18 Jan 2020
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Eine Geschichte von Ausdauer und Erfolg: HAYRİ GÜNEŞ VE MÜYESE GÜNEŞ

BADEN-WÜRTTEMBERG
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Im Rahmen eines Gesprächs hatten wir die Gelegenheit, mehr über die beispielhaften Persönlichkeiten aus unserer Region Hayri Günes und Müyese Günes zu erfahren. Das durch ihre eifrige und entschlossene Art im Arbeitsleben glänzende Pärchen, verfolgt ein interessantes und erfolgreiches Leben im Familienbetrieb, die inspirierend sind.  

  1. Herr Hayri Günes, können Sie zunächst ein wenig über Ihre Vergangenheit berichten? Wo sind Sie geboren? Wie kamen Sie nach Deutschland?

1947 kam ich im kleinen Dorf Doğanpınar aus der Provinz Gaziantep zur Welt. Der Traum von Deutschland begann bereits in meiner Jugend. 1970 nahm ich einen kleinen Holzkoffer, ein paar Kleinigkeiten und wenig Geld mit und ging nach Österreich. Zunächst habe ich dort in Wien gearbeitet. Durch einen Vermittler kam ich 1971 nach Deutschland, genauer gesagt nach Breisach. Anfangs arbeitete ich in einer Textilfirma. Später brachte ich meine Frau nach Antragsstellung hierher. Gemeinsam mit meiner Frau arbeiteten wir in der Textilfirma bis 1978.

         2. Wie war ihr Weg zur Selbstständigkeit?

Gemeinsam mit meiner Frau eröffneten wir mit unserer Ersparnis aus der Firmenzeit ein kleines Geschäft. Wir verkauften Lebensmittel. In den 1970ern war es schwierig, türkisches Käse, Oliven oder Knoblauchwurst zu finden. Wir konnten kein Fleisch essen. Ich habe dieses Bedürfnis bei den türkischen Bürgern erkannt und mich darauf fokussiert, sodass wir diese Produkte bestellten. Das Fleisch besorgten wir gemeinsam mit einem Freund aus einem Bauernhof. All das war 1972 sehr schwierig zu bewältigen. Trotz dieser Problematik haben wir eine Lösung für diesen Lebensmittelumstand gefunden. So gab es selbstverständlich auch keine türkischen Sender wie heute. Dafür verkauften türkische Musikkassetten.

1980 kam der Wechsel zum Satelliten, was wir den Kunden auch angeboten haben. Später gingen wir ein neues Projekt ein. Die Dönerproduktion begann in Deutschland bereits in den großen Städten, so fingen wir an, neben dem Geschäft, Döner Kebab zu verkaufen.  Dies war ebenfalls erfolgreich, allerdings sah ich mich immer nach Neuerungen um. So arbeitete ich und verfolgte gleichzeitig neue Möglichkeiten. 

            3. Seit Jahren führen Sie erfolgreich Ihre Restaurants. Wie fing es damit an?

Damals gab es nicht eine einzige Küche, die türkisches Essen angeboten hatte. Eine Alternative zum Döner gab es nicht. Zur gleichen Zeit kauften wir das Gebäude auf, in dem sich unser Geschäft befand. Aus der ersten und zweiten Etage wurden Restaurants. Das Lebensmittelgeschäft gaben wir nach und nach auf, sodass wir den Fokus nun auf die Restaurants legten. Bereits mit der Namensgebung des Restaurants „Kappadokien türkisches Restaurant“ wollten wir auf die türkische Küche hinweisen. In unserem Restaurant bieten wir etwa 100 verschiedene Gerichte an, sogar aus der osmanischen Küche. Seit 23 Jahren führen wir diese nun mit derselben Qualität.

  1. Sie waren bereits in den verschiedensten Bereichen tätig und sind nun der Besitzer von der „Grand Casino Group“. Wie fing diese Reise an?

Nachdem die gegründeten Geschäfte erfolgreich waren, wollten wir eine Neuerung eingehen. In der Umgebung gibt es mehrere kleine Spielhallen. Gemeinsam mit meinem Schwiegersohn und meinem Sohn wollten wir an einem Casino-Format arbeiten, dass den bekannten, dunklen und luftlosen Spielhallen nicht ähnelt. Hierfür sollte ein anderes, sauberes, luftiges und gut beleuchtetes Projekt her, wo es auf allen Belangen passt. Zunächst fingen wir in Freiburg mit Monte Carlo an, später weiteten wir das an der Grenze zu Breisach mit einer Fläche von 2000m² aus.  Das sorgte für Aufsehen. In den verschiedenen Behörden war Essen und Trinken kostenlos. Das haben wir uns als Vorbild genommen, sodass die Spieler alkoholfreie Getränke und Essen umsonst bekamen. Das Konzept besteht weiterhin so. Später eröffneten wir nebenan das Grand Grill Restaurant, wo die Spieler nun essen können.

          4. Hatten Sie Investitionen in der Türkei?

Neben all diesen Tätigkeiten haben wir auch in der Türkei investiert. In Antalya/Kemer haben wir 1979 ein Hotel errichtet. Dieser läuft heute noch. 

          5. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?

Der Vorteil an dem Ganzen war, dass es ein Familienbetrieb ist, dass ich sehr gut geleitet habe. Ständig habe ich Neuerungen verfolgt. Wir haben friedlich als geschlossene Familie gearbeitet, um an den Erfolg zu kommen. Meine Frau ist ebenfalls sehr gut im Koordinieren. Sie ist bekannt und wird hochgeschätzt. Zudem habe ich 6 Enkelkinder. Wir sind eine glückliche Familie und möchten noch weiter vorankommen. In naher Zukunft eröffnet mein Sohn Hayrettin seine Baufirma. Mein Schwiegersohn betreibt ebenfalls viele erfolgreiche Projekte. 

Ich habe fast die 70 erreicht und arbeite dennoch 7 Tage die Woche, 30 Tage im Monat. Wir haben etwa 180-200 Arbeiter. Wir geben ihnen die nötige Arbeit und sie leisten Wertvolles. Ich bemühe mich stets den Lohn zeitig zu zahlen. Ich weiß was es heißt, erbrachte Arbeit und Leistung wertzuschätzen.

             6. Eine letzte Frage. Welche Empfehlungen haben Sie für unsere jungen Leser und Leserinnen?

Aus einer Gemeinschaft entsteht Kraft, schaut immer nach vorne. Die jugendlichen sollen eine Ausbildung machen, aktiv werden, und immer nach vorne schauen, ohne mit der Arbeit aufzuhören. 

 

Müyese Günes

  1. Liebe Frau Müyese Günes, nun möchten wir an ihren Erfahrungen teilhaben. Wie empfinden Sie das jahrelange Arbeitstempo? 

Natürlich war es anfangs sehr schwierig für uns. Wir mussten arbeiten und die Kinder gleichzeitig erziehen. Später stiegen wir in die Handelsbranche ein. Mit meinem Mann vereinten wir unsere Kräfte. Es gab Tage, wo wir 20 Stunden am Tag gearbeitet haben, damit es unseren Kindern später gut geht. Mit diesem Gedanken haben wir nie aufgehört zu arbeiten und haben das auch gemeistert. Die Entscheidungen treffen wir meistens mit meinem Mann zusammen. Alles was Gott und der Staat für falsch bezeichnen, kam für uns nicht in Frage. Jahrelang haben wir mit unserem Schweiß gearbeitet. Wir sagen unseren Kindern immer, erfährt ungerechtes, aber seid zu niemandem ungerecht. Hierdurch sind wir nun erfolgreich.

                                                                                                                                                                                                                                              

IMG-20191003-WA0016.jpg   2. Welche Schwierigkeiten hatten Sie erlebt, als Sie neu angefangen hatten?

Zu der Zeit, als wir unser Lebensmittelgeschäft hatten, machten die meisten Läden bereits um halb 6 zu. Ich aber machte erst um 21 Uhr zu, um noch ein wenig verkaufen zu können. Anschließend ging ich nach Hause, um meinen Kindern essen zu machen und Sie zu waschen. Damals gab es keine Maschinen wie heute.

 Als es dann 12 Uhr war, legte ich mich schlafen. Drei Stunden Schlaf reichten mir, um fit zu sein. Nachts um drei stand ich auf und fuhr nach Karslruhe/Durlach um die türkischen Produkte zu besorgen. Hin und Rückweg betrugen 400km. Anschließend kam ich nach Breisach zurück, um die Kinder etwa um halb 7 zur Schule zu bringen. Um 8 öffnete ich das Geschäft. Viele Jahre verbrachte ich so. Kurz gesagt bin ich unter schwierigen Bedingungen hierhergekommen. Ich bereue es aber nicht, denn dadurch geht es meinen Kindern gut. Wir trugen alles in gesamter Schönheit in die heutige Zeit. 

             3. Wenn Sie zurückblicken, haben Sie da besondere Erinnerungen, an die Sie denken?

Als wir das Restaurant neu eröffnet hatten, lud ich die Menschen ein, damit Sie es sehen. Mein Schwiegersohn Ender sah in mir diesen Juwel. Er sagte, ich solle die Küche im Restaurant übernehmen. Als ich das tat, arbeitete ich mit großer Sorgfalt. Gäste, welche meinten, sie kommen in einigen Monaten, oder später wieder, standen im Nachhinein Schlange. Es ist ein unvergesslicher Moment. Etwa 10-12 Jahre lang war ich für die Küche und der Sauberkeit des Restaurants verantwortlich. Heute noch arbeite ich mehr als ein Arbeiter.

                         

 

4. Sie sind heute noch in Breisach eine geschätzte Persönlichkeit, die stets geliebt wird. Gleichzeitig sind Sie mit Ihrer Sorgfalt und Gründlichkeit bekannt. Soweit wir wissen, haben Sie auch einige Preise, oder?

Zweimal habe ich einen Preis für Sauberkeit und Ordnung bekommen. Mein Garten wurde zum schönsten Garten Breisachs gekührt. Die Stadt nahm sich während der Instandsetzung und Zurichtung ein Beispiel an meiner Landschaftsarbeit. 

5. Haben Sie einige Tipps für die Jugendlichen?

Es ist nicht schlimm, wenn man nichts hat. Es ist keine Schande. Aber Sie sollen nicht vor der Arbeit fliehen. Sie sollten die Uhrzeit beim arbeiten nicht beobachten. Sofern jemand alles tut, und sich auf die Arbeit konzentriert, so kann diese Person die Armut und die Erfolgslosigkeit besiegen. Mein Tipp an die Jugend ist, niemals vor der Arbeit zurückzuschrecken. 

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