Kaiser Andronikos III. nach Anatolien, um die verlorenen Böden wiederzuerlangen. Im Folge dessen pausierte Orhan I. die Belagerung von Iznik und empfing das byzantinische Heer in Palekanon. Hier begann 1329 die Schlacht von Palekanon und endete mit dem Sieg des Osmanisches Reiches. Nach dieser Schlacht verringerte sich der Einfluss der byzantinischen Armee in Anatolien. Anschließend fuhr Osman I. mit der Belagerung Izniks fort. Nach einiger Zeit verlor das Volk in Iznik die Hoffnung auf externe Hilfe und übergab die Stadt 1331 den Osmanen. Mit der Eroberung von Gemlik im Jahre 1333 und Izmit 1337 beendete Osman I. das Dasein des byzantinisches Heeres in Anatolien. Im gleichen Jahr der Eroberung Izmits begann in Europa zwischen England und Frankreich der Hundertjährige Krieg, der bis 1453 andauerte.

Nachdem die Gebiete um Bursa und weitere anliegende Städte erobert wurden, näherte sich das Osmanische Reich dem Karesi-Fürstentum, welches seine Macht in Balikesir und Canakkale ausübte. Dieses Fürstentum hatte seine Ausbreitung in der Ägäis und in der Küste des Marmaragebietes. Nach dem Tod des Heerführers begannen Thronstreitigkeiten, weshalb es innerhalb des Fürstentums zu Unruhen kam. Aus dieser Situation profitierend eroberte Orhan I. 1345 die Gebiete des Karesi-Fürstentums. Außerdem nahm er die Karesi Flotte und deren Kommandanten ein. Somit wurde der Weg der Osmanen über die Dardanellen bis nach Rumelien erleichtert. Mit der Hinzunahme der Karesi-Gebiete legte das Osmanische Reich einen wichtigen Meilenstein für den türkisch politischen Bund in Anatolien.  

Die Gründung des osmanischen Reiches: Der Weg von einem bescheidenen Fürstentum zu einem Imperium

 

In den letzten Jahren des Reiches der Rum-Seldschuken wurden anatolische Gebiete von Fürstentümern, Volksstämmen und unabhängigen turkmenischen Nomaden besiedelt. Jedoch gab es zu dieser Zeit noch keine zentrale Herrschaft. Auch die Gründer des osmanischen Reiches, die Mitglieder der Kayi Stämme der Oghusen, wanderten, wie viele andere türkischen Stämme, von Mittelasien nach Anatolien aus. Das Volk der Kayi Stämme wurde vom Sultan der Rum-Seldschuken Ala ad-Din Kai Kobad I. in den, nahe Ankara gelegenen, Karacadag verlegt. Im 13. Jahrhundert erlangte der Anführer der Kayi Stämme, Ertugrul Gazi, große Erfolge gegen das byzantinische Reich, woraufhin der Sultan der Rum-Seldschuken ihm und seinem Volk die Gebiete Sögüt und Domanic schenkte. Auf diesen Böden sollte das Osmanische Reich gegründet werden. Nachdem Ertugrul Gazi im Landkreis Sögüt lange Jahre kriegslos und im Wohlstand lebte, starb er 1281 im Alter von 90 Jahren.

Nach dem Tod Ertugruls erbte sein Sohn Osman I. die Herrschaft des Vaters. Osman I. hatte ein friedliches Verhältnis mit seinen Nachbarn, den Provinzgouverneuren des byzantinischen Reiches, und legte großen Wert auf ein friedliches Miteinander. Er hatte eine große Leidenschaft für die Jägerei und war durch seine langen Jagdreisen bekannt. Diese Reisen hatten zur Folge, dass Osman I. bekannter und beliebter wurde. Laut dem Historiker Asikzade wurde Osman I. von allen stets respektvoll empfangen. Außerdem erlangte er durch seine Erfolge in den nacheinander folgenden Kriegen und die Vergabe von Geschenken an seine Soldaten zusätzlichen Ruhm. Die unabhängigen türkischen Stämme schickten Osman I. Botschafter, um unter seine Obhut kommen zu können. Dadurch vergrößerten sich seine Macht und sein Einfluss in der Umgebung. Der Sultan der Rum-Seldschuken unterstützte seine Erfolge weiterhin und schickte ihm im Jahre 1289 Pferde, Waffen und als Symbol eines Herrschers eine Fahne und einen Ferman. Der Herrscher Osman I. war nun offiziell der Anführer des Fürstentums Osman und gab sich den Beinahmen „Khan“. Die von nun an eroberten Gebiete sollten dem Fürstentum Osman gehören.  

Osman I. Gazi verkündete im Jahre 1299, nachdem er in der Moschee in Karacahisar und in vielen weiteren Moscheen für sich selbst eine Predigt halten ließ, seine völlige Unabhängigkeit vom Reich der Rum-Seldschuken. Somit hat er das Imperium des Osmanischen Reiches offiziell gegründet, welches weitere 600 Jahre bestehen und ein starkes und einflussreiches Imperium darstellen wird.

In unseren vorherigen Auflagen haben wir bereits über die Rum-Seldschuken berichtet. In unserer heutigen Auflage berichten wir über ihr Regieren über zwei Jahrhunderte, ihr Einfluss auf die Architektur und Kultur, ihre Zeit der Auflösung und des Unterganges und ihre Gegner während der Kreuzzüge.  

Die Kreuzzüge

Im 11. Jahrundert war die wirtschaftliche Lage Europas schwierig, obwohl zu dieser Zeit die Muslimen aufgrund ihres Handels mit Seide und Gewürzen sehr reich waren. Außerdem stand der Ort der Monotheisten, Jerusalem, unter der muslimischen Macht. Der Oberhaupt der Christen, der Papst, wollte Jerusalem zurückerobern. Aus diesem Grund vergrößerte sich das Byzantinische Reich, unterstützt von verschiedenen europäischen Ländern und gründete mehrere Armeen. Insgesamt wurden acht Kreuzzüge organisiert.   

  1. Kreuzzug: Er fand im Jahre 1096 statt. Die Hauptstadt des türkischen Reiches der Seldschuken, Iznik, wurde umzingelt. Gegen eine Armee von 600 Tausend Menschen versuchte der seldschukische Sultan Kilidsch Arslan I. durch überraschende Kämpfe entgegenzuwirken und gab dabei viele Opfer.  Am Ende wurde Jerusalem eingenommen.
  2. Kreuzzug: Er wurde im Jahre 1147 mit Hilfe des deutschen Imperators und des französischen Königs veranstaltet. Jedoch vernichtete der seldschukische Sultan Masud diesen Kreuzzug.

Auch die weiteren sechs Kreuzzüge haben in der türkischen und europäischen Geschichte, sowohl in religiöser, als auch politischer und wirtschaftlicher Hinsicht eine Bedeutung erlangt.

Die Auflösung und der Untergang der Rum-Seldschuken

Die Herrschaft des Reiches der Rum-Seldschuken war weit verbreitet. Jedoch führten die mit der Zeit auftretende Disharomonie und wirtschaftliche Probleme zum Aufstand der Turkmenen durch den Aufruf des Baba Ishak. Dieser Aufstand wurde erst mit viel Mühe niedergelegt. Dieses Ereignis zeigte, dass die Rum-Seldschuken ihre alte Kraft verloren. Diese Schwäche wurde von den Mongolen wahrgenommen. So dringten die Mongolen ins Anatolien und besiegten die Rum-Seldschuken 1243 in der Schlacht von Kösedag, östlich von Sivas. Dadurch fing die Herrschaft der Mongolen in Anatolien an, wohingegen der Untergang des türkisch-seldschukischen Reiches voranschreitete. Städte wie Sivas, Kayseri und weitere wichtige Orte wurden von den Mongolen geplündert. Der Untergang des seldschukischen Reiches war anschließend im Jahre 1308.  

Das Reich der Großseldschuken, welches in Asien verbreitet war, wurde nach dem Tod des Herrschers Malik-Schah I. geschwächt. Es war nicht mehr in der Lage innere und äußere Konflikte zu bewältigen. Daraufhin haben sich viele Fürstentümer und Kleinreiche von den Großseldschuken abgelöst und verselbstständigt. Sie sind in die Geschichte als die Fürstentümer in Anatolien eingegangen.

 

Die neuen Regierungen

Die Irak-Seldschuken (1092 – 1194) haben über einen kleinen Zeitraum im Irak, in Aserbaidschan und im Nordiran regiert. Dadurch, dass sich einige Volksstämme zusammentaten und an Bedeutungen gewannen, verloren sie an Macht. Im Jahre 1194 ging das Reich der Irak-Seldschuken auf ein Königreich in Chroesmien, die sogenannte Herrschaft des Choresm-Schahs, über.

Das Reich der Kirman-Seldschuken (1092 – 1187) wurde in der Nähe vom persischen Golf, in der Stadt Kirman gegründet. Auch wenn es einige Zeit mit Stolz regieren könnte, wurde das Reich im Jahre 1187 von Oguz Basbugu Dinar zerstört.

Das Reich der Seldschuken in Syrien (1092 – 1117) entstand durch die Unabhängigkeit des Provinzgouverneurs Tutus. Auch wenn das Reich seine Grenzen bis zum südosten Anatoliens ausbreitete, kämpfte es gegen diverse Armeen und wurde durch die Machtzunahme der Hauptfürstentümer geschwächt. 1117 wurde das Reich in verschiedene Fürstentümer aufgelöst.  

Das Sultanat der Rum-Seldschuken (1075 – 1308) wurde durch den ersten Herrscher des Reiches, Suleiman, ein Sohn des Seldschukenprinzen Qutalmisch, im Jahre 1075 durch eine Unabhängigkeit in Iznik gegründet. In den darauffolgenden Jahren vergrößerte er sein Machtgebiet und ernannte Konya zur Hauptstadt. 1308 wurde das Reich von den Ilchanen zerstört.

Neben diesen Reichen und Fürstentümern sind haben sich folgende ergeben: die Söhne des Ildeniz in Aserbaidschan, die Zengiden aus Mossul und Aleppo, die Borille aus Damaskus, Salgurlu im Iran, die Söhne des Tekin in Erbil.