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In unserer historischen Reihe, in der wir über den türkischen Staat berichten, gehen wir chronologisch weiter und sind nun in die Blütezeit des Osmanischen Reiches angelangt. Diese Zeit ist von dem Herrscher Kanuni, der Gesetzgebende, Sultan Süleyman geprägt. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den Sultan gesammelt. Wir berichten zudem über wichtige Ereignisse, die während der Herrschaft des Süleyman I. im Osmanischen Reich geschehen sind.   

 

Seine Jugend und der Aufstieg auf den Thron

 

Der Prinz Süleyman I. wurde am 27. April 1495 als Sohn Selims I. und seiner Frau Hafsa Sultan in Trabzon geboren. Bis zu seinem siebten Lebensjahr wurde Süleyman I. von seiner Mutter und väterlichen Großmutter erzogen. Daraufhin wurde er zu seinem Großvater Bayezid II. nach Istanbul geschickt. In Istanbul lernte er Geschichte, Naturwissenschaften, Literatur, Religion und Wehrtechnik und wurde mit einer großen Gewissenhaftigkeit und Disziplin erzogen. Wie jeder andere Prinz auch, wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt, um Staats- und Verwaltungsangelegenheiten zu erlernen. Nach dem Tod seines Vaters stieg er am 30. September 1520 mit fünfundzwanzig Jahren auf den Osmanischen Thron auf. Im Gegensatz zu vorherigen Herrschern verlief sein Thronaufstieg konfliktfrei, da er keine weiteren männlichen Geschwister hatte.



Die Feldzüge und die Ausbreitung des Osmanischen Reiches

 

Kanuni Sultan Süleyman I. beschäftigte sich in den ersten Jahren seiner Herrschaft mit einigen internen Aufständen. Alle Aufstände wurden vonseiten der Osmanischen Kräfte unterdrückt, sodass Süleyman I. seine Souveränität festigen konnte. Während seiner Zeit als Herrscher hatte das Osmanische Reich gegenüber anderen Mächten die Stellung als reichste und stärkste Weltherrschaft. In Europa galt Süleyman I. als „prächtiger Mann“. Seinen Beinamen Kanuni, der Gesetzgebende, erhielt er aufgrund seiner Gewissenhaftigkeit Gesetze zu verschriftlichen und diese gerecht umzusetzen.

 

Der prächtige Süleyman übernahm von seinem Vater 6.557.000 km2 Osmanisches Reich, das er durch seine Eroberungen auf 14.893.000 km2 Land erweiterte. Durch seine Eroberung von Belgrad im Jahr 1521 und Belagerung der wichtigen Insel Rhodos im Jahr 1522 öffnete er wichtige mitteleuropäische Wege für das Osmanische Reich. Dadurch stabilisierte er seine Herrschaft im Mittelmeergebiet. Süleyman I. begann 1526 die bislang größte Schlacht gegen ungarische Truppen. In der Schlacht bei Mohács erlitt das Heer des Königreiches Ungarn eine vernichtende Niederlage, sodass Kanuni am 20. September 1526 in die damalige ungarische Hauptstadt Buda zog.

Überdies wollte Kanuni Sultan Süleyman die Aktivitäten auf dem Meer steigern. Aufgrund dessen ernannte er 1533 den Khair ad-Din Barbarossa zum Oberbefehlshaber der osmanischen Mittelmeermarine, auch bekannt als Kaptan-ı Derya. Dadurch konnte er Algerien zum Osmanischen Reich hinzufügen.  

Barbarossa belagerte venezianische Inseln im Ägäischen Meer. 1538 begann die Seeschlacht von Preveza zwischen der Flotte des Osmanischen Reiches und der Flotten der Venezianer, Genuesen, Malteser, Portugiesen und Spanier. Das Osmanische Reich ging mit 122 Schiffen in die Schlacht, wohingegen die Flotte der Gegner aus 602 Schiffen bestand. Khair ad-Din Barbarossa erzielte in dieser Schlacht großen Erfolg. Die Seeschlacht von Preveza ging in die Geschichte ein und wurde als ein großer Sieg im Mittelmeer angesehen.

Die Handlungen und sein Tod

In seiner 46 Jahre langen Herrschaftsphase konnte Süleyman I. seinen Namen der Welt verkünden. Seine Lebenszeit wurde als „türkisches Jahrhundert“ angesehen, da in dieser Zeit weise Staatsmänner und Wissenschaftler ausgebildet wurden. Diese waren unter anderem der Großwesir Ibrahim Pascha, Lutfi Pascha, Sokollu Mehmed Pascha, das geistliche Oberhaupt Ibn-i Kemal, Mehmed Ebussuud Efendi, die Dichter Baki und Fuzuli, der Architekt Sinan und Kaptan- ı Derya Khair ad-Din Barbarossa. Zugleich war Süleyman I. ein bekannter Dichter. Die eventuell berühmtesten Verszeilen sind folgende:

 

„Zwischen dem Volk gibt keine geehrte Substanz wie die Regierung,

Die Regierung auf der Welt ist wie ein Hauch Gesundheit.

Das Sultanat ist wie ein Weltkrieg,

Das Schicksal und Glück sind auf der Welt wie eine Einheit.“


1566 begann Kanuni Sultan Süleyman trotz seiner Krankheit seinen dreizehnten und letzten Feldzug nach Szigetvár. In dieser Zeit war er dreiundsiebzig Jahre alt. Da Szigetvár von Gewässern und Flüssen umgeben war, war die Belagerung nicht einfach. Am letzten Tag der Belagerung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, sodass er am Morgen des 7. September 1566 starb. Sein Tod wurde achtundvierzig Tage lang verschwiegen.

In seiner 46 Jahre langen Amtszeit ließ Sultan Süleyman Aquädukte, Medresen, Karawansereien, orientalische Bäder und königliche Gärten bauen. Istanbul gewann in dieser Zeit den Anschein einer großen Stadt. Das Goldene Horn wurde zum lebhaftesten Hafen. In dieser Zeit baute der Architekt Sinan viele Moscheen und ihre Komplexe in Istanbul. Diese sind die Süleymaniye-Moschee und ihr Komplex, Sehzade-Moschee und ihr Komplex, Yavuz Selim-Moschee und ihr Komplex, Cihangir-Moschee, Mihrimah-Sultan-Moschee in Edirnekapi, weitere Moscheen in Üsküdar, der Haseki Sultan Complex und das Haseki-Hamam im Namen der Roxelane.

Der Prinz Selim I. kam 1470 in Amasya auf die Welt. Später wurde ihm von seinem Opa Fatih Sultan Mehmed, aufgrund seines strengen Temperaments, der Beiname Yavuz gegeben. Wie jeder andere Prinz auch, war der Sultan Selim I. vor seiner Zeit als Herrscher als Provinzgouverneur tätig, um Staats- und Verwaltungsangelegenheiten zu erlernen. Seine Tätigkeit als Provinzgouverneur dauerte in Trabzon 24 Jahre. Hier genoss Selim I. die bestmögliche Ausbildung von privaten Lehrern. In Trabzon ließ er viele Moscheen, Stiftungen und Medresen errichten.

Die militärische und wirtschaftliche Unterstützung beim Thronaufstieg erhielt er vom Khan des Krimkhanats, Meñli I. Giray. Selim I. war im Thronstreit mit seinen Brüdern und 42 Jahre alt, als er den Thron betreten konnte. Zudem brachte er gute Erfahrungen mit sich. Er war berühmt für sein gutes Reiten, den Umgang mit dem Schwert und sein Können im Ringen. Auch wenn er das Kämpfen mochte, hatte er ein Interesse an der Kunst und der Dichtung. Er fand kein Gefallen an Schaustellung und Verschwendung. Außerdem vervielfältigte er die Staatskasse und ließ die Türe der Staatskasse versiegeln. In seinem Testament ließ er folgende Aufforderung festhalten: „Die Kasse, die ich mit Gold gefüllt habe, soll einer meiner Enkelkinder füllen und mit dem eigenen Siegel versehen, denn anderenfalls wird sie von der Finanzverwaltung mit meinem Siegel versehen werden.“ Diesem Testament wurde gefolgt. Seither konnte kein Herrscher die Kasse füllen, sodass sie durchweg mit dem Siegel von Yavuz versehen blieb.

In der Zeit des Thronaufstiegs verbreitete sich das Osmanische Reich. Selim I. vervielfältigte das Reich innerhalb von acht Jahren um das 2,5-fache, sodass es eine Fläche von 6.557.000 km² umfasste. Das Reich war auf Asien, Afrika und Europa verbreitet. Außerdem kämpfte er gegen Truppen, die die wirtschaftliche Einheit Anatoliens bedrohten. Anschließend begann er die Ägyptenexpedition. Durch diese Expedition konnte der Titel des Kalifen in die Dynastie des Hauses Osman übertragen werden. Ferner konnten die zwei wichtigsten wirtschaftlichen Zweige der osmanischen Epoche, die Seidenstraße und der Gewürzhandel, geregelt werden. Dadurch war der Handel mit dem Osten an das Osmanische Reich gebunden. Während der Ägyptenexpedition besuchte Sultan Yavuz Selim Jerusalem und wurde hier von den Anführern aller drei Religionen in Empfang genommen. 1517 fand die Schlacht von Raydaniyya statt, in der die Osmanischen Truppen nach Kairo gedrungen sind. Hier ließ er in seinem Namen eine Predigt halten und wählte Kasri Yusuf zum Herrscher.

Im September 1520 erkrankte er unterwartet an Milzbrand, sodass eine Wunde an seinem Körper sichtbar wurde. Infolgedessen starb er im Alter von 49 Jahren. Sein Sohn Süleyman I. gelang an die Herrschaft. Der Sultan Selim I. konnte durch sein wirtschaftliches und militärisches Können, seine achtjährige Herrschaft und die damit verbundene Ausbreitung des Reiches und Vergrößerung des Besitzes und durch seine Werke, die er in verschiedenen Gebieten des Landes errichten ließ, in die Osmanische Geschichte eindringen.

Quellen: http://www.istanbultarih.com/Makale/cesaretin-ve-tevazunun-sultani-yavuz-sultan-selim-han.html

https://www.beyaztarih.com/ansiklopedi/i.selim

Emecen, Feridun, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 36, 2009

https://www.antoloji.com/yavuz-sultan-selim/hayati/

Zweifellos ist Omar Khayyam eines der wichtigsten Persönlichkeiten, das die persische Kultur hervorgebracht hat. Obwohl er im 11. Jahrhundert lebte, ist er dank seiner Entdeckungen und seiner zeitlosen Werke auch nach einem Jahrtausend bekannt. Seine Werke wurden in fast jede westliche Sprache übersetzt und er ist einer der meistgelesenen Gelehrten des Nahen Ostens. Im Folgenden werden wir Ihnen über das Leben von Omar Khayyam, seiner schulischen Ausbildung, der Wissenschaft und natürlich von seinen Vierzeilern (Rubaiyat) berichten, die ihn zu einer Berühmtheit gemacht haben.

Leben und Lehre

    Sein voller Name lautet Ghiyath al-Din Abu'l-Fath Umar ibn Ibrahim Al-Nisaburi al-Khayyami. Er wurde am 8. Mai 1048 in Nishabur, Iran geboren. Khayyam lebte in einer Zeit, in der Iran von den Seldschuken regiert wurde. Er reiste in die großen Städte wie Horasan, Balch, Buxoro und Merv, die in dieser Zeit als Bildungs- und Wissenschaftszentren galten. Während dieser Zeit perfektionierte er sich in den naturwissenschaftlichen Gebieten wie Astronomie, Mathematik und Physik. Er erhielt einen Ruf als einen berühmten Gelehrten, heutzutage würde man ihn gewiss als Genie bezeichnen. Außerdem  war er eine vielseitige Person, die sich auch für Musik, Poesie und Literatur interessierte.    Mit dem Seldschukenherrscher Malik Schah und dem Nizam al-Mulk, der den Karachaniden angehörte, führte er eine enge Beziehung und war in deren Palästen ein willkommener und gern gesehener Gast. Von den Palastangehörigen wurde er immer respektvoll und freundlich behandelt, allerdings entschied er sich, nicht in die Staatsangelegenheiten einzugreifen, da er sich von den Intrigen fernhalten wollte.

Beiträge zur Wissenschaft

    Insbesondere seine Beträge zur Mathematik sind unumstritten.  Khayyam befasste sich mit den Gleichungen und erfand den binomischen Lehrsatz und die Anordnung dessen Koeffizienten. Außerdem verfasste er ein Werk über die Polynomgleichungen dritten Grades und benutzte das arabische Wort „etwas“ für die Variablen. Als dieses Werk später ins Spanische übersetzt wurde, hat man das Wort als „xay“ übertragen und so begann man in der Mathematik für die Variable das Symbol „x“ zu verwenden.                                         Obwohl einige seiner Arbeiten schriftlich nicht niedergelegt wurden, hat Khayyam viele Erfindungen sowohl zu jener Zeit als auch die zukünftigen, beeinflusst. Am 21. März 1079 wurde der Nouruz-Namen-Kalender eingeführt, für dessen Berechnung Khayyam das Sonnenjahr als Basisgröße genommen hat. Im Gegensatz zum gregorianischen Kalender, der heutzutage in Verwendung ist und alle 3330 Jahre einen Mangel um einen Tag aufweist, driftet dieser Kalender lediglich alle 5000 Jahre um einen Tag ab.

Rubaiyat

Du sprichst mir von Huris, vom Paradiese,
Von Eden Lusterfüllter goldner Wiese. 
Geh, nimm den Pfennig hin und lass mich gehn
Von ferne nur hört sich die Trommel schön.

 

    Rubai ist ein in der persischen und östlichen Literatur beliebte Gedichtform, die aus vier Zeilen bestehet und dessen Schöpfer Omar Khayyam ist. Der Stil der Vierzeiler ist schlicht, fließend und leicht verständlich. Die Rubaiyat entstanden aufgrund der Erfahrungen und Beobachtungen von Khayyam, die er sinnvoll selektierte und philosophisch zum Ausdruck brachte. In seinen Gedichten kritisiert und verspottet er auch die Ungerechtigkeiten und Absurditäten seiner Zeit. Thematiken wie die Liebe, die Welt, das Leben und über die Bedeutsamkeit der Existenz betrachtete er aus einer metaphysischen Sicht und schrieb in einer Weise, dass jeder sie lesen kann. Daher haben seine Rubaiyat in jeder Epoche für jeden Leser einen Sinn ergeben und aus diesem Grund wurden die Vierzeiler in derart viele Sprachen übersetzt und eine hohe Anerkennung geerntet. Die Anzahl seiner Rubaiyat beträgt etwa zweihundert, es werden ihm jedoch viele andere Rubaiyat zugeschrieben.

    Omar Khayyam, der nach Avicenna, als der größte Gelehrte des Ostens angenommen wird, starb am 4.Dezember 1131, an seinem Geburtsort Nishabur im Alter von 83 Jahren und hinterließ ein Erbe, das über die Jahrhunderte hinausgeht.

Quelle:    https://www.ensonhaber.com/biyografi/yazar/omer-hayyam-kimdir     https://listelist.com/omer-hayyam-rubailer/

Der Élysée Vertrag - 56. Jahre politische und kulturelle Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterschrieb der damals im Amt agierende Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen mit seinem Pendant aus Frankreich- Charles de Gaulle- den Élysée Vertrag. Dieses Dokument besiegelte einen Neubeginn für beide Länder, die durch die Weltkriege ohnehin viel aufzuarbeiten hatten. Die Vergangenheit sollte damit endgültig abgeschlossen werden. Der Vertrag war von nun an der Wegbereiter für eine partnerschaftliche Zukunft, die heute noch Bestand hat.

In den folgenden Jahren wurde Paris gemeinsam mit Berlin zu den größten Einflussfaktoren in der europäischen Politik. Beide Länder waren maßgeblich an der Gestaltung und Erhaltung der europäischen Union beteiligt. Der Élysée Vertrag  basiert lediglich auf wenige Paragraphen, die eine enorme Bedeutung tragen. Neben dem politischen Statement, den dieses Schriftstück darstellt, symbolisiert es die zukünftige Freundschaft beider Länder. In diesem Zusammenhang würden sich in Zukunft Funktionäre beider Länder regelmäßig treffen und über mögliche politische Entscheidungen austauschen und im Einvernehmen des Partnerlandes beschließen.

Im Dienste der Zusammenarbeit wurde 1993 das „Deutsch-Französische Jugendwerk“ gegründet. Die Absicht dabei war, die Beziehung zu intensivieren, welche den kulturellen Teil des Vertrages darstellt. In diesem Jahr wird der Vertrag 56 Jahre alt, an den sich jährlich erinnert wird. Dazu gehörte auch das in der Vergangenheit durchgeführte Deutsch-französische Kulturfestival. Im facettenreichen Festival konnten neben speziellen Briefmarken auch Metallmünzen, sowie weitere Elemente, die an beide Länder erinnern, besichtigt werden. Zudem wehte in Berlin neben der deutschen Flagge auch die französische Flagge.

Quellen: https://p.dw.com/p/17Jfu

https://www.bbc.com/turkce/haberler/2013/01/130122_france_germany.shtml

Bayezid II. war dafür bekannt, dass er Kriege vermied und Istanbul nicht verließ, um die Hauptmacht zu schützen. Außerdem hatte er, wie viele Herrscher vor seiner Zeit, ein großes Interesse an der Dichtung. Unter dem Dichternamen „Adli“, der Gerechte, schrieb er türkische und persische Gedichte. Außerdem hatte er eine Begabung für die Kalligrafie. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den ältesten Sohn des Fatih Sultan Mehmeds, Bayezid II., gesammelt. Wir berichten über sein Leben und die Lage des Osmanischen Reiches während seiner Regierung.

Der Prinz Bayezid in seiner Jugend

Der Prinz Bayezid wurde 1448 in Dimotika geboren. Mit 7 Jahren wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt. Dieser Bezirk war seit den Seldschuken ein wichtiger Mittelpunkt der Wissenschaft und Kultur. Viele Prinzen wurden für die Ausbildung hergeschickt. Bayezid II. lernte im Rahmen seiner Ausbildung arabisch, persisch, den tschagataischen Dialekt und das uigurische Alphabet. Zudem studierte er neben den Islamwissenschaften Mathematik und Philosophie.

Der Aufstieg auf den Thron und die Zeit der unruhigen Herrschaft

Nach dem frühen Tod des Fatih Sultan Mehmeds im Jahre 1481 bestieg er mit Unterstützung der Janitscharen und Staatsmänner den Thron. Der Thron war für sein Alter ein großes Erbe. Sein Bruder Cem Sultan jedoch behauptete ebenfalls einen Anspruch auf den Thron seines Vaters zu haben und sprach in Bursa seine Herrschaft aus. Dies hatte zu Folge, dass Unruhen im Osmanischen Reich entstanden. Nachdem Cem Sultan den Kampf gegen die Truppen des Bayezid II. verlor, suchte er Zuflucht im Mamluk-Sultanat und floh nach Ägypten. Anschließend wurde er von den Rittern aus Rhodos gefangen gehalten, woraufhin er nach Frankreich gesandt wurde. Cem Sultan wurde gegenüber Bayezid II. als einen Trumpf angesehen. Nachdem Cem Sultan 1495 aufgrund einer Vergiftung starb, brauchte Bayezid II. keine Zugeständnisse mehr zu machen. Auch wenn diese Lage zunächst als ein Streit innerhalb des Osmanischen Reichs begann, beeinflusste sie die Außenwelt. Schlussendlich geriet Bayezid II. in einen Krieg mit dem Mamluk-Sultanat, den Venezianern und dem ungarischen Volk.

Der Rücktritt vom Thron und die Hinterlassenschaft

Auch wenn Bayezid II. Kriege scheute, verbrachte er sein Leben voller Auseinandersetzungen. Nachdem er 30 Jahre seinen Thron verteidigte, musste er vom Thron zurücktreten. Hierbei übten die Janitscharen, die ihn anfangs unterstützten, Druck auf ihn aus. Somit verließ er 1512 seinen Thron. Als er auf dem Weg zu seinem Geburtsort Dimotika Istanbul verließ, starb er 1512 in der Nähe von Corlu. Die Todesursache war nicht bekannt. Den Vermutungen zufolge wäre er vergiftet worden. Seine Leiche wurde in Istanbul in einer Moschee, die auf dem, nach ihm benannten, Beyazit-Platz steht, begraben. In den darauffolgenden Jahren wurde dort ein Grabmal aufgestellt.   

Bayezid II. ließ das erste große Werk in der Geschichte der Osmanen schreiben. Er ließ die berühmte Herberge Koza Han in Bursa und viele weitere Werke errichten. Zudem beachtete er die Epoche der Renaissance in Europa und korrespondierte mit Leonardo Da Vinci. Da Vinci berichtete ihm, dass er bereit wäre über dem Goldenen Horn und der Meerenge eine Brücke zu bauen. Diese Vorstellungen wurden jedoch nicht umgesetzt.

Quellen: Turan, Şerafettin, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 5, 1992

https://www.yazilibilgi.com/2015/02/ii-bayezid-hayat-ksaca-biyografisi.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Bayezid I., genannt Yildirim, „der Blitz”, wurde im 1360 in Edirne geboren. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern im Palast in Bursa und genoss eine gute Erziehung. In seiner Jugendzeit war er im Regierungsbezirk Kütahya als Provinzgouverneur tätig. Aufgrund des Testaments vom Sultan Murad I. bekam er 1389 das Amt des Herrschers. Zu der Zeit war er 29 Jahre alt. Durch seinen Mut und seine schnelle Reaktionsfähigkeit während Schlachten bekam er den Spitznamen „der Blitz“.

In seinen ersten Herrschaftsjahren war der Sultan Bayezid damit beschäftigt die Fürstentümer Aydin, Saruhan, Germiyan, Mentese und Hamid in Anspruch zu nehmen, woraufhin er sich dem Balkangebiet zuwandte. Es fiel ihm nicht schwer die bereits lokal in Konflikte verwickelte Regierungen im Balkangebiet unter seine Herrschaft zu bringen.  

Bei der Schlacht bei Nikopolis besiegte er die Kreuzfahrer. Dieser Erfolg führte nicht nur dazu, dass Sultan Bayezid seine Macht festigte, sondern auch zum Steigen seines Ansehens auf islamischen Böden. Nach dieser Zeit begann eine große Auswanderung von Gebieten wie Iran und Irak in das Anatolien.

Die Belagerung Istanbuls und administrative Erneuerungen

Das größte angestrebte Ziel des Sultan Bayezid war zweifellos die Eroberung Istanbuls. Aus diesem Grund errichtete er die Festung Anadolu Hisar auf der Seite des Bosporus. Obwohl er bereits drei Mal Istanbul umzingelte, reichte seine Kraft nicht aus die Stadt zu erobern. Dabei wurde er sowohl von Gefahren aus dem Westen als auch aus dem Osten aufgehalten. Ferner besaß er auch die notwendige Technik und Berater nicht. Somit konnte er sein angestrebtes Ziel nicht verwirklichen.    

Auf der anderen Seite wurden wichtige bürokratische Erneuerungen in der Organisation und die Ausweitung des Hauptvermögens zu dieser Zeit verrichtet. Die ältesten Quellen zur Bevölkerung in den eroberten Gebieten und Feststellung von Grundstücken und unbeweglichen Gütern beruhen auf diese Zeit. Viele Eigentümer von Stiftungen sind auf stattliche Macht übergegangen. Es sind zudem Quellen vorhanden, die berichten, dass Bayezid diejenigen Richter hart bestrafte, die ihr Amt missbrauchten.

Der Blitz Bayezid hat auf osmanischen Böden verteilt Moscheen, Gebetsräume, Krankenhäuser, Medresen, Wohltätigkeitseinrichtungen und Gasthöfe errichtet. Außerdem wurden für all diese Einrichtungen Stiftungen gegründet. Die Große Moschee von Bursa ist eines der wichtigsten Werke Bayezids. Es ist ebenso bekannt, dass Bayezid Gedichte sehr mochte und auch selbst ein Dichter war. In seinen Gedichten benutzte er den Künstlernamen „der Blitz“.

Die Schlacht bei Ankara und der Tod des Bayezid

Der mächtige Herrscher Timur (1335-1405), der in Zentralasien und im Iran eine scharfe Herrschaft ausübte, vernichtete die Dynastien Cagatay, Haremsah und Ilhan, bevor er sich den anatolischen Gebieten widmete. Er sah sich selbst als die natürliche Krampfader dieser Dynastien. Als er 1400 den anatolischen Boden betrat, eroberte er die Hauptstadt des Kadi Burhan al-Din-Reiches, Sivas. Als die Turkmenen diese Eroberung wahrgenommen haben, begaben sie sich auf die Seite des Timurs.  

Nach diesen Ereignissen war die Begegnung des Sultans Bayezid und Timurs unumgänglich. Diese zwei großen Herrscher waren gezwungen aufeinanderzutreffen, da beide das Ziel der Herrschaft über die türkische Welt hatten. Am 27. August 1402 trafen die Armeen auf der Ebene von Çubuk, nördlich von Ankara, zusammen. Die geographische Lage des Heeres von Timur war günstiger und das Heer größer als das der Osmanen. Obwohl das osmanische Heer anfangs in Führung geriet, hat es die Schlacht verloren. Ein wichtiger Grund dafür war auch die Tatsache, dass turkmenische und serbische Kräfte das Heer Timurs stärkten. Das osmanische Heer fiel und Bayezid geriet zusammen mit seinen zwei Söhnen in Gefangenschaft. Nach 13 Herrschaftsjahren starb der Blitz Bayezid nach 7 Monaten und 12 Tagen Gefangenschaft im Alter von 44 Jahren.  

 

Quellen:

İnalcık, Halil. (2008), Osmanlı İmparatorluğu Klasik Çağ (1300–1600. S: 21-22. YKY, İstanbul.

İnalcık, Halil. (2000), Osmanlı’da Devlet, Hukuk, Adalet, S:31. Eren, İstanbul.

Shaw, Standford. (1982), Osmanlı İmparatorluğu ve Modern Türkiye, s: 54–62. e yay. İstanbul

http://www.ybu.edu.tr/custom_page-328-yildirim-beyazit-kimdir?.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Der Sultan Murad I. kam 1326 in Bursa auf die Welt. Seine Mutter, Nilüfer Hatun, war die Tochter eines byzantinischen Statthalters. Seine erste Ausbildung bekam Murad I. bei seiner Mutter, woraufhin er später in Medresen in Bursa mit Wissenschaftlern und Künstlern zusammenarbeitete. Er war bekannt als ein netter, höflicher und liebevoller Mann. Insbesondere half er armen und alleinstehenden Menschen und schätzte und respektierte Künstler. Nach dem Tod seines Vaters konnte er 1359 als dritter Sultan des Osmanischen Reiches den Thron besteigen.

Auch wenn sein Fokus auf die Eroberung des Balkans gerichtet war, war er in diplomatischen und militärischen Beziehungen verwickelt, um seine Herrschaft im Anatolien zu schützen und zu festigen.

 

Die Ereignisse und Kriege im Balkangebiet

Murad I., später Murad Hüdavendigar genannt, eroberte 1363 Edirne, nachdem er das byzantinische Heer und die Bulgaren bei der Schlacht Adrianopels niederschlug. Daraufhin eroberte er die Städte Komotini und Plowdiw und machte sich mit seinem Heer auf den Weg nach Istanbul, wobei er bereits Catalca erreichte. Mit der Eroberung der Städte Komotini und Plowdiw endete die Beziehung des byzantinischen Reiches mit dem Balkan.  

Diese Eroberungen beunruhigten die jeweilige Völker, sodass diese ihre Städte zurückerobern und die Türken aus Rumelien vertreiben wollten. Infolgedessen bildete sich ein Heer der Kreuzritter bestehend aus ungarischen, bulgarischen, serbischen, rumänischen und bosnischen Truppen und ging auf Edirne los. Jedoch konnte die Truppe nach dem Überqueren des Flusses Mariza von osmanischen Soldaten besiegt werden. Dieses Ereignis im Jahre 1364 ist als die Schlacht von Sirpsindigi bekannt. Somit hatte das Bündnis der ersten Kreuzritter-Truppe keinen Erfolg. Nach dieser Schlacht wurde Edirne zur Hauptstadt erhoben und die ungarische Macht im Balkan gebrochen. Auch die Bulgaren haben die Macht des Osmanischen Reiches anerkannt und wurden zu Steuerabgaben verpflichtet. Die Ernennung Edirnes zur Hauptstadt war zudem ein Zeichen des Osmanischen Reiches für weitere Eroberungen im Balkan und im Westen.

Die fortschreitende Entwicklung im Balkan und der gefallene Murad I.

In der Schlacht an der Mariza 1371 unterlag das serbische Heer dem osmanischen. Dieser Sieg eröffnete dem Osmanischen Heer den Weg nach Makedonien. Die Serben akzeptierten ebenfalls die Souveränität der Osmanen und wurden zu Steuerabgaben und Bereitstellung von Soldaten verpflichtet.  

Nach einiger Zeit, im Jahre 1389, verbündeten sich die Balkanstaaten gegen das Osmanische Reich. Daraufhin nahm Murad I. die Hilfe der anatolischen Fürstentümer der Karamaniden, der Aydinoglu und der Saruchaniden in Anspruch und betritt die Balkangebiete. Es begann die Schlacht auf dem Amselfeld, auf der das osmanische Heer zum ersten Mal Kanonen einsetzte und letztendlich seinen Sieg verkündete. Am Ende der Schlacht wurden die Balkan-Territorien, die bis zur Donau reichten, von den Osmanen besetzt. Der Sultan Murad I. fiel nach der Schlacht. Er wurde von einem serbischen Edelmann, Miloš Obilić, Schwiegersohn des serbischen Fürsten Lazar, erdolchen. Murad I. schaffte es während seiner 30-jährigen Herrschaft sowohl sein Staatsterritorium zu verfünffachen, die Janitscharen, die Elitetruppe der Armee, zu gründen als auch durch seine tolerante Politik das Vertrauen und den Respekt des in den eroberten Gebieten lebenden Volkes zu gewinnen.  

 

Quelle: http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

http://www.beycan.net/1171/1-murat-donemi-1362-1389.html

Wir fahren mit der Geschichte des Osmanischen Reiches, welches als ein kleines Fürstentum in Anatolien begann, chronologisch fort. Orhan I. setzte seine Eroberungen im Marmaragebiet fort und nahm zusätzlich das Land des Fürstentums der Karesi ein. Diese Einnahme war auf dem Weg zur politischen Einheit ein erster entscheidender Schritt. Im Westen jedoch gab es weiterhin Uneinigkeiten mit dem Byzantinischen Reich.

 

Die Rolle des Orhan I. im byzantinischen Bürgerkrieg

Das Byzantinische Reich befand sich in einer unruhigen Lage. Der byzantinische Kaiser Johannes VI. strebte die absolute Herrschaft an und verheiratete seine Tochter Theodora 1346 mit Orhan I. Der Hintergedanke des Vaters bei der Eheschließung war eine Gegenleistung in Form einer militärischen Unterstützung. Nach einer einjährigen Kooperation besetzte Johannes VI. zusammen mit seinen 1000 Soldaten den Palast in Istanbul und wurde zum Bündnispartner des jungen Herrschers.

Zeitgleich ging das Osmanische Heer auf die europäische Seite Istanbuls über und nahm wichtige Burge ein. Orhan I. sah die Republik Genua, die eine starke Seemacht besaß, als einen guten Bündnispartner. Dadurch sollte seine Macht am Bosporus standhalten. Diese Situation bereitete dem Byzantinischem Reich große Sorgen.

 

Die Entwicklungen im Anatolien

Als weitsichtiger Herrscher verfolgte Orhan I. zudem die Geschehnisse in Zentralanatolien. Letztlich profitierte er von den Unruhen dieser Gebiete und besetzte Ankara und Sivrihisar. Diese Einnahme kann als Beginn eines großen Kampfes zwischen den Osmanen und Karamaniden gelten.

 

Pilgerfahrt

Die Staatsreligion von Byzanz war das orthodoxe Christentum. Dennoch hatte der Herrscher die Absicht einen katholischen Papst einzusetzen. Aufgrund dessen forderte er aus Venedig, Zypern und Rhodos fünfzehn Schiffe, 500 Ritter und 1000 Soldaten. Zeitgleich wurde der Sohn des Orhan Halil gefangen genommen. Dieser Umstand wurde ausgenutzt, um einen Vertrag zwischen das Byzantinische und Osmanische Reich abzuschließen. Anforderungen des Vertrages waren unter anderem das Einstellen der geplanten Angriffe der Osmanen gegen Thrakien, um die Freilassung des Sohnes zu gewährleisten. Zudem musste Orhan I. die ganzen Kosten der nach Foca gesandten Schiffe übernehmen und die gesamten Schulden des Herrschers löschen. In der Tat mussten die Ausbreitungen der Osmanen bis zur Freilassung Halils eingestellt werden.

 

Die Bürokratie und Organisation unter der Leitung des Orhan I.

Grundbesitzscheine und Stiftungsurkunden aus der Zeit des Orhan I. sind ein Zeichen dafür, dass die Bürokratie bereits weiterentwickelt war. Orhan I. hat in Iznik eine Schule zur Ausbildung islamischer Geistlicher und Richter, genannt Medrese, gegründet, um die Ersten zu Richtern ausbilden zu lassen.

 

Der Tod des Orhan I.

In Bursa starb Orhan I. im fortgeschrittenen Alter 1362 an den Folgen der Pest. Es war bekannt, dass er unter einer Lebererkrankung litt und von einem byzantinischen Arzt betreut wurde. Sein Grabmal befindet sich in Bursa, neben dem des Vaters. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Murad I. zu seinem Nachfolger.

 

Quelle

www.beyaztarih.com

İnalcık, Halil, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 33, 2007.

In unserer Märzauflage haben wir über die Gründung des Osmanisches Reiches im Jahre 1299  berichtet. In dieser Auflage schauen wir uns die Geschehnisse in ihrer chronologischen Folge an.

Nachdem Osman I. seine Unabhängigkeit erklärte, konzentrierte er sich auf diverse Eroberungen. Durch die Eroberungen von Yundhisar und Yenisehir verlagerte er sein Machtzentrum von Karacahisar auf Yenisehir, woraufhin er gegen Provinzgouverneure des byzantinisches Reiches kämpfte, die weitere Expansionen verhindern wollten. Osman I. besiegte byzantinische Fürsten aus Bursa, Orhaneli, Kestel und Kite und eine weitere, von den byzantinischen Mächten unterstützte, Armee im Jahre 1302 in Bapheus. Die Schlacht von Bapheus galt als die erste Schlacht zwischen den Osmanen und den byzantinischen Streitmächten. Nach seinem Erfolg wandte sich Osman I. den Eroberungen von byzantinischen Böden, unter anderem Bursa, Iznik und Izmit.    

Osman I. eroberte 1308 Karahisar. Nachdem er 1315 seine Macht in Bursa erweiterte, übergab er seine Staatsangelgehenheiten wegen seines schlechten Gesundheitszustands seinem Sohn Orhan I. Dieser fuhr die Machterweiterungen fort und eroberte schließlich 1326 Bursa. Daraufhin ernannte er Bursa zur Hauptstadt des Osmanisches Reiches. Nach dem Tod des Vaters Osman I. im selben Jahr, gelang Orhan I. an die Führungsposition. In seinen ersten Führungsjahren eroberte die Armee des Osmanischen Reiches einen großen Teil der Halbinsel Kocaeli und erreichte nördlich somit mit ihrer Expansion den Bosporus und das Ufer des Schwarzen Meeres. Auf der anderen Seite hat die Armee Iznik belagert. Daraufhin gelang der byzantinische Kaiser Andronikos III. nach Anatolien, um die verlorenen Böden wiederzuerlangen. Im Folge dessen pausierte Orhan I. die Belagerung von Iznik und empfing das byzantinische Heer in Palekanon. Hier begann 1329 die Schlacht von Palekanon und endete mit dem Sieg des Osmanisches Reiches. Nach dieser Schlacht verringerte sich der Einfluss der byzantinischen Armee in Anatolien. Anschließend fuhr Osman I. mit der Belagerung Izniks fort. Nach einiger Zeit verlor das Volk in Iznik die Hoffnung auf externe Hilfe und übergab die Stadt 1331 den Osmanen. Mit der Eroberung von Gemlik im Jahre 1333 und Izmit 1337 beendete Osman I. das Dasein des byzantinisches Heeres in Anatolien. Im gleichen Jahr der Eroberung Izmits begann in Europa zwischen England und Frankreich der Hundertjährige Krieg, der bis 1453 andauerte.

Nachdem die Gebiete um Bursa und weitere anliegende Städte erobert wurden, näherte sich das Osmanische Reich dem Karesi-Fürstentum, welches seine Macht in Balikesir und Canakkale ausübte. Dieses Fürstentum hatte seine Ausbreitung in der Ägäis und in der Küste des Marmaragebietes. Nach dem Tod des Heerführers begannen Thronstreitigkeiten, weshalb es innerhalb des Fürstentums zu Unruhen kam. Aus dieser Situation profitierend eroberte Orhan I. 1345 die Gebiete des Karesi-Fürstentums. Außerdem nahm er die Karesi Flotte und deren Kommandanten ein. Somit wurde der Weg der Osmanen über die Dardanellen bis nach Rumelien erleichtert. Mit der Hinzunahme der Karesi-Gebiete legte das Osmanische Reich einen wichtigen Meilenstein für den türkisch politischen Bund in Anatolien.  

In unserer historischen Reihe, in der wir über den türkischen Staat berichten, gehen wir chronologisch weiter und sind nun in die Blütezeit des Osmanischen Reiches angelangt. Diese Zeit ist von dem Herrscher Kanuni, der Gesetzgebende, Sultan Süleyman geprägt. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den Sultan gesammelt. Wir berichten zudem über wichtige Ereignisse, die während der Herrschaft des Süleyman I. im Osmanischen Reich geschehen sind.   

 

Seine Jugend und der Aufstieg auf den Thron

 

Der Prinz Süleyman I. wurde am 27. April 1495 als Sohn Selims I. und seiner Frau Hafsa Sultan in Trabzon geboren. Bis zu seinem siebten Lebensjahr wurde Süleyman I. von seiner Mutter und väterlichen Großmutter erzogen. Daraufhin wurde er zu seinem Großvater Bayezid II. nach Istanbul geschickt. In Istanbul lernte er Geschichte, Naturwissenschaften, Literatur, Religion und Wehrtechnik und wurde mit einer großen Gewissenhaftigkeit und Disziplin erzogen. Wie jeder andere Prinz auch, wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt, um Staats- und Verwaltungsangelegenheiten zu erlernen. Nach dem Tod seines Vaters stieg er am 30. September 1520 mit fünfundzwanzig Jahren auf den Osmanischen Thron auf. Im Gegensatz zu vorherigen Herrschern verlief sein Thronaufstieg konfliktfrei, da er keine weiteren männlichen Geschwister hatte.



Die Feldzüge und die Ausbreitung des Osmanischen Reiches

 

Kanuni Sultan Süleyman I. beschäftigte sich in den ersten Jahren seiner Herrschaft mit einigen internen Aufständen. Alle Aufstände wurden vonseiten der Osmanischen Kräfte unterdrückt, sodass Süleyman I. seine Souveränität festigen konnte. Während seiner Zeit als Herrscher hatte das Osmanische Reich gegenüber anderen Mächten die Stellung als reichste und stärkste Weltherrschaft. In Europa galt Süleyman I. als „prächtiger Mann“. Seinen Beinamen Kanuni, der Gesetzgebende, erhielt er aufgrund seiner Gewissenhaftigkeit Gesetze zu verschriftlichen und diese gerecht umzusetzen.

 

Der prächtige Süleyman übernahm von seinem Vater 6.557.000 km2 Osmanisches Reich, das er durch seine Eroberungen auf 14.893.000 km2 Land erweiterte. Durch seine Eroberung von Belgrad im Jahr 1521 und Belagerung der wichtigen Insel Rhodos im Jahr 1522 öffnete er wichtige mitteleuropäische Wege für das Osmanische Reich. Dadurch stabilisierte er seine Herrschaft im Mittelmeergebiet. Süleyman I. begann 1526 die bislang größte Schlacht gegen ungarische Truppen. In der Schlacht bei Mohács erlitt das Heer des Königreiches Ungarn eine vernichtende Niederlage, sodass Kanuni am 20. September 1526 in die damalige ungarische Hauptstadt Buda zog.

Überdies wollte Kanuni Sultan Süleyman die Aktivitäten auf dem Meer steigern. Aufgrund dessen ernannte er 1533 den Khair ad-Din Barbarossa zum Oberbefehlshaber der osmanischen Mittelmeermarine, auch bekannt als Kaptan-ı Derya. Dadurch konnte er Algerien zum Osmanischen Reich hinzufügen.  

Barbarossa belagerte venezianische Inseln im Ägäischen Meer. 1538 begann die Seeschlacht von Preveza zwischen der Flotte des Osmanischen Reiches und der Flotten der Venezianer, Genuesen, Malteser, Portugiesen und Spanier. Das Osmanische Reich ging mit 122 Schiffen in die Schlacht, wohingegen die Flotte der Gegner aus 602 Schiffen bestand. Khair ad-Din Barbarossa erzielte in dieser Schlacht großen Erfolg. Die Seeschlacht von Preveza ging in die Geschichte ein und wurde als ein großer Sieg im Mittelmeer angesehen.

Die Handlungen und sein Tod

In seiner 46 Jahre langen Herrschaftsphase konnte Süleyman I. seinen Namen der Welt verkünden. Seine Lebenszeit wurde als „türkisches Jahrhundert“ angesehen, da in dieser Zeit weise Staatsmänner und Wissenschaftler ausgebildet wurden. Diese waren unter anderem der Großwesir Ibrahim Pascha, Lutfi Pascha, Sokollu Mehmed Pascha, das geistliche Oberhaupt Ibn-i Kemal, Mehmed Ebussuud Efendi, die Dichter Baki und Fuzuli, der Architekt Sinan und Kaptan- ı Derya Khair ad-Din Barbarossa. Zugleich war Süleyman I. ein bekannter Dichter. Die eventuell berühmtesten Verszeilen sind folgende:

 

„Zwischen dem Volk gibt keine geehrte Substanz wie die Regierung,

Die Regierung auf der Welt ist wie ein Hauch Gesundheit.

Das Sultanat ist wie ein Weltkrieg,

Das Schicksal und Glück sind auf der Welt wie eine Einheit.“


1566 begann Kanuni Sultan Süleyman trotz seiner Krankheit seinen dreizehnten und letzten Feldzug nach Szigetvár. In dieser Zeit war er dreiundsiebzig Jahre alt. Da Szigetvár von Gewässern und Flüssen umgeben war, war die Belagerung nicht einfach. Am letzten Tag der Belagerung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, sodass er am Morgen des 7. September 1566 starb. Sein Tod wurde achtundvierzig Tage lang verschwiegen.

In seiner 46 Jahre langen Amtszeit ließ Sultan Süleyman Aquädukte, Medresen, Karawansereien, orientalische Bäder und königliche Gärten bauen. Istanbul gewann in dieser Zeit den Anschein einer großen Stadt. Das Goldene Horn wurde zum lebhaftesten Hafen. In dieser Zeit baute der Architekt Sinan viele Moscheen und ihre Komplexe in Istanbul. Diese sind die Süleymaniye-Moschee und ihr Komplex, Sehzade-Moschee und ihr Komplex, Yavuz Selim-Moschee und ihr Komplex, Cihangir-Moschee, Mihrimah-Sultan-Moschee in Edirnekapi, weitere Moscheen in Üsküdar, der Haseki Sultan Complex und das Haseki-Hamam im Namen der Roxelane.

Der Prinz Selim I. kam 1470 in Amasya auf die Welt. Später wurde ihm von seinem Opa Fatih Sultan Mehmed, aufgrund seines strengen Temperaments, der Beiname Yavuz gegeben. Wie jeder andere Prinz auch, war der Sultan Selim I. vor seiner Zeit als Herrscher als Provinzgouverneur tätig, um Staats- und Verwaltungsangelegenheiten zu erlernen. Seine Tätigkeit als Provinzgouverneur dauerte in Trabzon 24 Jahre. Hier genoss Selim I. die bestmögliche Ausbildung von privaten Lehrern. In Trabzon ließ er viele Moscheen, Stiftungen und Medresen errichten.

Die militärische und wirtschaftliche Unterstützung beim Thronaufstieg erhielt er vom Khan des Krimkhanats, Meñli I. Giray. Selim I. war im Thronstreit mit seinen Brüdern und 42 Jahre alt, als er den Thron betreten konnte. Zudem brachte er gute Erfahrungen mit sich. Er war berühmt für sein gutes Reiten, den Umgang mit dem Schwert und sein Können im Ringen. Auch wenn er das Kämpfen mochte, hatte er ein Interesse an der Kunst und der Dichtung. Er fand kein Gefallen an Schaustellung und Verschwendung. Außerdem vervielfältigte er die Staatskasse und ließ die Türe der Staatskasse versiegeln. In seinem Testament ließ er folgende Aufforderung festhalten: „Die Kasse, die ich mit Gold gefüllt habe, soll einer meiner Enkelkinder füllen und mit dem eigenen Siegel versehen, denn anderenfalls wird sie von der Finanzverwaltung mit meinem Siegel versehen werden.“ Diesem Testament wurde gefolgt. Seither konnte kein Herrscher die Kasse füllen, sodass sie durchweg mit dem Siegel von Yavuz versehen blieb.

In der Zeit des Thronaufstiegs verbreitete sich das Osmanische Reich. Selim I. vervielfältigte das Reich innerhalb von acht Jahren um das 2,5-fache, sodass es eine Fläche von 6.557.000 km² umfasste. Das Reich war auf Asien, Afrika und Europa verbreitet. Außerdem kämpfte er gegen Truppen, die die wirtschaftliche Einheit Anatoliens bedrohten. Anschließend begann er die Ägyptenexpedition. Durch diese Expedition konnte der Titel des Kalifen in die Dynastie des Hauses Osman übertragen werden. Ferner konnten die zwei wichtigsten wirtschaftlichen Zweige der osmanischen Epoche, die Seidenstraße und der Gewürzhandel, geregelt werden. Dadurch war der Handel mit dem Osten an das Osmanische Reich gebunden. Während der Ägyptenexpedition besuchte Sultan Yavuz Selim Jerusalem und wurde hier von den Anführern aller drei Religionen in Empfang genommen. 1517 fand die Schlacht von Raydaniyya statt, in der die Osmanischen Truppen nach Kairo gedrungen sind. Hier ließ er in seinem Namen eine Predigt halten und wählte Kasri Yusuf zum Herrscher.

Im September 1520 erkrankte er unterwartet an Milzbrand, sodass eine Wunde an seinem Körper sichtbar wurde. Infolgedessen starb er im Alter von 49 Jahren. Sein Sohn Süleyman I. gelang an die Herrschaft. Der Sultan Selim I. konnte durch sein wirtschaftliches und militärisches Können, seine achtjährige Herrschaft und die damit verbundene Ausbreitung des Reiches und Vergrößerung des Besitzes und durch seine Werke, die er in verschiedenen Gebieten des Landes errichten ließ, in die Osmanische Geschichte eindringen.

Quellen: http://www.istanbultarih.com/Makale/cesaretin-ve-tevazunun-sultani-yavuz-sultan-selim-han.html

https://www.beyaztarih.com/ansiklopedi/i.selim

Emecen, Feridun, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 36, 2009

https://www.antoloji.com/yavuz-sultan-selim/hayati/

Zweifellos ist Omar Khayyam eines der wichtigsten Persönlichkeiten, das die persische Kultur hervorgebracht hat. Obwohl er im 11. Jahrhundert lebte, ist er dank seiner Entdeckungen und seiner zeitlosen Werke auch nach einem Jahrtausend bekannt. Seine Werke wurden in fast jede westliche Sprache übersetzt und er ist einer der meistgelesenen Gelehrten des Nahen Ostens. Im Folgenden werden wir Ihnen über das Leben von Omar Khayyam, seiner schulischen Ausbildung, der Wissenschaft und natürlich von seinen Vierzeilern (Rubaiyat) berichten, die ihn zu einer Berühmtheit gemacht haben.

Leben und Lehre

    Sein voller Name lautet Ghiyath al-Din Abu'l-Fath Umar ibn Ibrahim Al-Nisaburi al-Khayyami. Er wurde am 8. Mai 1048 in Nishabur, Iran geboren. Khayyam lebte in einer Zeit, in der Iran von den Seldschuken regiert wurde. Er reiste in die großen Städte wie Horasan, Balch, Buxoro und Merv, die in dieser Zeit als Bildungs- und Wissenschaftszentren galten. Während dieser Zeit perfektionierte er sich in den naturwissenschaftlichen Gebieten wie Astronomie, Mathematik und Physik. Er erhielt einen Ruf als einen berühmten Gelehrten, heutzutage würde man ihn gewiss als Genie bezeichnen. Außerdem  war er eine vielseitige Person, die sich auch für Musik, Poesie und Literatur interessierte.    Mit dem Seldschukenherrscher Malik Schah und dem Nizam al-Mulk, der den Karachaniden angehörte, führte er eine enge Beziehung und war in deren Palästen ein willkommener und gern gesehener Gast. Von den Palastangehörigen wurde er immer respektvoll und freundlich behandelt, allerdings entschied er sich, nicht in die Staatsangelegenheiten einzugreifen, da er sich von den Intrigen fernhalten wollte.

Beiträge zur Wissenschaft

    Insbesondere seine Beträge zur Mathematik sind unumstritten.  Khayyam befasste sich mit den Gleichungen und erfand den binomischen Lehrsatz und die Anordnung dessen Koeffizienten. Außerdem verfasste er ein Werk über die Polynomgleichungen dritten Grades und benutzte das arabische Wort „etwas“ für die Variablen. Als dieses Werk später ins Spanische übersetzt wurde, hat man das Wort als „xay“ übertragen und so begann man in der Mathematik für die Variable das Symbol „x“ zu verwenden.                                         Obwohl einige seiner Arbeiten schriftlich nicht niedergelegt wurden, hat Khayyam viele Erfindungen sowohl zu jener Zeit als auch die zukünftigen, beeinflusst. Am 21. März 1079 wurde der Nouruz-Namen-Kalender eingeführt, für dessen Berechnung Khayyam das Sonnenjahr als Basisgröße genommen hat. Im Gegensatz zum gregorianischen Kalender, der heutzutage in Verwendung ist und alle 3330 Jahre einen Mangel um einen Tag aufweist, driftet dieser Kalender lediglich alle 5000 Jahre um einen Tag ab.

Rubaiyat

Du sprichst mir von Huris, vom Paradiese,
Von Eden Lusterfüllter goldner Wiese. 
Geh, nimm den Pfennig hin und lass mich gehn
Von ferne nur hört sich die Trommel schön.

 

    Rubai ist ein in der persischen und östlichen Literatur beliebte Gedichtform, die aus vier Zeilen bestehet und dessen Schöpfer Omar Khayyam ist. Der Stil der Vierzeiler ist schlicht, fließend und leicht verständlich. Die Rubaiyat entstanden aufgrund der Erfahrungen und Beobachtungen von Khayyam, die er sinnvoll selektierte und philosophisch zum Ausdruck brachte. In seinen Gedichten kritisiert und verspottet er auch die Ungerechtigkeiten und Absurditäten seiner Zeit. Thematiken wie die Liebe, die Welt, das Leben und über die Bedeutsamkeit der Existenz betrachtete er aus einer metaphysischen Sicht und schrieb in einer Weise, dass jeder sie lesen kann. Daher haben seine Rubaiyat in jeder Epoche für jeden Leser einen Sinn ergeben und aus diesem Grund wurden die Vierzeiler in derart viele Sprachen übersetzt und eine hohe Anerkennung geerntet. Die Anzahl seiner Rubaiyat beträgt etwa zweihundert, es werden ihm jedoch viele andere Rubaiyat zugeschrieben.

    Omar Khayyam, der nach Avicenna, als der größte Gelehrte des Ostens angenommen wird, starb am 4.Dezember 1131, an seinem Geburtsort Nishabur im Alter von 83 Jahren und hinterließ ein Erbe, das über die Jahrhunderte hinausgeht.

Quelle:    https://www.ensonhaber.com/biyografi/yazar/omer-hayyam-kimdir     https://listelist.com/omer-hayyam-rubailer/

Der Élysée Vertrag - 56. Jahre politische und kulturelle Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterschrieb der damals im Amt agierende Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen mit seinem Pendant aus Frankreich- Charles de Gaulle- den Élysée Vertrag. Dieses Dokument besiegelte einen Neubeginn für beide Länder, die durch die Weltkriege ohnehin viel aufzuarbeiten hatten. Die Vergangenheit sollte damit endgültig abgeschlossen werden. Der Vertrag war von nun an der Wegbereiter für eine partnerschaftliche Zukunft, die heute noch Bestand hat.

In den folgenden Jahren wurde Paris gemeinsam mit Berlin zu den größten Einflussfaktoren in der europäischen Politik. Beide Länder waren maßgeblich an der Gestaltung und Erhaltung der europäischen Union beteiligt. Der Élysée Vertrag  basiert lediglich auf wenige Paragraphen, die eine enorme Bedeutung tragen. Neben dem politischen Statement, den dieses Schriftstück darstellt, symbolisiert es die zukünftige Freundschaft beider Länder. In diesem Zusammenhang würden sich in Zukunft Funktionäre beider Länder regelmäßig treffen und über mögliche politische Entscheidungen austauschen und im Einvernehmen des Partnerlandes beschließen.

Im Dienste der Zusammenarbeit wurde 1993 das „Deutsch-Französische Jugendwerk“ gegründet. Die Absicht dabei war, die Beziehung zu intensivieren, welche den kulturellen Teil des Vertrages darstellt. In diesem Jahr wird der Vertrag 56 Jahre alt, an den sich jährlich erinnert wird. Dazu gehörte auch das in der Vergangenheit durchgeführte Deutsch-französische Kulturfestival. Im facettenreichen Festival konnten neben speziellen Briefmarken auch Metallmünzen, sowie weitere Elemente, die an beide Länder erinnern, besichtigt werden. Zudem wehte in Berlin neben der deutschen Flagge auch die französische Flagge.

Quellen: https://p.dw.com/p/17Jfu

https://www.bbc.com/turkce/haberler/2013/01/130122_france_germany.shtml

Bayezid II. war dafür bekannt, dass er Kriege vermied und Istanbul nicht verließ, um die Hauptmacht zu schützen. Außerdem hatte er, wie viele Herrscher vor seiner Zeit, ein großes Interesse an der Dichtung. Unter dem Dichternamen „Adli“, der Gerechte, schrieb er türkische und persische Gedichte. Außerdem hatte er eine Begabung für die Kalligrafie. In dieser Auflage haben wir wichtige Informationen über den ältesten Sohn des Fatih Sultan Mehmeds, Bayezid II., gesammelt. Wir berichten über sein Leben und die Lage des Osmanischen Reiches während seiner Regierung.

Der Prinz Bayezid in seiner Jugend

Der Prinz Bayezid wurde 1448 in Dimotika geboren. Mit 7 Jahren wurde er zum Sancak-Fürstentum gesandt. Dieser Bezirk war seit den Seldschuken ein wichtiger Mittelpunkt der Wissenschaft und Kultur. Viele Prinzen wurden für die Ausbildung hergeschickt. Bayezid II. lernte im Rahmen seiner Ausbildung arabisch, persisch, den tschagataischen Dialekt und das uigurische Alphabet. Zudem studierte er neben den Islamwissenschaften Mathematik und Philosophie.

Der Aufstieg auf den Thron und die Zeit der unruhigen Herrschaft

Nach dem frühen Tod des Fatih Sultan Mehmeds im Jahre 1481 bestieg er mit Unterstützung der Janitscharen und Staatsmänner den Thron. Der Thron war für sein Alter ein großes Erbe. Sein Bruder Cem Sultan jedoch behauptete ebenfalls einen Anspruch auf den Thron seines Vaters zu haben und sprach in Bursa seine Herrschaft aus. Dies hatte zu Folge, dass Unruhen im Osmanischen Reich entstanden. Nachdem Cem Sultan den Kampf gegen die Truppen des Bayezid II. verlor, suchte er Zuflucht im Mamluk-Sultanat und floh nach Ägypten. Anschließend wurde er von den Rittern aus Rhodos gefangen gehalten, woraufhin er nach Frankreich gesandt wurde. Cem Sultan wurde gegenüber Bayezid II. als einen Trumpf angesehen. Nachdem Cem Sultan 1495 aufgrund einer Vergiftung starb, brauchte Bayezid II. keine Zugeständnisse mehr zu machen. Auch wenn diese Lage zunächst als ein Streit innerhalb des Osmanischen Reichs begann, beeinflusste sie die Außenwelt. Schlussendlich geriet Bayezid II. in einen Krieg mit dem Mamluk-Sultanat, den Venezianern und dem ungarischen Volk.

Der Rücktritt vom Thron und die Hinterlassenschaft

Auch wenn Bayezid II. Kriege scheute, verbrachte er sein Leben voller Auseinandersetzungen. Nachdem er 30 Jahre seinen Thron verteidigte, musste er vom Thron zurücktreten. Hierbei übten die Janitscharen, die ihn anfangs unterstützten, Druck auf ihn aus. Somit verließ er 1512 seinen Thron. Als er auf dem Weg zu seinem Geburtsort Dimotika Istanbul verließ, starb er 1512 in der Nähe von Corlu. Die Todesursache war nicht bekannt. Den Vermutungen zufolge wäre er vergiftet worden. Seine Leiche wurde in Istanbul in einer Moschee, die auf dem, nach ihm benannten, Beyazit-Platz steht, begraben. In den darauffolgenden Jahren wurde dort ein Grabmal aufgestellt.   

Bayezid II. ließ das erste große Werk in der Geschichte der Osmanen schreiben. Er ließ die berühmte Herberge Koza Han in Bursa und viele weitere Werke errichten. Zudem beachtete er die Epoche der Renaissance in Europa und korrespondierte mit Leonardo Da Vinci. Da Vinci berichtete ihm, dass er bereit wäre über dem Goldenen Horn und der Meerenge eine Brücke zu bauen. Diese Vorstellungen wurden jedoch nicht umgesetzt.

Quellen: Turan, Şerafettin, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 5, 1992

https://www.yazilibilgi.com/2015/02/ii-bayezid-hayat-ksaca-biyografisi.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Bayezid I., genannt Yildirim, „der Blitz”, wurde im 1360 in Edirne geboren. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern im Palast in Bursa und genoss eine gute Erziehung. In seiner Jugendzeit war er im Regierungsbezirk Kütahya als Provinzgouverneur tätig. Aufgrund des Testaments vom Sultan Murad I. bekam er 1389 das Amt des Herrschers. Zu der Zeit war er 29 Jahre alt. Durch seinen Mut und seine schnelle Reaktionsfähigkeit während Schlachten bekam er den Spitznamen „der Blitz“.

In seinen ersten Herrschaftsjahren war der Sultan Bayezid damit beschäftigt die Fürstentümer Aydin, Saruhan, Germiyan, Mentese und Hamid in Anspruch zu nehmen, woraufhin er sich dem Balkangebiet zuwandte. Es fiel ihm nicht schwer die bereits lokal in Konflikte verwickelte Regierungen im Balkangebiet unter seine Herrschaft zu bringen.  

Bei der Schlacht bei Nikopolis besiegte er die Kreuzfahrer. Dieser Erfolg führte nicht nur dazu, dass Sultan Bayezid seine Macht festigte, sondern auch zum Steigen seines Ansehens auf islamischen Böden. Nach dieser Zeit begann eine große Auswanderung von Gebieten wie Iran und Irak in das Anatolien.

Die Belagerung Istanbuls und administrative Erneuerungen

Das größte angestrebte Ziel des Sultan Bayezid war zweifellos die Eroberung Istanbuls. Aus diesem Grund errichtete er die Festung Anadolu Hisar auf der Seite des Bosporus. Obwohl er bereits drei Mal Istanbul umzingelte, reichte seine Kraft nicht aus die Stadt zu erobern. Dabei wurde er sowohl von Gefahren aus dem Westen als auch aus dem Osten aufgehalten. Ferner besaß er auch die notwendige Technik und Berater nicht. Somit konnte er sein angestrebtes Ziel nicht verwirklichen.    

Auf der anderen Seite wurden wichtige bürokratische Erneuerungen in der Organisation und die Ausweitung des Hauptvermögens zu dieser Zeit verrichtet. Die ältesten Quellen zur Bevölkerung in den eroberten Gebieten und Feststellung von Grundstücken und unbeweglichen Gütern beruhen auf diese Zeit. Viele Eigentümer von Stiftungen sind auf stattliche Macht übergegangen. Es sind zudem Quellen vorhanden, die berichten, dass Bayezid diejenigen Richter hart bestrafte, die ihr Amt missbrauchten.

Der Blitz Bayezid hat auf osmanischen Böden verteilt Moscheen, Gebetsräume, Krankenhäuser, Medresen, Wohltätigkeitseinrichtungen und Gasthöfe errichtet. Außerdem wurden für all diese Einrichtungen Stiftungen gegründet. Die Große Moschee von Bursa ist eines der wichtigsten Werke Bayezids. Es ist ebenso bekannt, dass Bayezid Gedichte sehr mochte und auch selbst ein Dichter war. In seinen Gedichten benutzte er den Künstlernamen „der Blitz“.

Die Schlacht bei Ankara und der Tod des Bayezid

Der mächtige Herrscher Timur (1335-1405), der in Zentralasien und im Iran eine scharfe Herrschaft ausübte, vernichtete die Dynastien Cagatay, Haremsah und Ilhan, bevor er sich den anatolischen Gebieten widmete. Er sah sich selbst als die natürliche Krampfader dieser Dynastien. Als er 1400 den anatolischen Boden betrat, eroberte er die Hauptstadt des Kadi Burhan al-Din-Reiches, Sivas. Als die Turkmenen diese Eroberung wahrgenommen haben, begaben sie sich auf die Seite des Timurs.  

Nach diesen Ereignissen war die Begegnung des Sultans Bayezid und Timurs unumgänglich. Diese zwei großen Herrscher waren gezwungen aufeinanderzutreffen, da beide das Ziel der Herrschaft über die türkische Welt hatten. Am 27. August 1402 trafen die Armeen auf der Ebene von Çubuk, nördlich von Ankara, zusammen. Die geographische Lage des Heeres von Timur war günstiger und das Heer größer als das der Osmanen. Obwohl das osmanische Heer anfangs in Führung geriet, hat es die Schlacht verloren. Ein wichtiger Grund dafür war auch die Tatsache, dass turkmenische und serbische Kräfte das Heer Timurs stärkten. Das osmanische Heer fiel und Bayezid geriet zusammen mit seinen zwei Söhnen in Gefangenschaft. Nach 13 Herrschaftsjahren starb der Blitz Bayezid nach 7 Monaten und 12 Tagen Gefangenschaft im Alter von 44 Jahren.  

 

Quellen:

İnalcık, Halil. (2008), Osmanlı İmparatorluğu Klasik Çağ (1300–1600. S: 21-22. YKY, İstanbul.

İnalcık, Halil. (2000), Osmanlı’da Devlet, Hukuk, Adalet, S:31. Eren, İstanbul.

Shaw, Standford. (1982), Osmanlı İmparatorluğu ve Modern Türkiye, s: 54–62. e yay. İstanbul

http://www.ybu.edu.tr/custom_page-328-yildirim-beyazit-kimdir?.html

http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

Der Sultan Murad I. kam 1326 in Bursa auf die Welt. Seine Mutter, Nilüfer Hatun, war die Tochter eines byzantinischen Statthalters. Seine erste Ausbildung bekam Murad I. bei seiner Mutter, woraufhin er später in Medresen in Bursa mit Wissenschaftlern und Künstlern zusammenarbeitete. Er war bekannt als ein netter, höflicher und liebevoller Mann. Insbesondere half er armen und alleinstehenden Menschen und schätzte und respektierte Künstler. Nach dem Tod seines Vaters konnte er 1359 als dritter Sultan des Osmanischen Reiches den Thron besteigen.

Auch wenn sein Fokus auf die Eroberung des Balkans gerichtet war, war er in diplomatischen und militärischen Beziehungen verwickelt, um seine Herrschaft im Anatolien zu schützen und zu festigen.

 

Die Ereignisse und Kriege im Balkangebiet

Murad I., später Murad Hüdavendigar genannt, eroberte 1363 Edirne, nachdem er das byzantinische Heer und die Bulgaren bei der Schlacht Adrianopels niederschlug. Daraufhin eroberte er die Städte Komotini und Plowdiw und machte sich mit seinem Heer auf den Weg nach Istanbul, wobei er bereits Catalca erreichte. Mit der Eroberung der Städte Komotini und Plowdiw endete die Beziehung des byzantinischen Reiches mit dem Balkan.  

Diese Eroberungen beunruhigten die jeweilige Völker, sodass diese ihre Städte zurückerobern und die Türken aus Rumelien vertreiben wollten. Infolgedessen bildete sich ein Heer der Kreuzritter bestehend aus ungarischen, bulgarischen, serbischen, rumänischen und bosnischen Truppen und ging auf Edirne los. Jedoch konnte die Truppe nach dem Überqueren des Flusses Mariza von osmanischen Soldaten besiegt werden. Dieses Ereignis im Jahre 1364 ist als die Schlacht von Sirpsindigi bekannt. Somit hatte das Bündnis der ersten Kreuzritter-Truppe keinen Erfolg. Nach dieser Schlacht wurde Edirne zur Hauptstadt erhoben und die ungarische Macht im Balkan gebrochen. Auch die Bulgaren haben die Macht des Osmanischen Reiches anerkannt und wurden zu Steuerabgaben verpflichtet. Die Ernennung Edirnes zur Hauptstadt war zudem ein Zeichen des Osmanischen Reiches für weitere Eroberungen im Balkan und im Westen.

Die fortschreitende Entwicklung im Balkan und der gefallene Murad I.

In der Schlacht an der Mariza 1371 unterlag das serbische Heer dem osmanischen. Dieser Sieg eröffnete dem Osmanischen Heer den Weg nach Makedonien. Die Serben akzeptierten ebenfalls die Souveränität der Osmanen und wurden zu Steuerabgaben und Bereitstellung von Soldaten verpflichtet.  

Nach einiger Zeit, im Jahre 1389, verbündeten sich die Balkanstaaten gegen das Osmanische Reich. Daraufhin nahm Murad I. die Hilfe der anatolischen Fürstentümer der Karamaniden, der Aydinoglu und der Saruchaniden in Anspruch und betritt die Balkangebiete. Es begann die Schlacht auf dem Amselfeld, auf der das osmanische Heer zum ersten Mal Kanonen einsetzte und letztendlich seinen Sieg verkündete. Am Ende der Schlacht wurden die Balkan-Territorien, die bis zur Donau reichten, von den Osmanen besetzt. Der Sultan Murad I. fiel nach der Schlacht. Er wurde von einem serbischen Edelmann, Miloš Obilić, Schwiegersohn des serbischen Fürsten Lazar, erdolchen. Murad I. schaffte es während seiner 30-jährigen Herrschaft sowohl sein Staatsterritorium zu verfünffachen, die Janitscharen, die Elitetruppe der Armee, zu gründen als auch durch seine tolerante Politik das Vertrauen und den Respekt des in den eroberten Gebieten lebenden Volkes zu gewinnen.  

 

Quelle: http://www.ttk.gov.tr/tarihveegitim/osmanli-padisahlari/

http://www.beycan.net/1171/1-murat-donemi-1362-1389.html

Wir fahren mit der Geschichte des Osmanischen Reiches, welches als ein kleines Fürstentum in Anatolien begann, chronologisch fort. Orhan I. setzte seine Eroberungen im Marmaragebiet fort und nahm zusätzlich das Land des Fürstentums der Karesi ein. Diese Einnahme war auf dem Weg zur politischen Einheit ein erster entscheidender Schritt. Im Westen jedoch gab es weiterhin Uneinigkeiten mit dem Byzantinischen Reich.

 

Die Rolle des Orhan I. im byzantinischen Bürgerkrieg

Das Byzantinische Reich befand sich in einer unruhigen Lage. Der byzantinische Kaiser Johannes VI. strebte die absolute Herrschaft an und verheiratete seine Tochter Theodora 1346 mit Orhan I. Der Hintergedanke des Vaters bei der Eheschließung war eine Gegenleistung in Form einer militärischen Unterstützung. Nach einer einjährigen Kooperation besetzte Johannes VI. zusammen mit seinen 1000 Soldaten den Palast in Istanbul und wurde zum Bündnispartner des jungen Herrschers.

Zeitgleich ging das Osmanische Heer auf die europäische Seite Istanbuls über und nahm wichtige Burge ein. Orhan I. sah die Republik Genua, die eine starke Seemacht besaß, als einen guten Bündnispartner. Dadurch sollte seine Macht am Bosporus standhalten. Diese Situation bereitete dem Byzantinischem Reich große Sorgen.

 

Die Entwicklungen im Anatolien

Als weitsichtiger Herrscher verfolgte Orhan I. zudem die Geschehnisse in Zentralanatolien. Letztlich profitierte er von den Unruhen dieser Gebiete und besetzte Ankara und Sivrihisar. Diese Einnahme kann als Beginn eines großen Kampfes zwischen den Osmanen und Karamaniden gelten.

 

Pilgerfahrt

Die Staatsreligion von Byzanz war das orthodoxe Christentum. Dennoch hatte der Herrscher die Absicht einen katholischen Papst einzusetzen. Aufgrund dessen forderte er aus Venedig, Zypern und Rhodos fünfzehn Schiffe, 500 Ritter und 1000 Soldaten. Zeitgleich wurde der Sohn des Orhan Halil gefangen genommen. Dieser Umstand wurde ausgenutzt, um einen Vertrag zwischen das Byzantinische und Osmanische Reich abzuschließen. Anforderungen des Vertrages waren unter anderem das Einstellen der geplanten Angriffe der Osmanen gegen Thrakien, um die Freilassung des Sohnes zu gewährleisten. Zudem musste Orhan I. die ganzen Kosten der nach Foca gesandten Schiffe übernehmen und die gesamten Schulden des Herrschers löschen. In der Tat mussten die Ausbreitungen der Osmanen bis zur Freilassung Halils eingestellt werden.

 

Die Bürokratie und Organisation unter der Leitung des Orhan I.

Grundbesitzscheine und Stiftungsurkunden aus der Zeit des Orhan I. sind ein Zeichen dafür, dass die Bürokratie bereits weiterentwickelt war. Orhan I. hat in Iznik eine Schule zur Ausbildung islamischer Geistlicher und Richter, genannt Medrese, gegründet, um die Ersten zu Richtern ausbilden zu lassen.

 

Der Tod des Orhan I.

In Bursa starb Orhan I. im fortgeschrittenen Alter 1362 an den Folgen der Pest. Es war bekannt, dass er unter einer Lebererkrankung litt und von einem byzantinischen Arzt betreut wurde. Sein Grabmal befindet sich in Bursa, neben dem des Vaters. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Murad I. zu seinem Nachfolger.

 

Quelle

www.beyaztarih.com

İnalcık, Halil, Türkiye Diyanet Vakfı İslam Ansiklopedisi, cilt 33, 2007.

In unserer Märzauflage haben wir über die Gründung des Osmanisches Reiches im Jahre 1299  berichtet. In dieser Auflage schauen wir uns die Geschehnisse in ihrer chronologischen Folge an.

Nachdem Osman I. seine Unabhängigkeit erklärte, konzentrierte er sich auf diverse Eroberungen. Durch die Eroberungen von Yundhisar und Yenisehir verlagerte er sein Machtzentrum von Karacahisar auf Yenisehir, woraufhin er gegen Provinzgouverneure des byzantinisches Reiches kämpfte, die weitere Expansionen verhindern wollten. Osman I. besiegte byzantinische Fürsten aus Bursa, Orhaneli, Kestel und Kite und eine weitere, von den byzantinischen Mächten unterstützte, Armee im Jahre 1302 in Bapheus. Die Schlacht von Bapheus galt als die erste Schlacht zwischen den Osmanen und den byzantinischen Streitmächten. Nach seinem Erfolg wandte sich Osman I. den Eroberungen von byzantinischen Böden, unter anderem Bursa, Iznik und Izmit.    

Osman I. eroberte 1308 Karahisar. Nachdem er 1315 seine Macht in Bursa erweiterte, übergab er seine Staatsangelgehenheiten wegen seines schlechten Gesundheitszustands seinem Sohn Orhan I. Dieser fuhr die Machterweiterungen fort und eroberte schließlich 1326 Bursa. Daraufhin ernannte er Bursa zur Hauptstadt des Osmanisches Reiches. Nach dem Tod des Vaters Osman I. im selben Jahr, gelang Orhan I. an die Führungsposition. In seinen ersten Führungsjahren eroberte die Armee des Osmanischen Reiches einen großen Teil der Halbinsel Kocaeli und erreichte nördlich somit mit ihrer Expansion den Bosporus und das Ufer des Schwarzen Meeres. Auf der anderen Seite hat die Armee Iznik belagert. Daraufhin gelang der byzantinische Kaiser Andronikos III. nach Anatolien, um die verlorenen Böden wiederzuerlangen. Im Folge dessen pausierte Orhan I. die Belagerung von Iznik und empfing das byzantinische Heer in Palekanon. Hier begann 1329 die Schlacht von Palekanon und endete mit dem Sieg des Osmanisches Reiches. Nach dieser Schlacht verringerte sich der Einfluss der byzantinischen Armee in Anatolien. Anschließend fuhr Osman I. mit der Belagerung Izniks fort. Nach einiger Zeit verlor das Volk in Iznik die Hoffnung auf externe Hilfe und übergab die Stadt 1331 den Osmanen. Mit der Eroberung von Gemlik im Jahre 1333 und Izmit 1337 beendete Osman I. das Dasein des byzantinisches Heeres in Anatolien. Im gleichen Jahr der Eroberung Izmits begann in Europa zwischen England und Frankreich der Hundertjährige Krieg, der bis 1453 andauerte.

Nachdem die Gebiete um Bursa und weitere anliegende Städte erobert wurden, näherte sich das Osmanische Reich dem Karesi-Fürstentum, welches seine Macht in Balikesir und Canakkale ausübte. Dieses Fürstentum hatte seine Ausbreitung in der Ägäis und in der Küste des Marmaragebietes. Nach dem Tod des Heerführers begannen Thronstreitigkeiten, weshalb es innerhalb des Fürstentums zu Unruhen kam. Aus dieser Situation profitierend eroberte Orhan I. 1345 die Gebiete des Karesi-Fürstentums. Außerdem nahm er die Karesi Flotte und deren Kommandanten ein. Somit wurde der Weg der Osmanen über die Dardanellen bis nach Rumelien erleichtert. Mit der Hinzunahme der Karesi-Gebiete legte das Osmanische Reich einen wichtigen Meilenstein für den türkisch politischen Bund in Anatolien.